Sonntag, 5. Februar 2012

Einheitsfeld-Theorie: "Ein Neuer Zyklus" (Nassim Haramein)

Einheitsfeldtheorie

Nassim Haramein wurde 1962 in Genf geboren und sich intensiv der Erforschung der grundlegenden Geometrie des Universums gewidmet. Gemeinsam mit Dr. Elisabeth Rauscher hat er eine "Unifying Theory" entwickelt - die Haramein-Rauscher-Metric - eine alternative Lösung von Einsteins Feldgleichungen, welche die Rotation und Coriolis-Kräfte berücksichtigt. Seine Stiftung 'The Resonance Project' soll die Erforschung des Einheitsfeldes weiter vorantreiben soll. Seit über 10 Jahren gibt er weltweit Vorträge über die 'neue Physik' und ihre wissenschaftlichen wie auch spirituellen Implikationen.


Haramein weist im nachfolgenden Vortrag auf Defizite der etablierten Wissenschaftstheorien und -methodik hin und stellt seinen Weg zu einer einheitlichen, umfassenden und fachübergreifenden Physik vor. All dies folgt der Frage nach der Beschaffenheit der Realität, ihrem Ursprung und den Mechanismen ihrer Selbstorganisation - und ihrem "tieferen, grundlegenderen Sinn". Haramein schildert seine Versuche, das Wesen der ihn umgebenden Natur intuitiv zu erfassen und auf grundlegende Prinzipien zurück zu führen. In 'seiner Vereinigten Theorie' führt er die vier Naturkräfte zu einem 'vollständigen Modell' zusammen und eröffnet damit ein alternatives Verstehen unseres Bewusstseins sowie auch der Evolution als Aspekte einer fundamentalen Struktur von Raum und Zeit basieren.
 
Dabei entdeckt Nassim eine 'Konvention' (ein nettes Wort für Verschwörung?) zur Beibehaltung der reduktionistischen Vorgehensweise in der Naturwissenschaft - obwohl Hinweise bestehen, dass sie nicht zielführend ist. (Will man sich darüber wirklich wundern? Alles in allem kostet der LHC über drei Milliarden Euro - dies zeigt, folglich sind hier weitere Interessengruppen tangiert als nur ein paar teilchenbegeisterte Forscher. Selbst wenn sie wollten ... die könnten einen Irrtum in der Wahl ihres Paradigmas gar nicht zugeben, nachdem sie von Steuerzahlern in diesem Maße gesponsert wurden.)


Haramein erläutert Parallelen und Zusammenhänge zwischen dem geometrischen Raumzeitverständnis (seiner Einheitsfeldtheorie) und den Erkenntnissen alter Zivilisationen, heiliger Geometrie sowie modernen Entdeckungen. Einen Teil seiner Kernaussagen erläutert er in einem Aufsatz:

"Die Natur der Realität", Sein.de bzw. Nexus Magazine

Darin schildert er sein Bestreben, auch "die innere Welt der Meditation zu untersuchen, eine Welt, die sich ausschließlich auf das Bewusstsein an sich bezieht - eine tiefe und grundlegende Selbst-Entdeckung und Erforschung des Beobachters, der Wirklichkeit erfährt".  
Die inhaltliche Einordnung des 5-stündigen Vortrages fällt indessen nicht leicht ... denn um die Einheitsfeldtheorie Harameins aus physikalischer Sicht zu beurteilen, fehlt mir die fachliche Kompetenz. Sein Ausgangspunkt, nach dem offenbar viele, wenn nicht alle, Entwicklungsprozesse von Materie und Leben analog zum Prinzip eines schwarzen Lochs ablaufen, ist immerhin faszinierend. Bauchschmerzen bereitet mir der gewaltige Bogen, den Haramein spannt - von Theoretischer Physik über das Alte Testament bis hin zu den Pyramiden Ägyptens und sogar deformierten Schädeln 'Außerirdischer' in einem Museum Südamerikas. Gott als einer von vielen Themenpunkten zwischen elementarer Physik und Alien-DNA. 

Eines ist sicher: 'God sells' ... Haramein tut einiges für die Vermarktung seiner Ideen... Anhänger eines holistischen Weltbildes sind überzeugt: 'Alles hängt mit Allem zusammen'. So bestätigt und verteidigt Haramein seine Sicht der Notwendigkeit, sowohl die Physik zu untersuchen als auch die Sitten und Rituale zu studieren, verschiedener Kulturen, "die ein tieferes Verständnis der Beziehung zwischen dem Beobachter und der materiellen Welt offenbaren könnten.": 
Eine umfassende Weltsicht erfordere ein studium generale erheblicher Bandbreite ... von angewandter Physik, Kosmologie und Quantenmechanik bis zu Archäologie, Psychologie und Spiritualität. Einerseits einleuchtend - doch sehe ich hier auch das Risiko, komplexe Sachverhalte auf Kosten der Kohärenz zu vermischen und zu simplifizieren. Warum aber sollten wir den Extrakt jahrelanger Erkenntnissuche pauschal als 'pseudowissenschaftlichen Mumpitz' abtun? Klüger erscheint mir eine differenzierte Betrachtung einzelner Aussagen, um sie dann entweder zu widerlegen oder weiter zu verfolgen. Dass Harameins Ansatz auch nach Jahren ihrer Veröffentlichung weder sehr bekannt ist noch von 'seriösen' Wissenschaftsmedien aufgegriffen wird, spricht nicht unbedingt gegen ihn.


"Geometrie ist der Schlüssel"


Der Vortrag Harameins beginnt bei den bekannten Raum-Dimensionen. Er betrachtet es als fundamentalen Fehler, die Dimension Null - dargestellt als Punkt - als nicht existent zu betrachten: Wie, fragt Haramein, kann eine Exponentialfunktion von 'Nichts' letztlich das Volumen eines dreidimensionalen Raums ergeben, in dem bekanntlich Materie existiert? Weder Punkt noch Linie und Fläche existieren, aber der daraus konstruierbare 3D-Kubus ist existent? Seine Logik: Schon dieser Punkt (der Dimension Null) repräsentiere unendlich viele Dimensionen - wenn auch in einem sehr kleinen Maßstab. Mit anderen Worten: Zerteilt man einen dreidimensionalen Raum immer weiter (dies sei möglich bis zur Unendlichkeit), erhält man immer 'etwas', das ebenfalls dreidimensional ist. Man könne etwas, das existiert, nicht mathematisch in etwas anderes transformieren, das auf einmal nicht mehr existiere. Vielmehr bleibe die fundamentale Raumstruktur in jeder Skalierung erhalten! Daraus folgt aber auch: Man kann Unendlichkeit innerhalb der Beschränkungen einer endlichen (äußeren) Grenze durch Teilung kreieren!
  • "Anstatt nach dem fundamentalen Teilchen zu suchen, sollten wir vielleicht nach dem fundamentalen Prinzip der Teilung suchen.!"
  • "Wenn wir das Grundmuster verstehen, spielt es keine Rolle, aus welcher Auflösung wir seine Identität betrachten."
Nach seiner Logik existiert ein äußeres und ein inneres Universum (bzw. 7 Milliarden innerer Universen) - durch seine Wahrnehmung transferiere jedes Individuum durch die eigene Grenze Information in die Unendlichkeit des eigenen [inneren] Universums. Die Grenze zwischen Innen und Außen sei das, was wir als Realität wahrnehmen. Diese Sichtweise verdeutlicht auch die essentielle Bedeutung unserer eigenen, selektiven Wahrnehmung (zu der auch Atmung und Nahrungsaufnahme zählen) für dieses 'kleine Universum in uns'. 

Denn sie ist das einzige, was dieses Universum mit dem es umgebenden, größeren Ganzen verbindet. Statt sich als winzigen, im riesigen Universum unbedeutenden Punkt (ein 'Nichts') zu betrachten, veranlasst uns diese Sichtweise, dass wir uns als Zentrum der Schöpfung (oder eher eines in sich unendlichen Teils von ihr) erfassen. Darin liegt keine Arroganz: wenn wir uns selbst als eine Art Mikro-Kosmos sehen, trifft dies zwangsläufig auch auf jedes andere Individuum zu - wir alle sind gleichwertig und bilden in der nächsthöheren Auflösungsstufe wiederum eine Einheit.  
Ähnlich wie Viktor Schauberger vertritt Haramein einen Konzeptionswechsel von 'Implosion statt Explosion', z.B in der Entwicklung von Antriebstechniken. Im weiteren Verlauf kommt Haramein auf die Aussage der Standard-Kosmologie zu sprechen, nach der das gesamte Universum expandiert und sich die Struktureinheiten von Materie - Galaxienhaufen etwa - stetig von einander entfernen ... analog zu einem Ballon mit aufgeklebten Cent-Münzen. Jede Reaktion setze eine Gegenreaktion voraus: 

"Wenn unser Universum expandiert, muss es etwas Kontrahierendes geben, um diese Expansion hervorzurufen." (Bei dem Ballon, der aufgeblasen wird, sind dies die kontrahierenden Lungen dessen, der ihn aufbläst.) Ab hier wird es mir persönlich zu komplex, etwa bei der fraktalen Struktur der Raumzeit, die er aus der Untersuchung des Vakkum ableitet:  
Die heutige Quantenfeldtheorie begrenze durch durch einen Renormalisierungs-Prozess die Energiedichte im Vakuum, welche ohne die Renormalisierung formal unendlich sei. (Aus diesem Grund sei die mathematische Renormalisierung vorgenommen worden ... unendliche Lösungsergebnisse sind in Theorien nun mal nicht sehr beliebt. Diese unendliche Vakuum-Energiedichte ('Planck-Dichte' mit der Größe von 10 hoch 93 Gramm pro Kubikzentimeter Raum) sowie die mit dem Casimir-Effekt belegte Vakuum-Fluktuation bilden den Ausgangspunkt seiner Konzeption vom Wesen der Materie:
Also gab es die Energie des Vakuums in der Quanten-Auflösung tatsächlich. Könnte es die Energie sein, die alles verbindet? Die Energie, aus der alles entsteht und zu der alles zurückkehrt? Nun, wenn ja, dann müsste sie auf jedem Maßstab vorhanden sein.
Haramein suchte nach Beweisen für diese Energie auch in der Kosmologie, zwischen Sternen und Galaxien - und nach ihrer Struktur, einer Art von Geometrie. In einem Exkurs zur Dunklen Energie erklärt Nassim, bis heute sei kein Nachweis dieses Phänomens durch Beobachtung und Messung zu erbringen. Dieses 'erfundene Konstrukt' diene allein dazu, um eine Abweichung in kosmologischen Formeln zu kompensieren. Diese Kritik wird übrigens von mehreren Astrophysikern geteilt. Er habe Einsteins Feldgleichungen eine grundlegende Kraft hinzugefügt, um so zu zeigen: die Raum-Zeit ist nicht nur gekrümmt, um Gravitation zu erzeugen, sondern sie ist auch verdreht ("wie ein Wasserwirbel der den Abfluss hinunter fließt") und produziert dadurch die Rotation aller organisierten Materie bis zu subatomaren Teilchen:
Das Verdrehen des Raumes würde bedeuten, dass der Raum selbst durchdrungen war mit Kreisel- und Coriolis-Effekten, die in Einsteins Geometrisierung von Raum und Zeit noch integriert werden mussten. Doch wenn dieser Drehmoment wirklich vorhanden war, dann sollten wir ... dies auf der kosmologischen Ebene ... erkennen.

Er habe erkannt, erklärt Haramein, dass das Universum als Ganzes die Bedingungen erfüllte, die ein Schwarzes Loch beschrieben: wenn die Vakuum-Energie unendlich dicht war, und alle Skalen Vakuum enthielten - auch das Atom selbst - dann müssten alle Atome unvermeidlich genug Masse-Energie enthalten, um als ein Schwarzes Loch betrachtet werden zu können. Nach Haramein sind sowohl der Makrokosmos als auch der Mikrokosmos gleich aufgebaut. In gewisser Weise seien wir der Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs; aus unserem 'inneren Universum' würden keine Informationseinheiten nach außen dringen können, welche diese Grenze (von außen nach innen) überschritten hätten. Analog dazu lebten wir in einem Schwarzen Loch gewaltigen Ausmaßes. Unklar bleibt mir, ob dies lediglich als Metapher verstanden werden soll, um durchaus vorhandene Analogien zwischen unserer Realität und dem Wesen schwarzer Löcher im Kosmos herzustellen. 
Haramein ist übrigens nicht der einzige, der diese Auffassung vertritt: Eine ähnliche Theorie hat Nikodem Poplawski an der Indiana University aufgestellt:
Poplawski glaubt, dass wir im Inneren eines Schwarzen Loches leben - und dass hinter jedem schwarzen Loch ein weiteres Universum liegen könnte. Nach seiner Berechnung zieht sich die Masse in einem schwarzen Loch unter bestimmten Annahmen nicht zu einer Singularität zusammen, sondern expandiert ab einem Punkt wieder explosionsartig. "Das könnte genau das sein, was wir, aus dem Inneren des schwarzen Lochs heraus, als Urknall bezeichnen. "Vielleicht sind die großen schwarzen Löcher im Zentrum der Milchstraße und anderer Galaxien Brücken in andere Universen", vermutet Poplawski. Er kommt damit der Einheitsfeld-Theorie, von Nassim Haramein und Elisabeth Rauscher sehr nahe: Auch sie vermuten, dass wir im Inneren eines schwarzen Lochs leben."

Die fundamentale Struktur der Schöpfung?

Eine fundamentale, innere Struktur müsse die stabilste überhaupt sein, um ein perfektes Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Also habe er nach der kleinsten und stabilsten Struktur gesucht, die er finden konnte. Diese Voraussetzungen erfülle der Tetraeder (in einer ihn umgebenden Sphäre), denn er habe die kleinstmögliche Oberfläche aller geometrischen Formen - eine Erkenntnis, zu der offenbar auch die Erbauer der Pyramiden gelangt seien ... Irgendwo ab hier droht Haramein den Boden der 'soliden Physik' zu verlassen und in esoterische Spekulation abzugleiten, jedenfalls ist dies mein Eindruck spätestens bei der praxisnahen Anwendung seiner Erkenntnisse auf die Lebenswirklichkeit. So spricht er von prä-astronautischen Beweisen, wo andere allenfalls eine vorsichtige These formulieren.
Anhand seiner Feststellung, die Struktur des Vakuums, des Kosmos und allen Seins entspreche einem Tetraeder, deutet Nassim Haramein historische und gegenwärtige Ereignisse aus einem neuen Blickwinkel: Beobachtungen an verschiedensten Orten lassen den Physiker Haramein die von ihm untersuchten geometrischen Verhältnisse in allen Bereichen des Lebens wiederfinden - eine Erkenntnis, die bereits von vielen alten Kulturen realisiert und in Pyramiden überall auf der Welt (→Chichén Itzá) visualisiert worden sei. Auch in den sog. Kornkreisen finde man mitunter Abbildungen, die ein Gefüge mehrerer Tetraeder ('64-Tetraeder-Raster') gebildet seien ... ein gewaltiger Themensprung, denn Haramein geht davon aus, 'jemand' habe mit einer Abfolge von Kornkreisen zunehmender Komplexität einen geometrischen Code oder Schlüssel des Lebens übermittelt habe.
Teil 1:
Teil 2:

Nachtrag: Synchronizität
(Deutschsprachige Untertitel verfügbar)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen