Sonntag, 15. April 2012

Fukushima - 1 Jahr nach der Katastrophe

Wie unterschiedlich Sprachgebrauch doch sein kann… in einem Interview mit Spektrum.de äußerte der Aachener Professor für Reaktorsicherheit und -technik Hans-Josef Allelein die Feststellung:

"Der Reaktorunfall ging wirklich glimpflich aus."

Wir erinnern uns: vor gut einem Jahr versetzten ein Erdbeben, ein Tsunami und besonders der ausgelöste GAU im japanischen Kernkraftwerk Fukushima die Welt in Aufregung. Auch das nachfolgende (s.u.) Video informiert kurz und knapp über die momentane Lage vor Ort.

Dabei sind weder die langfristigen Folgen des Unglücks absehbar noch lassen sich Prognosen über das gegenwärtige Gefahrenpotenzial der Reaktoren treffen, sind aber problematisch, da wir nichts über das Innere der Reaktoren wissen.

“Keiner kann sagen, ob die Brennstäbe nur an- oder völlig geschmolzen sind. Wahrscheinlich haben sich neue Konfigurationen gebildet, während die Reaktorkerne schmolzen. Diese kennen wir aber nicht.”

Auch wird sich die Abschirmung z.B. durch einen Beton-Sarkophag wie in Tschernobyl in deutlich komplizierter gestalten, denn dort befinden sich noch über 99 Prozent des Brennstoffs und der größte Teil der Spaltprodukte in der Anlage. Die Betreiber könnten zwar einen Sarkophag über der Anlage errichten, es müssen aber gefilterte Verbindungen nach außen eingebaut werden.
Damit kann man weiter Wasser zur Kühlung hineingepumpt werden, ohne dass Radioaktivität austritt.-

Mit ‘glimpflich’ meint der Experte, dass der Atomunfall sehr viel schlimmer hätte ausgehen können und damit hat er sicherlich Recht. Trotzdem, wenn ich an die Berichte und Bilder zurückdenke – dann fällt mir vor allem ein, das dieses Unglück durch präventive Sicherungsmaßnahmen noch sehr viel glimpflicher hätte ausgehen können…

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