Mittwoch, 27. November 2013

Höhenflug des DAX: "50.000 Punkte sind gewiss"

Ein “Allzeit-Hoch” des Deutschen Aktienindex DAX jagt das nächste – dabei ist es offensichtlich, dass die Börsenindizes vor allem dadurch künstlich in die Höhe getrieben werden, dass die Notenbanken die Finanzmärkte mit billigem Geld fluten. In den USA soll damit die Wirtschaft angekurbelt werden; und in Europa soll m.E. eine impotente Einheitswährung künstlich am Leben erhalten werden.
“Anleger setzen vor allem auf die laxe Geldpolitik der Notenbanken. Bleibt das Geld billig, kann es auch weiter an die Börse fließen.“ Stefan Wolf, Das Börsenblog
Die Vorgehensweise der Notenbanken impliziert spätestens mittelfristig große Unsicherheiten, welche auch die Anleger erfassen: Sogar begeisterte Börsianer fragen sich, wann der Absturz an den Börsen beginnt – spätestens dann, wenn die Notenbanken den Geldhahn zudrehen. Selbst wenn dies wie angekündigt ‘behutsam’ geschieht, dürfte eine negative Trendwende forciert werden.
Schon der gestärkte US-Arbeitsmarkt schien die deutschen Aktien zum Ende der 2. Novemberwoche in ihrem Höhenflug zu stoppen: die positiven Nachrichten erhöhten die Wahrscheinlichkeit, dass US-Geldpolitik alsbald gestrafft werde.
Klar ist: um so tiefer der Sturz von  DAX und Co. (in absehbarer Zeit) ausfällt, um so dramatischer ist die Menge des Geldes, dass dadurch verbrannt wird. Ein solcher Absturz ist noch nicht so lange her: Vor sechs Jahren hatte der DAX die 8.000-Punkte-Marke überwunden, die Wirtschaft schien in einer robusten Aufschwungphase und die geplatzte Internetblase war längst vergessen. Mit an Größenwahnsinn grenzendem Optimismus gaben mehrere Bankhäuser damals das kurzfristige Kursziel “10.000 plus x” für den DAX aus. Dann wurden (nicht allein) die Börsenplayer von der Immobilienkrise in den USA überrascht, deren Folgen bis heute noch nicht ausgestanden sind. . Die Nachbeben erschüttern die Finanzwelt bis heute, wenn auch mit nachlassender Vehemenz.

Apropos Größenwahn:

Nachdem der DAX  nunmehr die 9.000-Punkte-Hürde locker überwunden hat, gab der Analyst Joachim Goldberg ein Ziel von 50.000 Punkten (!) aus – allerdings ohne einen zeitlichen Horizont zu nennen. Auf sehr langfristige Sucht dürfte sich diese Vorhersage zwar bewahrheiten – auf die Gier der Menschen (zu lasten von Arbeitnehmern in vielen auf Profitmaximierung gepolten Aktiengesell-schaften) ist stets Verlass - doch was geschieht dazwischen? 

Dieter Neumann ("Trader, Broker, Börsen – Milliarden Gewinne") spricht von einem irregulären Kaufrausch ist sich dennoch sicher:

"Das große Heulen und Zähneklappern beginnt sobald die Kurse purzeln." 
Im Grunde könnte der DAX schon mal in ‘Ikarus’ umbenannt werden, dessen Flugerlebnis er früher oder später wiederholen wird…jedenfalls erfüllt der momentane 'Rekord-Höhenflug' an den Börsen (auch) mich mit großer Sorge.
Wenigstens die deutschen Automibilhersteller müssen sich kaum große Sorgen machen: kommt eine neue Krise, haben sie zwar wenig Rücklagen (denn sie zahlen ihren Kapitalgebern laufend hohe Zinsen und Renditen) - aber sie fordern dann erneute Abwrackprämien...

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