Freitag, 4. Juli 2014

Independence Day - Können die Amerikaner der Täuschung entkommen?

Ein kritisches Statement von Paul Craig Roberts

"Keine einzige dieser Ansprachen wird ein wahres Wort enthalten", schrieb Paul Craig Roberts, einst stellvertretender Finanzminister unter Ronald Reagan, vor zwei Jahren (2012) über die unzähligen Ansprachen zum amerikanischen Unabhängigkeitstag. Das ist sicher übertrieben, wie so oft dürften die vielen Predigten und rituellen Beschwörungen vor allem eines enthalten: Halbwahrheiten.
"Kein Redner wird den Tod der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika beklagen oder seine Zuhörer auffordern, dieses einzige Dokument wiederherzustellen, das ihre Freiheit schützt.
In Anwesenheit einer unbekümmerten Öffentlichkeit sei die US-Verfassung im Namen des "Kriegs gegen den Terror" zerstört worden.
"Wie in Zeiten des Mittelalters können amerikanische Bürger in Kerker geworfen werden und verschwunden bleiben. Keine Beweise oder Anklagen müssen einem Gericht vorgelegt werden. Kein Verfahren ist erforderlich, und keine Verurteilung."
Sogar die Hinrichtung von US-Bürgern ohne vorheriges Gerichtsverfahren liege im Handlungsspektrum der Regierenden. Die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit werde brutal unterdrückt; Einschüchterung durch Polizeikräfte sei an der Tagesordnung.
"Die berauschten Massen werden sich in Fahnen hüllen und heimgehen im vollen Gefühl einer Überheblichkeit, welche auf minderwertigere Fremde (...) mit Geringschätzung hinunterschaut."
Washington habe das Ausmaß sogenannter "Kollateralschäden" [etwa als Folge von Drohnen-Angriffen] dadurch verringert, dass es jeden getöteten Mann im militärfähigen Alter zum Talibankämpfer oder Terroristen erkläre. Die Mühe herauszufinden, ob sie das tatsächlich waren oder nicht, mache man sich in vielen Fällen nicht. aber diese Erklärung Washingtons wird als grünes Licht für die Ermordung von männlichen Afghanen im Militäralter betrachtet.

Über diesen Mangel an Demokratie und Freiheit wird man auch von den Rednern zum diesjährigen 4. Juli nichts hören.

Der Abbau der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika und die Missachtung der Gesetze im Inland und auf internationaler Ebene sind Resultate des 11. Septembers 2001.

Die offizielle Darstellung des 9/11 nennt Roberts "die wüsteste Verschwörungstheorie, die die Menschheit kennt" - denn sie setze voraus, dass jeder Teil von Amerikas Verteidigungsbereitschaft zum selben Zeitpunkt versagt habe.


Eine Untersuchung wurde sofort in die Wege geleitet worden, sondern erst nach einem Jahr - und nur auf Druck von Angehörigen von 9/11-Opfern. 

"In einer wirklichen Untersuchung wären die 9/11-Beweise nicht illegal vernichtet worden, und die Untersuchung wäre von Fachleuten durchgeführt worden, nicht von Regierungsbehörden mit Vertuschungsauftrag..."
Der Mitvorsitzende und der Rechtsberater der 9/11-Kommission schrieben später, dass der Kommission entscheidende Informationen vorenthalten wurden und dass die Kommission "so angelegt wurde, um zu scheitern."
"Alle Köpfe steckten im Sand.  
"Es kam uns nie in den Sinn, dass wir Bewohner des „Landes der Freien“ von einem Gestapo-Polizeistaat bedroht werden könnten."
Eine Gruppe von 1700 Architekten und Ingenieuren ersuchten den US-Kongress in einer Petition, den Einsturz der drei WTC-Gebäude einer unabhängigen wissenschaftlichen Untersuchung unterziehen zu lassen. Bis heute vergeblich. (Vgl. "9/11: Explosive Evidence – Experts Speak Out", mit deutschen Untertiteln. Robert's Kommentar zu diesem Film enthält frustrierende Erkenntnisse:
  • Amerikas Abgleiten in einen Polizeistaat könne vielleicht abgefangen werden, wenn die Amerikaner in Hinblick auf die Wissenschaft nicht so ignorant wären.
  • Der Mehrheit der US-Bevölkerung fehle die geistige und emotionale Kraft, sich höchst beunruhigenden Fakten zu stellen. Die US-Regierung sehe nichts als die Schwäche und die Angst ihres Volkes, welche Ansatzpunkte zur fortgesetzten Manipulation liefere.
Diese Schwäche geht einher mit dem amerikanischen Exzeptionalismus, einer Sichtweise, laut der der die USA eine Sonderstellung innerhalb der entwickelten Industrienationen einnehmen. Diese gipfelt in der Annahme, dass illegitime Praktiken (z.B FalseFlag-Angriffe, um einen Krieg zu rechtfertigen) seitens staatlicher Institutionen zwar in anderen Ländern zu beobachten seien, sich aber in den USA niemals ereignen könnten. Realitätsverweigerung, um weiter in der Illusion von ethischer Integrität und moralischer Überlegenheit verharren zu können...

Ob 9/11 eine inszenierte Aktion war, um den Neokonservativen ihr „neues Pearl Harbor” zu verschaffen und so die globale Hegemonie der USA auszubauen, lässt sich nicht beweisen. Möglich, dass die Anschläge 'nur' zugelassen wurden. Beunruhigend ist so oder so, wie aus dem Trauma des 11.September 2001 politischer Nutzen gezogen wurde und wird:
"Die Kombination von Macht und Geld, welche die Motive für Washingtons Kriege bildet, bleibt verborgen, eingewickelt in die Fahne, patriotische Gefühlsregungen und die Angst vor dunkelhäutigen, dämonisierten Moslems."
Dem einstigen Hoffnungsträger Barack Obama ist es nicht gelungen, seinen versprochenen Paradigmenwechsel (weg von der außen- und innenpolitischen Unterdrückungs-Strategie des Bush-Cheney-Rumsfeld-Regimes, das sich von demokratischen Prinzipien verabschiedet hatte) durchzusetzen und die Amerikaner aus ihrer künstlichen Realität ("Wir sind die Guten und deshalb dürfen wir alles.") zu befreien.
"Sind die Amerikaner verdammt, in der Matrix zu enden, die für sie geschaffen worden ist?"
Vielleicht, so Paul C. Roberts, bestehe die Hoffnung darin, "dass die Wirtschaft unter den Möchtegern-Führern zusammenbricht, und dass die Menschen, die nicht für Prinzipien und ihre Freiheit kämpfen, für ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen werden".
Wie realistisch diese Hoffnung ist und auf welchen (fernen?) Zeitpunkt sie sich beziehen mag, kann und will ich nicht beurteilen. Mir würde es für die Gegenwart schon reichen, wenn eine wachsende Mehrheit des großartigen amerikanischen Volkes ihren Unabhängigkeitstag wieder als solchen begreifen würden - als Anspruch an ihre ureigenste Realität, und nicht bloß als Hommage an ihre Vergangenheit und an vergangene Errungenschaften.


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