Dienstag, 8. September 2015

Die kaputte politische Debatte: Wie das Internet Teil des Problems und Teil der Lösung ist

Sehenswerter Vortrag von Ingrid Brodnig: "Lügenpresse, Misstrauen, Parallelwelten wie Pegida: Was hat das Internet damit zu tun? Und vor allem: Wie machen wir es besser?"

Ausgangspunkt dieses interessantes ist die Beobachtung, dass in sozialen Medien emotionale, in aggressiv-verletzender Sprache verfasste Beiträge (z.B. im Pegida-Umfeld) mehr Aufmerksamkeit und mehr 'Likes' erhalten als sachliche, moderat vorgetragene Postings. Nicht die inhaltliche Qualität stehe im Vordergrund, sondern eine reißerische, die Gefühlsebene ansprechende Form. Eine Diskussion frei von Beleidigungen und persönlicher Diffamierung werde zunehmend als fade und langweilig empfunden - und demzufolge von vielen ignoriert.

Frau Brodnig stellte bei ihrer journalistischen Arbeit sinngemäß  fest (Sie könne noch so gründlich recherchieren und präzise Information liefern, einen Teil der Internetgemeinde mit einer verbohrten, vorurteilsbehafteten Weltsicht werde sie niemals mehr erreichen.

Die Journalistin beschränkt sich aber nicht auf die Beschreibung eines Zustandes, den viele von uns sicher nachempfinden können. Vielmehr bietet sie Lösungsvorschläge für journalistisches Arbeiten in online-Medien an, z.B. zur nachvollziehbaren, transparenten Darlegung der Recherche.
"Der Leser muss uns nix, aber auch gar nix glauben - er sollte meinen Text durch Quellenangaben, links etc. nachvollziehen können."

Durch einen mühsamen Prozess zu mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit lasse sich, so Brodnigs Hoffnung, das Internet wieder von einem "Tool des Misstrauens" zu einem "Tool der Aufklärung" transformieren. 


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