Sonntag, 4. Dezember 2011

Einführung in die Quantenmechanik

Schaut man sich spannende Dokumentation über den Ursprung 'von Allem' an - z.B. “Woher kommt die Welt? – Die Entstehung des Kosmos” - gelangt man eventuell an einen Punkt, wo man sich mit zunehmender Frustration am Kopf kratzt. Mir jedenfalls ergeht es oft genug so, denn es mangelt oft genug an Grundlagenwissen. Ist ja auch kein Wunder, wenn man früher im Physikunterricht schon bei der 'Theorie' der Schiefen Ebene nach 10 Minuten abschaltete. 
Es bedarf eines Grundverständnisses, bevor man sich im Detail mit der Heisenbergschen Unschärferelation, dem Doppelspalt-Experiment oder dem Gedankenspiel über 'Schrödingers Katze' auseinandersetzt. 
Ein Teil dieser selbst verschuldeten Lücke (damals war natürlich der langweilige Vortragsstil des Lehrers schuld ;-) ) lässt sich heute schließen - jedenfalls auf einem 'populärwissenschaftlichen' Niveau. Hilfreich dabei sind auch Radiosendungen wie die von Prof. Herbert Pietschmann (Institut für Theoretische Physik, Uni Wien), der im Oktober 2005 eine kurzweilige die Grundlagen der Quantenmechanik vermittelte.
  • Ich liebe zudem den 'Wiener Slang', muss dabei aber regelmäßig an einen (nicht böse gemeinten) Witz aus meiner eigenen Schulzeit denken:
    Ein Münchner und ein Wiener treffen sich am Waldrand, um Weinbergschnecken zu sammeln. Beide haben einen Korb mitgebracht und veranstalten spontan einen kleinen Wettbewerb: Wer hat nach 60 Minuten die meisten Schnecken? Kurzum, nach Ablauf dieser Stunde treffen die beiden sich wieder - der Korb des Münchners ist zur Hälfte gefüllt, aber der Wiener hat nur ein einziges Exemplar mitgebracht. Sein Freund aus München wird neugierig: "Was war los? Warum nur die eine?"
    Die Antwort des Wieners: "Ach du weist doch wie des is'... kaum hockt man sich hin - husch husch, san's fort...!"

Leben in der Quantenwelt?

Offenbar gelten die Prinzipien der Quantenmechanik nicht für nur den Mikrokosmos, sondern beeinflussen auch die makroskopische Welt. Viele Physiker glauben heute, diese Theorie treffe auf alles zu, ob groß oder klein. Erweist sich dies als zutreffend, dürfte sich unser Weltbild weitreichend verändern.
Die Gesetze der Quantenmechanik beherrschen danach nicht nur die Welt der Atome und Elementarteilchen, sondern liegen in größerem Maßstab auch der Natur zu Grunde. Vielleicht machen sich sogar Pflanzen bei der Fotosynthese oder Zugvögel bei der Orientierung typische Quanteneffekte zu Nutze. ( → "Leben in der Quantenwelt", Spektrum der Wissenschaft, 11/2011)

Nun aber zur Radiosendung:


Relativitätstheorie + Quantentheorie = Schleifen Quantengravitation?

Albert Einstein - ein, wenn nicht das Genie des 20. Jahrhunderts - hatte mit vielem Recht. Deshalb bildet seine Relativitätstheorie einen der Grundpfeiler unserer modernen Physik. Sie beschreibt die Gravitation (Schwerkraft) eingehend - während die ältere Physik Newtons noch als Näherungsmodell dient, weil es unserer alltäglichen Wahrnehmung eher zu entsprechen scheint.
Doch haben Einsteins Gleichungen ein Manko: sie lassen sich nicht auf die kleinsten Elementar-teilchen und deren Wechselwirkungen anwenden - und deshalb auch nicht auf das eigentliche Urknallereignis (als das Universum noch so winzig war, dass die sog. Quanteneffekte zum Tragen kamen.

Wendet man allgemeinen Relativitätstheorie und der Quantentheorie gleichzeitig auf Objekte dieser kleinsten Größenordnung an, entstehen Widersprüche.

In seinem Werk “Zurück vor den Urknall“  beschreibt der Astrophysiker Martin Bojowald “die ganze Geschichte des Universums” – aus der Sicht seiner neuen Theorie, welche den Urknall nicht länger als Anfang von Allem, sondern als Übergang betrachtet. 

Die Theorie der Schleifenquantengravitation (engl. loop quantum gravity), auch Loop-Quantengravitation oder LQG genannt, ist einer von mehreren Ansätzen, welche auf die  Vereinigung der Quantenphysik mit der allgemeinen Relativitätstheorie abzielen. Diese Vereinigung ist eine der größten Herausforderungen der heutigen Physik. Dabei wird der Raum als dynamisches quantenmechanisches Spin-Netzwerk beschrieben, das durch Diagramme aus Linien und Knoten dargestellt werden kann. Eine Konsequenz aus dieser Theorie wäre die Quantisierung von Raum und Zeit im Bereich der Planck-Länge (ca. 10−35 m) bzw. Planck-Zeit (ca. 10−43 s). Die Welt im Kleinsten verlöre die im Alltag angenommene Kontinuität.

Einen kurzen Überblick liefert dieses Video:

Mittwoch, 23. November 2011

Eurokrise & Zockertum: Rede v. Sahra Wagenknecht

Ich mag sie nicht besonders als Politikerin (als Frau gefällt sie mir sehr, mehr noch als MdB Agnes Krumwiede von den Grünen;-) - aber mit dem, was Sahra Wagenknecht in der u.a. Rede schon vor fast 1 1/2 Jahr en von sich gab, hat sie Recht.

Vor allem der Punkt, dass die politischen Parteien sich in unerträglicher Weise haben abhängig machen lassen von Spenden ("Landschaftspflege"), Lobbyismus und Einflüssen der großen Unternehmen und Branchenverbände, sollte uns alle sehr nachdenklich lassen.

Wenn die gewählten Volksvertreter die Interessen der Wirtschaft wahrnehmen, wer wahrt dann noch die vitalen Interesse und Bedarfe des 'Volks' - also jenen 97 Prozent von uns, die nicht mehr Geld haben, als man für 100 Lebensspannen benötigen würde...?
 


Zur zum EFSF-Abstimmung (Erweuterung des Euro-Rettungsfonds) äußerte sie sich im Bundestag am 29.09.2011 so:

 
Polemik ist in dieser Rede in ausreichendem Maße vorhanden. Manch einer wird sich auch an die politische Vergangenheit von Fau Wagenknecht und manche fragwürdige Aussage von ihr zu den 'Errungenschaften des DDR-Sozialismus' erinnern. Oder schlicht daran, sass sie 'links außen' im politischen Spektrum zu verordnen ist. 

Ja und? Ich persönlich bin alles andere als 'ein Linker', doch zu meinem Entsetzen sind die Linken und ein paar wenige Abtrünnige aus Grünen und SPD die einzigen Vertreter der Bundespolitik, die überhaupt noch die mehrheitliche Meinung der Menschen in Deutschland konzeptionell widerspiegeln.
Jaja, das nennt man nun abwertend und pauschal "populistisch", was in manchen Fällen sicher zutrifft. Doch aus den 'etablierten' Parteien, die angesichts der bestehenden Fünf-Prozent-Hürde als einzige 'wählbar' im Sinne von chancenreich sind, höre ich gerade in wirtchafts- und sozialpolitischen Fragen nichts, was von sozialer Ausgewogenheit und Vernunft zeugt. Leider.

Hätte man mir prophezeiht, ich werde mich einst auf Redeausschnitte der Linken fokussieren, so wäre meine Reaktion ein müdes Lächeln gewesen. Doch scheint es so, dass ich mit meiner Ablehnung der parteipolitisch geduldeten "Diktatur der Finanzmärkte" und Rating-Agenturen keineswegs alleine dastehe.

Nicht nur diesen Punkt spricht Gregor Gysi an, der eine 'Krise der Demokratie' diagnostiziert, die in der Abhängigkeit der Legislatur von Figuren wie Ackermann und Co. begründet sei. Ob die von ihm geforderten Maßnahmen ausnahmslos hilfreich sind, ist indessen diskutabel.

Ist die Mehrheit der Deutschen sich eigentlich darüber im Klaren, dass sie mit Inkrafttreten des erweiterten Rettungsschirm für fremde Schulden in Höhe über 200 Milliarden Euro haftet? Und das, nachdem knapp hundert Milliarden für die angeblich lebensnotwendige Rettung der Hypo Real Estate Bank eingesetzt wurden.


Bedingungsloses Grundeinkommen?

„Ein Einkommen ist wie Luft unter den Flügeln!" 

So  beginnt der Film. Sollte ein solches Grundeinkommen für jedermann bedingungslos gewährt werden - ohne die grundsätzliche Verpflichtung zur Arbeit zu implizieren?

Also ein wirtschaftlich-monetäres Bürgerrecht? Auch für jene, die nicht zu krank und zu alt sind, um zu arbeiten - der Einstieg in die ultimative Freizeitgesellschaft? Erosion des Leistungsprinzips?

Blödsinn. Ein solches Grundeinkommen untergräbt die Leistungsgesellschaft nur dann, wenn es 'zu hoch' ist, so dass Verdienst als Arbeitsmotivation für einen relevanten Bevölkerungsanteil der Bevölkerung entfallen würde (wobei Verdienst bei weitem nicht der einzige Motivationspunkt ist).

Zwar ist es unwahrscheinlich, dass ein hoher Prozentsatz der Menschen mit der Sicherheit eines BGE (Bedingungslose Grundeinkommen) dauerhaft zuhause bleiben würden. Sicher, ein paar von denen gibt es auch - doch glaube ich, dass unsere Volkswirtschaft sie verkraften kann. 


Eine sinnvolle Höhe läge m.E. bei 1.250 Euro für jeden erwachsenen Menschen.

Die Mehrzahl würde arbeiten wollen, um 1. mehr zu verdienen als jenes Grundeinkommen und 2. weil Arbeit dem eignen Leben eine Struktur und manchmal auch einen Sinn verleiht.
Doch es würden weniger Menschen krank vor Unzufriedenheit, weil die Notwendigkeit des Geldverdienens ihnen verbietet, Abstand von ihrer sinnentleerten, aufzehrenden Tätigkeit zu nehmen. (Sinn ist natürlich immer eine Frage der persönlichen Betrachtung). Manch einer würde eine Auszeit von einigen Monaten nehmen, um sich dann eine Tätigkeit zu suchen, in der er einen Sinn sieht bzw. die ihm ein gewisses Maß an persönlicher Wertschätzung zubilligt.

Etwas besorgt bin ich 'nur' in Bezug auf junge Menschen, von denen viele an einem Einstieg ins Berufsleben kein Interesse zu besitzen scheinen. Ohne dies zu pauschalisieren, ist Komasaufen, Chillen und Chatten bei 18-20-Jährigen heute deutlich beliebter als in den 80er Jahren. Liesse sich ein BGE unter solchen Voraussetzungen stabil halten und weitgehend steuerneutral finanzeren?

Vielleich würde ein Ansparmodell als Anchubfinanzierung Sinn machen? Wer mindestens 7 Jahre einer sozialversichrungspflichtigen Tätigkeit nachgeht, begründet dardurch seine Anwartschaft auf das BGE - das ist natürlich keine Komplettfinanzierung, sondern sollte eher dazu dienen, Jugendliche 'erst mal' in den Arbeitsprozess zu integrieren.

Und dann braucht es ein langfristig tragbares Finanzierungskonzept, das tragfähig und transparent sein muss: Für jedermann muss erkennbar sein, dass arbeitslose Bezieher des Grundeinkommens nicht die selbstverliebte Gemeinschaft der Werktätigen schädigt oder gar gefährdet.

Nicht zu vergessen: Wer das BGE als einziges Einkommen bezieht, muss davon seinen Lebensunterhalt bestreiten, d.h. er muss es den erhaltenen Betrag nahezu komplett wieder ausgeben. Damit 'pumpt' er (sehr vereinfacht) sein Geld in die Wirtschaft, anstatt damit z.B. auf Nahrungsmittelpreise zu spekulieren wie ein Teil der Heuschreckenfraktion. Kaufkraft und Binnennachfrage würden somit gestärkt.

Mein vorläufiges Fazit: Ein wirklich bedingungsloses Grundeinkommen hat weitaus mehr Vorteile als Schwächen. Doch es sollte auf Grundlage eines durchdachten Konzeptes eingeführt werden (also nicht wie der Euro als Grundlage einer faktischen Transferuniun).
Zu diesem Konzept gehört auch die Vermeidung von Ungerechtigkeiten: der staatlichen Unterstützung von Familien stehe ich durchweg positiv gegenüber - sie darf aber nicht soweit führen, dass Alleinstehende soweit benachteiligt werden, dass sie für Partner- und Kinderlosigkeit bestraft werden (z.B. durch erhebliche Wettbewerbsnachteile am Arbeitsmarkt).

Wie das geschehen könnte? Ein paar Antworten gibt der Film "Grundeinkommen":


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