"Gerade das Unglaubliche lässt uns denken, dass es nicht wahr sein kann."
Donnerstag, 1. August 2013
Intelligenz des Unbewussten
Unter bestimmten Voraussetzungen führen schnelle Bauchentscheidungen zu besseren Ergebnissen als bewusstes Abwägen aller Alternativen. Einer gute Intuition liege eine rasche Abfolge unbewusster Schlussfolgerungen zugrunde, sich 'nur' auf das Wesentliche konzentrieren.
So gesehen haben wir zwei Mechanismen, um die bestmögliche aus mehreren Handlungsalternativen auszuwählen:
Freitag, 8. März 2013
Wie unser Bewusstsein „Wirklichkeit schaltet"
Dr. Ulrich Warnke im Gespräch
Das u.a. Interview befasst sich mit der Frage, ob/wie das menschliche Bewusstsein die von uns wahrgenommene materielle Realität beeinflusst. In diesem Kontext werden u.a. medizinische, spirituelle und 'quanten-philosophische' Aspekte erörtert.Zugegebenermaßen kenne ich Ulrich Warnke nicht von früheren Werken, Vorträgen usw. Manche seiner Gedankengänge wie auch seine Terminologie kenne ich eher von Autoren aus esoterischen Kreisen - doch sehe ich keinen Grund, warum nicht fragend und suchend über den wissenschaftlichen Tellerrand hinausgeblickt werden sollte.
Ob solche Aussagen sich dereinst als 'wahr' erweisen, bleibt indessen abzuwarten:
"Der Begriff Quantenphilosophie geht auf Carl Friedrich von Weizsäcker zurück (...) beschreibt, dass die Quantentheorie auf Informationen beruht, die von einem Bewusstsein verstanden werden müssen. Die Quantentheorie zeigt den Einbruch der Subjektivität in die bis heute proklamierte objektive Realität. Insofern gibt es keine Objektivität, sondern nur die Subjektivität des Individuums, die mit seinem jeweiligen Bewusstsein die eigene Welt erschafft. Ein derartiger Deutungsvorgang gehört in den Bereich der Philosophie." U. Warnke in einem Interview, Scorpio-Verlag
Könnte der etablierte ('klassische') Realitätsbegriff bald der Vergangenheit angehören?
Die Frage, was physikalische Realität, ist spaltete die Pioniere der Quantenmechanik in zwei Fraktionen:
- Eine Gruppe um Albert Einstein und Erwin Schrödinger hielten am klassischen Wirklichkeitskonzept fest, soweit dies in der Welt der Quantenmechanik möglich war. Auch die Realität der Quanten betrachteten sie letztlich als eindeutig, deterministisch und in Übereinstimmung mit dem Kausalitätsprinzip. In diesem Konzept hat jede Ursache hat genau eine Wirkung, unabhängig davon, ob und wie wir sie beobachten.
Dass das Resultate vom Messverfahren abhängen sollten, war für Einstein undenkbar und den eigentlich von ihm erstmals bemerkten Effekt der Verschränkung subatomarer Teilchen tat er als "spukhafte Fernwirkung" ab. - Die andere Fraktion, der Niels Bohr und Werner Heisenberg angehörten, vertrat die Haltung, die neue Physik erzwinge einen nichtklassischen Realitätsbegriff: Quantenphänomene sind so lange undefiniert, bis sie gemessen (=beobachtet) werden. Bis dahin existieren sie nur als 'möglicher Zustand'.
Siehe auch
- 'Beschreibt die Quantenmechanik die Realität?'
- Das Realitätsproblem in der Quantentheorie
- Symposium "Quantenphilosophie und Spiritualität"
Samstag, 12. Januar 2013
Sinnsuche in einer komplexen Welt
Mir persönlich reicht die sinnlich wahrnehmbare Welt nicht aus, um einen allgemeinen Sinn des menschlichen Daseins innerhalb dieser Welt zu erkennen. Wenn ein solcher Sinn existiert, müsste dieser sich schließlich im Leben eines jeden Menschen finden lassen – und nicht nur für jene, die eine Familie gründen oder ihre persönlichen Ziele und Vorhaben verwirklichen. Doch wo liegt der Sinn im Dasein eines Neugeborenen, das nach wenigen Atemzügen verstirbt?
Hier scheitern Rationalismus und Positivismus als geeignete Erfahrungs- und Bewältigungssysteme. Ein Sinn, verstanden als Zielgebung, die gleichermaßen für alle bewussten Individuen in Betracht kommen kann, lässt sich meines Erachtens nur finden, wenn zu den raumzeitlichen Dimensionen weitere Ebenen ergänzt werden, in die unser irdisches Leben gewissermaßen eingebettet ist. Ob man einen Schöpfergott unterstellt und/oder ein Höheres (multidimensionales) Selbst – allen diesen Glaubenssystemen und Modellen ist gemeinsam, dass sie die Realität durch unbewiesene Ergänzungen wie das Jenseits oder sonstige Dimensionen bereichern und sich dadurch auf vergleichsweise unsicheren Boden begeben.
Rupert Lay (geb. 1929) - Philosoph, Theologe, Unternehmensberater und Psychotherapeut – untersucht hingegen die Fragestellung, ob wir auch ohne Rückgriff auf Religion, Esoterik und sonstige Glaubenssysteme einen Sinn des menschlichen Daseins und damit auch ‘einen Sinn für uns selbst’ finden können.
Die Antwort laute Nein – es sei denn, folgende Aussage treffe zu:
Wir Menschen haben einen Sinn, etwas zu erschaffen, das über uns hinauswächst.”
Als Vertreter des Konstruktivismus geht Lay davon aus, dass nichttriviale Dogmen keinen Wahrheitsgehalt beanspruchen können - was ihn zur weitgehenden Ablehnung der herkömmlichen katholische Theologie führte, insbesondere des Trinitarismus (Ein Gott - Drei Personen) und der Erbsünde. Lay distanziert sich von der theologischen Sprache, der er intellektuelle Unredlichkeit vorwirft, und beansprucht das Recht, mit wissenschaftlichen Methoden an Fragestellungen heranzugehen, die von Theologen lediglich als Gegebenheiten dargestellt würden.
Bei dem Gegenstand der Theologen handele es sich um ein „Gotteskonstrukt“ – doch könne auch er selbst keinen unanfechtbaren Wahrheitsgehalt seiner Thesen und Aussagen beanspruchen. Lays spirituelle Vorstellung hat pantheistische Züge; anstelle von Gott spricht er vom „Göttlichen“ (das Göttliche erweise sich in der Liebe). Bei aller Kritik an Inhalten der kirchlichen Theologie und ihrer Dogmatik bestätigt er die Beobachtung, dass unsere ‘Informationsgesellschaft’ im Laufe der letzten 20 Jahre zwar an Komplexität gewonnen, aber zugleich an Orientierung verloren habe. Diese Orientierung war stets ‘von außen verordnet’ worden; mit dem Ausbleiben dieser Impulse sei eine Art ethisches Vakuum eingetreten
‘Warum fällt es uns persönlich so schwer, uns selbst eine Orientierung zu geben - in einer orientierungslos gewordenen Welt?’ Dies ist eine der zentralen Fragen, auf die Rupert Lay vor 15 Jahren (1997) eine Antwort zu geben suchte. Die Aktualität seiner Ausführungen und Warnungen hat seit dem nicht gelitten, ganz im Gegenteil. Ein Teilaspekt lag schon damals in der zunehmenden Komplexität und Vielfalt der jeden von uns umgebenden Welt, die wir nur selektiv wahrnehmen können. Die Menge der aufzunehmenden Signale hat stetig zugenommen, nicht aber die Fähigkeit der Menschen, die Fülle dieser Signale und Informationen zu verarbeiten - und zugleich eigene, eindeutige Signale auszusenden.
“Die Alexithymie 1) (‘Stummheit der Seele’) ist die Krankheit unserer Zeit geworden.”
"Unser Verhältnis zur Welt wird immer unübersichtlicher."
Resultierend ist unser Leben weniger eindeutig, als es für frühere Generationen war. Wir haben die Qual der Wahl (oder umgekehrt) aus verschiedensten Informationen, Optionen und auch Wahrheiten - kaum ein Thema unseres Lebens ist über Trivialitäten hinaus noch eindeutig.
Schon der Begriff Informationsgesellschaft ist potenziell ein Armutszeugnis: Für Lay impliziert sie eine "Inhumanität, die greusslich ist". Eine Gesellschaft, deren Lebensbereiche von Informations- und Kommunikationstechnologien durchdrungen und dominiert sind, verführt dazu, den Sinn des eigenen Daseins ausschließlich noch über den Gebrauch und die Optimierung solcher Technologien zu definieren.
Beobachten wir nicht genau diese Tendenz in der heutigen Zeit, wo die private Lebensbeichte in Social Netzworks für viele zu einem selbstverständlichen ToDo geworden ist? Ein Zerfall von Werten, dem womöglich ein Sinn-Zerfall folgt?
Da Lay diesen Vortrag vor etwa 15 Jahren hielt, hatte dieser beinahe prophetischen Charakter. Definiert man Werte als Vorstellungen über Eigenschaften (Qualitäten), die Dingen, Ideen, Beziehungen u. a. zugewiesen, so ist inzwischen zumindest ein weitreichender Wandel der Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft eingetreten, der sich meiner eigenen Empfindung nach als Verflachung zeigt.
Allerdings unterscheiden sich die erlebten Werterfahrungen von Generation zu Generation erheblich. Rupert Lay erklärt einen Menschen für dumm, der nicht über die Qualitäten seines Gewissens Bescheid weiß und seine Gewissheiten (und Dogmen) für Wissen hält. Anstatt alles kritiklos und unreflektiert zu übernehmen, was uns von Medien und Eliten vorgesetzt wird, erachtet Lay ein als Biophilie bezeichnetes Ethos für erstrebenswert. Diese Gesinnung zielt darauf ab, unser Leben in allen seinen Dimensionen (physisch, psychisch, sozial, musisch, sittlich...) zu erhalten und zu entfalten.
Auch wenn ich diese ethische Orientierung noch nicht in sämtlichen Bereiche erfasse, leuchtet spontan ein, dass ein allein auf Mainstream-Inhalte begrenzter Fokus zwangsläufig das Verkümmern in mehr als einer von diesen Dimensionen bewirkt.
Lay betont, dass jede Sinnfrage nur individuell zu beantworten sei. So etwas wie einen kollektiven Sinn gebe es nicht (wohl aber ein kollektives Ethos).
Vielleicht liegt darin der bedeutsamste Hinweis in Lays Vortrag: Jeder Mensch hat das Privileg und zugleich die Verantwortung, aus der Fülle von Impulsen und Optionen eine persönliche Auswahl zu treffen und aus dieser die für ihn maßgebliche Zielorientierung und Sinngebung zu entwickeln.
Auf den ersten Blick erscheint dies als Selbstläufer, denn wir alle gehen in dieser Weise selektiv vor…zwangsläufig. Und doch bleibt es uns überlassen, ob wir uns mit der Befriedigung ‘profaner’ Bedürfnisse begnügen oder ob wir darüber hinausgehend Zeit und Mühe aufwenden, um diese Sinngebung für uns selbst vollziehen.
Anmerkungen
1) Alexithymie oder Gefühlsblindheit ist eigentlich ein Begriff aus der der psychosomatischen Krankheitslehre. Er benennt die Unfähigkeit von Patienten mit somatisierten Beschwerden, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und sie in Worten zu beschreiben. Betroffene werden als phantasiearm und funktional beschrieben; sie halten ihre Beschwerden für rein körperlich, schweigen zu seelischen Fragen und blicken insoweit über den physischen (‘materiellen’) Tellerrand nicht hinaus. Lay verwendet diesen Begriff als Analogon auf die Defizite der heutigen Gesellschaft.
Sonntag, 2. Dezember 2012
Sind wir, was wir denken?
Über die erneut aufgegriffene Fragestellung –‘Leben wir in einer virtuellen Realität?’ habe ich im Zusammenhang mit der Filmtrilogie ‘Matrix’ bereits einige Überlegungen zusammengestellt, und zwar hier. Im Grunde genommen geht es dabei um das Wesen der von uns wahrgenommenen Wirklichkeit.
Die Idee einer virtuellen Realität bringen uns auch Filme wie The 13th Floor aus dem Jahr 1999 näher, der auf dem Roman Simulacron_3 des US-amerikanischen Autors Daniel F. Galouye basiert:
Der Programmierer Hannon Fuller hat eine lebensechte Simulation von Los Angeles im Jahr 1937 erzeugt, welche im 13. Stock einer Computerfirma auf Servern läuft. Darin kann man sich einklinken und bei vollem Bewusstsein mit dieser virtuellen Welt und ihren computergenerierten Spielfiguren interagieren.
Nachdem Fuller bei einer Barkeeper-Spielfigur namens Ashton eine Nachricht für seinen Freund und Assistenten Douglas Hall hinterlassen hat, wird er ermordet. Der Verdacht fällt auf Hall, der sich selbst in die Simulation begibt, um den Fall aufzuklären. Dort stößt er auf Ashton, der die Nachricht gelesen und das geografische Ende der Simulation gesehen hat und dadurch die Natur seiner Existenz in Frage stellt. Er klagt Douglas der Gedankenmanipulation an (“Why are you fucking with our minds?“) und bedroht ihn. Douglas Hall kann jedoch in seine Gegenwart flüchten.
Durch den zunehmenden Einfluss des Spiels beginnt allerdings auch Douglas immer stärker an seiner eigenen Existenz zu zweifeln. Schließlich entdeckt er, dass er selbst auch in einer Simulation lebt. Unterstützung bekommt er von der mysteriösen Schönheit Jane Fuller, Hannons Tochter, welche seine Lebensängste bestätigt: auch die vermeintlich ‘echte’ Welt ist eine Simulation. (Vgl. Wikipedia)
Douglas erkennt:
“Nichts von alldem hier ist real. Wenn jemand den Stecker auszieht, dann verschwinde ich. Und nichts, was ich jemals sage…nichts, was ich jemals tue, wird von Bedeutung sein.”
Trübe Aussichten…im ungünstigsten Fall wären wir also nur programmierte Scheinwesen innerhalb eines riesigen Computerprogramms. Die Simulation müsste immerhin so perfekt sein, dass die virtuellen Bewohner zwar Bewusstsein besitzen, aber nicht bemerken, dass sie nur innerhalb einer virtuellen Umgebung existieren und ein Teil von ihr sind. Es wird ihnen (bzw. uns?) daher kaum je gelingen, den Beweis oder Gegenbeweis hierzu anzutreten.
In einem Kurzessay (pdf, 2 S.) , enthalten im SdW–Sonderheft 2012_03 (Parallelwelten) werden bekannte und einige für mich neue Überlegungen zum Für und Wider solcher Spekulationen skizziert. Würde unsere Welt eine Art Matrix, also Computerprogramm darstellen, dann müsste es auch Fehler geben – vermutlich etwas komplexerer Natur als ein Deja Vu mit schwarzen Katzen.
Notwendige Merkmale der Programme ‘Universum 4.0’, das vielleicht durch ein Add-On ‘Menschheit 0.5’ ergänzt wurde, werden in dem Essay so beschrieben:
Manche Untereinheiten des Programms werden durch den Programmablauf erst geschrieben. Einige von ihnen entwickeln vielleicht sogar Bewusstsein, genauer: Sie produzieren Output, den ihresgleichen ebenso wie der externe Beobachter ohne weiteres als Äußerung von Bewusstsein akzeptieren.
Dies leuchtet ein, denn im Interesse einer gewissen Flexibilität muss es möglich sein, den Programmcode partiell anzupassen und zu erweitern. Ach ja, die intelligenten Wesen, welche die Programmierung übernommen haben, nennt der Autor der Einfachheit halber ”Götter”.
Er vertritt die Auffassung, jene Götter müssten über ungeheuer viel Zeit und Energie
verfügen – weil sie imstande seien, einen Urknall und anschließend einen bislang knapp 14 Milliarden Jahre anhaltenden Prozess in aufrecht zu erhalten, in dessen Verlauf Hunderte Milliarden ganzer Galaxien entstehen, von denen jede wiederum eine Unzahl von Sternen beherbergt.
Das Zeitempfinden dieser Götter wird sich von unserem unterscheiden: “Milliarden Jahre sind für sie wie ein Tag”. Denn für sie wird das programmierte Universum in einem überschaubaren Zeit ablaufen; sonst macht das Vorhaben wenig Sinn.
Muss der Urknall, vorausgesetzt es hat überhaupt eine solche Singularität gegeben, wirklich stattgefunden haben? Ist es nicht auch denkbar, dass uns, den relativ eigenständigen Figuren der Simulation, nicht bloß durch geeignete Konstellationen ein so umfangreicher Prozess vorgegaukelt wird?
Wie dem auch sei, die Simulation könnte ein ‘Experiment von Göttern’ sein, mit dem sie unterschiedliche Verläufe durch die geringfügige Veränderung bestimmter Anfangsbedingungen (z.B. die Naturkonstanten) untersuchen. Vielleicht wollen sie ermitteln, unter welchen Bedingungen welche Zivilisation mit verschiedenen physiologischen und technischen Möglichkeiten sich entwickelt.
Für uns ließe sich dadurch einleuchtend beantworten, weshalb grundlegende Naturkonstanten wie Lichtgeschwindigkeit, Elementarladung, absoluter Temperatur-Nullpunkt u.v.a.) genau die Werte haben, die unsere Existenz begünstigen, wenn nicht erst ermöglichen. Zudem tragen Naturkonstanten erheblich dazu bei, Ordnung in unser Verständnis des Universums zu bringen.
Kleinste Abweichungen würden wohl eine völlig andere Welt ergeben, sagen Fachleute und sprechen vom anthropischen Prinzip, das in mehreren Varianten bzw. Abstufungen formuliert wurde:
- Allgemeines AP: “was wir zu beobachten erwarten können, muss eingeschränkt sein durch die Bedingungen, welche für unsere Gegenwart als Beobachter notwendig sind.”
- Schwaches AP “wir müssen vorbereitet sein, die Tatsache in Betracht zu ziehen, dass unser Ort im Universum in dem Sinne notwendig privilegiert ist, dass er mit unserer Existenz als Beobachter vereinbar ist.”
- Starkes AP “das Universum (und deswegen die fundamentalen Parameter, von welchen es abhängt) muss derart sein, dass es die Entstehung von Beobachtern in ihm in manchen Phasen erlaubt.”
Das schwache AP sei zwar unwiderlegbar, heißt es in dem o.a. Essay weiter, aber unbefriedigend, denn es liefere keine einleuchtende Antwort auf die Frage, warum es uns überhaupt gibt. Ist es denkbar, dass wir nur deshalb existieren, weil die Götter ‘ein interessantes Programm zu sehen wünschen?
“Die Welt ist ein gigantischer Big-Brother-Container, und die Götter beobachten feixend unser Treiben durch eine Zeitlupe.”
Übrigens hätten die Götter sich früher selbst in Menschengestalt in die virtuelle Welt einklinken müssen, um deren Output zu beobachten. Nachdem aber verschiedene unter ihnen, namentlich Zeus, durch ihr unprofessionelles Verhalten den Zweck des Experiments gefährdeten, sei dieser interaktive Zugang abgeschafft worden…
Auch jene Entwickler folgten vermutlich dem ökonomischen Prinzip und betrieben nur so viel Aufwand wie nötig. Von daher dürfen wir davon ausgehen, dass unsere Welt eine Vereinfachung der echten ist. Die theory of everything, nach der unsere Physiker intensiv forschen, sei schon Bestandteil der ersten Entwurfsskizze für das Programm unserer Welt. Sie basiere auf einfachen Grundprinzipien, weil niemand die Welt komplizierter gestalten wollte als erforderlich.
Das Kausalitätsprinzip (Ursache und Wirkung) ist dann vermutlich eine Programmschleife, die einen für die Beobachter höchst langweiligen Stillstand wirksam ausschließt.
Tatsächlich kann man die Simulationsthese, so spekulativ sie auch sein mag, dazu verwenden, bislang unverstandene Phänomene zu erklären: Begrenzungen, wie z.B. der Lichtgeschwindigkeit oder der Lebensdauer von Individuen dienen der Vereinfachung. Möglich, dass die echte Realität der ‘Götter’ deutlich komplexer ist; doch eine programmierte Welt kann nicht beliebig komplex ausfallen.
Auch die gesamte Quantenmechanik erweist sich vielleicht als ein Programmiertrick. Hinter der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation lasse sich verbergen, dass die Götter unsere Welt nur mit beschränkter Genauigkeit repräsentieren – eine zwingende Notwendigkeit:
Eine unvereinfachte Darstellung der Welt – irgendeiner Welt – könnte aus prinzipiellen Gründen nicht kleiner sein und auch nicht schneller ablaufen als die Welt selbst.
So aber halte der Weltcomputer für Ort und Impuls jedes Elementarteilchens zusammen nur eine beschränkte Anzahl von Speicherplätzen (Dezimalstellen) bereit.
Muss die eine Größe sehr genau dargestellt werden, bleibt für die andere entsprechend weniger Speicherplatz übrig. Fehlende Dezimalstellen werden bei Bedarf mit dem Zufallszahlengenerator aufgefüllt. Gott würfelt nicht? Er lässt würfeln!
Wie jedes große Programm der Code für den den Lauf unserer Welt nicht fehlerfrei. Zudem ist der Speicherplatz zwar gewaltig, aber nicht unbegrenzt. Auch die Eigendynamik, die von manchen Spielfiguren entwickelt wird, kann zu unerwünschten Verläufen führen. Folglich werden ab und an Korrekturen des Programms unausweichlich.
Denkbar wäre auch, wir oder andere, uns unbekannte Figuren im künstlichen Kosmos technische Fortschritte machen, die an den Rand der simulierten Welt führen. Ein Reset (von uns wohl als ‘Sintflut’ bezeichnet) dagegen ist unerwünscht, deshalb kommt es darauf an, Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu bereinigen, bevor es zu dramatischen Auswirkungen kommt:
“Gibt es die kleinen Variationen des kosmischen Mikrowellenhintergrundes erst, seit die Götter sie Hals über Kopf einprogrammiert haben, weil wir so intensiv danach suchten, dass wir andernfalls auf eine Unstimmigkeit in der Programmierung der Welt gesucht hätten?”
Um die Spekulation etwas weiter zu treiben: Existieren womöglich Korrekturprogramme nach dem Zuschnitt eines Agent Smith, die weniger das Umfeld, als die Verhaltensdynamik der Spielfiguren beeinflussen?
Geht die Simulation über den Tod hinaus?
Hat man realisiert, dass man Teil einer Simulation ist, besteht der nächste logische Schritt vermutlich darin, möglichst viel über die Motive der Simulationsbeherrscher in Erfahrung zu bringen. Ich habe zwar keine Idee, wie das funktionieren könnte, solange die ‘Götter’ nicht erkennbar mit den Simulationseinheiten interagieren. Grundsätzlich ist jedoch es denkbar, die Regeln und Ziele der Weltsimulation anhand ihrer Merkmale und Mechanismen zu erkennen.
Gerade wenn man darauf spekuliert, dass die Simulation nach dem Tod weiter geht, sähe man sich mit diesem Wissen der Versuchung ausgesetzt, die eigene Zukunft im entsprechend der Betreiber-Interessen zu gestalten.
Als Belohnung für ein zielorientiert-angepasstes Simulationsdasein würde der Aufstieg in den Simulationslevel ‘Paradies’ erwartet – vorausgesetzt, die moralische Intention (bzw. das Unterhaltungsinteresse) der ‘Götter’ wurde korrekt interpretiert. Würde man diese neue Form von Opportunismus konsequent betreiben, käme das Resultat einer Selbstaufgabe gleich – bzw. auf ein Dasein als Furby mit ein paar intellektuellen Skills.
Ähnlichkeiten mit dem religiösen Gebaren einzelner Sekten und Splittergruppen ist sicher zufällig. Jedenfalls kann ich mir intaktere und vielversprechendere Lebensentwürfe vorstellen.
Träfen solche Spekulationen über die zeitliche Unbegrenztheit der Weltsimulation zu, würden die Unterscheidungsmerkmale zwischen der biologischen und einer berechneten Realität verschwimmen. Ob sie es mit Gott oder Simulationsherrschern zu tun haben, könnte für das Wirklichkeitskonzept der Erschaffenen ebenfalls unterschiedslos werden. Auch dass es sich um die Nachbildung einer Wirklichkeit handelt, hat keine Relevanz, wenn nur die eine wahrnehmbare Realität existiert.
Was ist dran an der Simulationsthese?
Ignorabimus – Wir werden es nicht wissen, heißt es dazu abschließend in dem o.a. Essay. Für meinen Teil lehne ich diese These als schädlich ab, weil sie dazu verführt, unsere Eigenverantwortung weniger ernst zu nehmen oder ganz zu verdrängen. Ist es zudem vorstellbar, alle menschlichen Gedanken, Empfindungen sowie sämtliche soziale Interaktionen zu simulieren? , wie wir sie empfinden.
Zumindest erlaube ich mir die Vermutung, dass ich selbst (d.h. mein Bewusstsein und hoffentlich auch meine Erinnerungen) ‘echt’ ist, dem Prinzip “Cogito ergo sum” folgend. Inwieweit aber die vermutete Außenwelt um mich herum einer Einbildung oder Projektion entspringt, ist schwer einschätzbar.Wie bereits dargelegt, hätte eine Computer-Simulation des Universums zwangsläufig ihre Grenzen. Eben diese Begrenztheit müsste anhand der ablaufenden physikalischen Prozessen auffindbar sein. Viel wahrscheinlicher ist m.E., dass wir selbst infolge unserer nachweislich begrenzten Wahrnehmung eine Projektion erstellen, welche die Wahrneh-mungselemente zu einer in sich kohärenten Realität integriert.
Dass diese Projektion begrenzt ist, liegt nahe – insoweit wäre es auch nicht allzu verwunderlich, wenn die Wissenschaft scheinbare Grenzen unserer Realität finden würde. Mit typisch menschlicher Arroganz würde darin ein Beleg für die Simulationsthese gesehen – anstatt einsichtsvoll die eigene Begrenztheit zu konstatieren.
Wenn aber unser Bewusstsein unsere Realität erst erschafft, könnte sich der etwas weiter oben beschriebene Opportunismus – mit dem Ziel, dem vermuteten Simulationsherrscher in der Außenwelt zu gefallen – als schlichtweg fatal erweisen.
“Angst vor der allmächtigen Gehirn-Kopie”
…ist der Titel eines SPIEGEL-Betrags vom 2.4.2012. Darin wird über das umstritten Vorhaben berichtet, intelligente Computer nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns zu entwickeln. Würde dies jemals gelingen, wären die Folgen für die Menschheit unabsehbar. Diese Computer würden letztlich einem einzigen Zweck dienen, nämlich das menschliche Gehirn in allen Aspekten nachzubilden bzw. zu simulieren. Zumindest zwei davon wollen diese gigantische Aufgabe schon in wenigen Jahren bewältigt haben.
Sozusagen als Vorstufe davon beabsichtigt Cognitive Computing Group des Computerkonzerns IBM, in Kooperation mit amerikanischen Universitäten ein System zu entwickeln, das ähnliche kognitive Fähigkeiten besitzt wie das menschliche Gehirn.
Für ca. eine Milliarde Dollar soll es möglich sein, “Modell des menschlichen Gehirns bauen, so gut wir es eben verstehen”.
Solche Vorhaben sind erschreckend, wenn man sich die Konsequenzen für den Erfolgsfall ausmalt. Die Mensch- bzw. Gehirn-Simulation hätte uns Menschen einiges voraus (Zugriff auf Daten, Speicher-Kapazität usw. und würde sicherlich behaupten, ein bewusstes Individuum zu sein.
“Demzufolge müsste man sich Gedanken darüber machen, ob ein solches Kunstgehirn Rechte hat. Es würde sich als Mensch fühlen, Schmerz empfinden können, Ziele haben, ein Leben führen wollen.”
Die eigentliche Absicht, die hinter diesem Vorhaben steht, kann ich nur als unvertretbar bezeichnen – besonders in Bezug auf das Human Brain Project des südafrikanische Neurowissenschaftlers Henry Markram: Dieser will bei seiner Simulation allen Ernstes Geisteskrankheiten erzeugen oder die Entstehung von Alzheimer nachstellen.
Ist es vom ethischen Standpunkt aus akzeptabel, ein ‘Maschinengehirn’ vorsätzlich erkranken zu lassen – ohne dessen Zustimmung. Je nach Rechtslage (die vermutlich erst durch neue Gesetze definiert werden müsste) hätte eine solche Simulation unveräußerliche Rechte!
Als Folge solcher Experimente könnte es eines Tages möglich sein, Teile des Gehirns durch Chips zu ersetzen, bis das Bewusstsein schließlich komplett in einen Computer übergeht.
“Auf diese Weise könnte jemand tatsächlich seinen biologischen Tod überleben. Dies wirft weitere Fragen auf: Würden die Erben eines virtuell Unsterblichen leer ausgehen, oder wäre ein solcher Maschinengeist rechtlich gesehen kein Mensch und könnte deshalb keinerlei Rechte geltend machen?“
Die Formulierung ‘Gnade der späten Geburt’ erlangt so eine völlig neue Bedeutung.-
Gedicht “Schöpfergötter (Simulation)”
Das nachdenkliche Gedicht “Schöpfergötter (Simulation)” habe ich auf dielyriker.de gefunden:
Für einen Schöpfer ist's ein Spiel,
mit dem, was er da simuliert.
Er macht es gern und mit Gefühl,
mit Regeln, die er auch einführt.
Auch wenn es nur Simulation,
so lebt doch jede Spielfigur
und die Figur erkennt dann schon,
Erkenntnis, das ist Leben pur.
Die Figur, die zum Schöpfer blickt,
glaubt ihren Gott in ihm zu sehen.
Den Gott, der sie stets lenkt geschickt,
in dessen Reich wolln sie eingehen.
In einem Spiel, das nicht verloren,
fühln sich Figuren Göttern gleich.
Durch sie wird auch ein Spiel geboren,
in dem sie Gott im Himmelreich
Ein Gott wird so durch Gott erzeugt.
doch er bleibt nur Figur des Spieles.
In dem er sich vor Göttern beugt,
erklärt er sich dann gläubig vieles.
Es schließt sich so der Kreis der Spiele,
durch Schöpfermacht im Weltenlauf.
Von Schöpfergötter gibt es viele,
drum hört das Kreisen niemals auf.
Samstag, 25. August 2012
Unsterblichkeit der Seele? Platons Phaidon
Ein Dialog über das Wesen der Seele und die Ewigkeit
Auf ein einzelnes der vielen philosophischen oder theologischen Konzepte von Unsterblichkeit und ewiger Existenz der (menschlichen) Seele vermag ich mich nicht festzulegen – an der Hoffnung auf dieses Weiterexistieren der Seele halte ich dennoch unbedingt fest.Mein persönlicher Grund für dieses Hoffen ist fast banal: Die Vorstellung, für das Selbst – zu dem insbesondere Bewusstsein und Erinnerung zählen – gebe es kein 'Danach', impliziert für mich zu einer völligen Sinn- und Ziellosigkeit des menschlichen Daseins. Anders ausgedrückt: In der Einseitigkeit dessen, was die Mehrzahl der Menschen in ein paar Jahrzehnten irdischen Daseins veranstaltet, entdecke ich plumpen Selbstzweck, naturalistisches Sich-Reproduzieren, maximierte Konsum- und Sinnlichkeitserfahrung sowie die selbstgefälligen Erfolgserlebnisse einzelner Alphamännlein und –weiblein, aber ganz sicher weder Sinngebung noch Vollendung.
Nun hat es manchmal den Anschein, als sei die Frage nach dem Tod, der Beschaffenheit des Jenseits und 'was dann aus uns wird', nahezu ausschließlich die Domäne der um die "Wahrheit" konkurrierenden Religionen. Diese (vor allem die drei großen monotheistischen Religionen) haben entscheidende Nachteile:
- ein kompetitives Entweder-/Oder-Denken:
Religionen versuchen uns mit mehr oder weniger drastischen Drohgebärden einzuschärfen, an ihre jeweilige Version vom Weiterleben der Seele seien Bedingungen geknüpft …die natürlich nicht von den den Religionsstiftern oder ihnen nachfolgenden Klerikern, sondern unmittelbar von Gott stammen sollen.
- ein Exklusivitätsanspruch, demzufolge die große Mehrzahl aller Menschen (nämlich alle jeweils "Ungläubigen") entweder im dunklen Nichts der Vergessenheit oder in niemals endenden Höllenqualen endet.
Platons Phaidon – der Dialog des Sokrates über Wesen und Unsterblichkeit der Seele
Der Gedanke, die Seele sei unsterblich, ist kein exklusives Produkt im Portfolio der maßgeblichen, oft monokausal auf einen übernatürlichen Schöpfer ausgerichteten Religionen - wir treffen ihn schon bei den frühen Philosophen an:
Der Phaidon ist ein zwischen 385 und 378 v. Chr. entstandener Dialog des griechischen Philosophen Platon. Dieser schildert im Phaidon das letzte Zusammentreffen des Sokrates mit seinen Freunden vor dessen bevorstehender Hinrichtung. Gegen Sokrates war das Todesurteil verhängt worden, weil ihm ein verderblicher Einfluss auf die Jugend sowie die Missachtung der damaligen Götter zur Last gelegt worden war.Auf die Bitte des Pythagoreers Echekrates berichtet Phaidon von den letzten Stunden des Sokrates und von dem letzten Gespräch: der Argumentation vom Fortleben der Seele. Phaidon selbst gründete nach Sokrates' Tod eine Philosophenschule in Elis.
Im Mittelpunkt des Phaidon steht auch die Ideenlehre (s.u.) des Platon.
- Den ins Deutsche übersetzten Text des Phaidon findet man beispielsweise hier (PDF) in einer überarbeiteten (leicht zu lesenden) Fassung oder auf Zeno.org. Zum Erstaunen seiner Freunde habe Sokrates im Angesicht des bevorstehenden Todes tapfer und "ganz glücklich" gewirkt. So habe Phaidon zwar Trauer empfunden, aber auch die Zuversicht, sein Freund werde begnadet und mit "einzigartigem Wohlbefinden in die Unterwelt eingehen".
Tod und Reinigung der Seele
Sokrates erklärt, der Tod für den Philosophen keinen Schrecken; er selbst gehe dem "nicht unwillig" entgegen. Jede Form von Suizid lehnt er indessen aufgrund eines aus göttlichen Geheimlehren ersichtlichen Verbotes ab: die Menschheit sei als "eine der Herden der Götter" zu betrachten und jeder einzelne in einer Festung (dem Körper) gefangen, aus der er sich nicht selbst befreien dürfe. Andernfalls drohe womöglich eine Bestrafung.Auch Sokrates betrachtet die Menschen als Eigentum von weit über ihm stehenden, göttlichen Wesen. Obgleich dem Gedanke, mir nicht selbst zu gehören, etwas Beängstigendes (auf Gedeih und Verderb meinem 'Eigentümer' ausgeliefert zu sein) anhaftet – hier geht es vor allem darum, dass der Hüter der Herde am besten wisse, was gut für sie ist.Dennoch, der Tod als solcher sei erstrebenswert und Todessehnsucht daher verständlich, sogar begrüßenswert. Widerspruch und Unverständnis seitens Kebes und Simmias bewegen Sokrates dazu, seine Auffassung zu erläutern.
„… wenn ich nicht glaubte, zuerst zu andern Göttern zu kommen, die auch weise und gut sind, und dann auch zu verstorbenen Menschen, welche besser sind als die hiesigen, so täte ich vielleicht unrecht, nicht unwillig zu sein über den Tod. Nun aber wisset nur, dass ich zu wackeren Männern zu kommen hoffe.“Der Tod verschaffe der Seele die lange gesuchte Unabhängigkeit, denn bei seiner Suche nach tiefen Erkenntnissen behindere der Körper den Philosophen: Sinneseindrücke vermitteln keine objektiven, sicheren Informationen und können den Verstand vielmehr täuschen. Ebenso sind körperliche Bedürfnisse und Triebe störend auf dem Weg zur wahren Erkenntnis.
Mehr noch: der Körper sei eine regelrechte Last; der Philosophen solle ihm nur das Nötigste zugestehen.
“Selbst im Krieg, beim Aufruhr und in Kämpfen, haben wir es nur mit dem Körper und seinen Begierden zu tun. Denn in allen Kämpfen geht es um den Besitz von Geld und Gut, die wir für unser leibliches Wohl haben wollen.Nur Vernunft lässt das Erkennen und Verstehen der Wirklichkeit zu - während Furcht, Liebe, Angst und alle übrigen Empfindungen dieser Erkenntnisgewinnung im Weg stehen. Folglich ist ein Philosoph gut beraten, seinen Körper von diesen störenden Einflüssen fernzuhalten.
Weil uns diese Dinge so vereinnahmen, fehlt es uns an Muße, Philosophie zu betreiben.”
Mit dem Ableben des Körpers hat es damit ein Ende: durch den Prozess des Sterbens erfolgt die Trennung der Seele vom Körper, sie wird von den letzten Fesseln des Leibes befreit und ist nun "für sich allein".
Dies ist für einen Philosophen - als 'Freund der Weisheit' - der Idealzustand:
"Wenn wir je etwas rein erkennen wollen, müssen wir uns von ihm befreien,(Der Tod als Instrument, um kritische Distanz zu all den Einflüssen, denen die Lebenden mit ihren Trieben, Bedürfnissen und Befindlichkeiten ausgesetzt sind? Kann man so sehen, nur stelle ich mir den 'entkleideten' Erkenntnisprozess innerhalb der als Ewigkeit bezeichneten Dimension auf die recht einseitig vor, wenn nicht sogar schal.)
und allein mit der Seele die Dinge an sich anschauen."
Insoweit sei es töricht, sich vor dem Tod zu fürchten. Erst nachdem diese Schwelle überschritten sei, lasse sich im Jenseits die endgültige Wahrheit finden.
Ohne anmaßend sein zu wollen, scheint es mir doch, als werde hier ein Aspekt übersehen: Bergen nicht auch die so sehr von Sokrates verachteten Erfahrungen und sinnliche Freuden (in Maßen genossen) wesentliche Impulse für den Versuch, die (gesamte) Wirklichkeit zu erfassen? Die Götter, die ‘ihrer Herde’ alles Gute und Notwendige angedeihen lassen, würden die Mitglieder dieser Herde kaum grundlos einem solchen ‘Gefängnis’ ausliefern…
Sokrates mahnt auch zur Besonnenheit, die für mich freilich implizieren würde, sowohl Körper und Sinne als auch Verstand und Seele in einem fortwährenden, fraglos schwierigen Balanceakt gleichermaßen zu ‘nutzen’, um Erkenntnis und Weisheit zu gelangen.
Hören und Sehen versetzen den Menschen überhaupt erst in die Lage, über komplexe Fragestellungen nachzudenken.
"Wenn einer ungeweiht und uneingeweiht im Hades ankommt, so wird er dort im Schlamm zu liegen kommen. Der Geläuterte aber und der Geweihte, wird nach seiner Ankunft dort bei den Göttern wohnen…"
Beweise für die Unsterblichkeit der Seele?
Die bisherigen Überlegungen und Annahmen des Sokrates setzen freilich einen entscheidenden Umstand als unumstößliche Tatsche voraus: Mit dem Tod stirbt allein der Körper, doch die Seele bleibt als Einheit erhalten. D.h. sie unterliegt auch nicht der Reorganisation wie die elementaren Bausteine des materiellen Körpers.Dies dürfe man eben nicht einfach voraussetzen, wenden Freunde und Schüler des Sokrates ein – sonst bleibe von dem bisher Gesagten nicht mehr als eine schöne Hoffnung. Vielmehr bedürfe es "überzeugender Gründe und Beweise dafür, dass die Seele nach dem Tode des Menschen noch existiert und dass sie dann noch Kraft und Einsicht besitzt."
(Hier liegt für mich der bedeutsamste Knackpunkt, weswegen ich mich nicht auf dem Markt der religiösen und spirituellen Wettbewerbe für eines der angepriesenen 'Produkte' entscheiden mag: Solange diese Eingangsvoraussetzung nicht abschließend geklärt ist - was in Ermangelung von Rückmeldungen aus dem Hades weiterhin schwer fallen dürfte - sehe ich keinen Nutzen darin, meinen Fokus zu verengen und mir damit weitere wertvolle Denkimpulse vorzuenthalten. Besonders angenehm ist dies nicht, denn ich empfinde das Fehlen einer geistigen/geistlichen Heimat durchaus als Defizit.)
Auch Sokrates empfindet zwar Hoffnung auf Erlösung und Zuversicht in Bezug auf seinen Weg ins Jenseits, aber keine absolute und unwiderlegbare Gewissheit. Auch deswegen widmet sich er sich nun intensiv einer Beweisführung für die Unsterblichkeit der Seele.
(1) Werden aus dem Gegensätzlichen’ und der Kreislauf des Lebens
Hier wird angenommen, dass Gegensätzliches einander hervorbringt: Wo immer Gegensätze bestehen (warm - kalt, Gutes – Schlechtes, Licht – Finsternis) muss eine Veränderung von einem Zustand in einen entgegengesetzten Zustand erfolgen. Dieses Prinzip des Werden aus dem Gegensätzlichen’ gilt für alles, was wird.Ferner bestehe die Notwendigkeit einer zyklischen Regeneration: Wenn irgendwo ein Mensch oder Tier stirbt, werde an einem anderen Ort ein gleichartiges Lebewesen geboren. Werden und Vergehen, Leben und Tod müssen einen Kreislauf bilden, sonst käme alles zum Stillstand.
"…würde nicht ebenso, lieber Kebes, wenn alles zwar stürbe, was am Leben Anteil hat, nachdem es aber gestorben wäre, das Tote immer in dieser Gestalt bliebe und nicht wieder auflebte, ganz notwendig zuletzt alles tot sein und nichts leben?
Denn wenn zwar aus dem Andern das Lebende würde, das Lebende aber stürbe, wie wäre denn zu helfen, dass nicht zuletzt alles im Totsein aufginge?"
Wirklich einleuchtend finde ich diese Beweisführung noch nicht, jedenfalls nicht in Bezug auf das Weiterleben der immateriellen Seele. Unterstellt man freilich die Unveränderlichkeit der Seele [vgl. (3)], so schließt sich der Kreis des Werdens und Vergehens allen Lebens im 'biologischen' Sinne, wobei die Seele gleichsam als Katalysator an diesem Kreislauf teilnimmt. Aber wie lange?
(2) Wiedererinnerung
Kebes beruft sich auf die die Lehre der Wiedererinnerung: Danach ist Lernen die Erinnerung an etwas, das in einem früheren Leben bereits bewusst war. Folglich müsse die Seele schon vor der Geburt unabhängig vom Körper existiert haben. Sokrates erläutert dies an einem Beispiel:Zwei Steine erscheinen uns gleichgroß – dennoch realisieren wir auf einer nicht-visuellen Ebene, dass sie nicht vollkommen gleichgroß sind. Dies sei nur möglich, da wir den Standard des Gleichgroßen an sich kennen und so Abweichung der Steine von diesem Standard erfassen.
Diesen Standard aber müssen wir lt. dieser Sichtweise schon vor unserer Geburt besessen haben. Daraus folgt für Sokrates: die Seelen existierten schon zuvor, ohne den Körper. Eine solche Präexistenz der Seele besagt indessen noch nicht ihr Existieren über den Tod hinaus.
(3) Die Neigung der Seele zum Ewigen
Zerstörbarkeit beruht laut Sokrates darauf, dass Zusammengesetzte sich wieder in seine kleineren/kleinsten Bestandteile zerlegen lasse. Veränderlichkeit und beobachtete Veränderung ist ein Anzeichen für das Bestehen aus kleineren Bausteinen - Unveränderlichkeit kennzeichnet Unteilbares, also eine unzerstörbare Einheit."Das Gleiche selbst, das Schöne selbst, und so jegliches, was nur ist selbst, nimmt das wohl jemals auch nur irgendeine Veränderung an? Oder verhält sich nicht jedes dergleichen als ein einartiges Sein an und für sich immer auf gleiche Weise und nimmt niemals auf keine Weise irgendwie eine Veränderung an?"Wir erfassen Veränderungen durch Wahrnehmungen, das Unveränderliche dagegen erfassen wir überhaupt nicht und klassifizieren es daher als unsichtbar. Das Unsichtbare bleibe demnach immer gleich, unterliege keinerlei Veränderung und sei insoweit 'unzerstörbar'. So verhalte es sich auch mit der Seele (im Gegensatz zum Körper): sie ist unsichtbar und demzufolge weder veränderlich noch zerstörbar.
Solange sie sich mit der Welt beschäftigt, macht sie von den körperlichen Sinnen Gebrauch - damit ist für Sokrates ein Abstieg der Seele verbunden: für die Dauer des irdischen Lebens ist sie an veränderliche Objekte gebunden und von ihnen abhängig.
Deswegen ist die Seele nur verwandt mit dem Ewigen, sie erlangt ferner die Herrschaft über den Körper. In dieser Funktion sei mit dem Göttlichen vergleichbar, das über sterbliche Lebewesen herrsche. Somit sei die Seele dem Unveränderlichen, Göttlichen, Unsterblichen ähnlich, im Gegensatz zum Körper, der veränderlich und sterblich ist und bleibt.
(4) Seele bedeutet Leben, nicht Tod
Zuletzt argumentiert Sokrates, dass es Träger von Eigenschaften gibt,die aber nicht mit diesen Eigenschaften identisch sein müssen. So ist Feuer nicht identisch mit Hitze, aber ein Träger dieser Eigenschaft. Allerdings würde Feuer könnte niemals Kälte als Eigenschaft besitzen können.
Die Seele hingegen bringe das Leben als notwendige Eigenschaft mit sich. Durch ihre Anwesenheit werde der Körper belebt. Da der Tod dem Leben entgegengesetzt ist, kann die Seele den Zustand des ‘Tot-seins’ niemals annehmen, ohne das zu bleiben, was sie ist. Sie ist zudem unzerstörbar und somit könne die Seele niemals durch den Tod vernichtet werden.
Eine tote Seele wäre ein Widerspruch in sich, da die Seele der Träger des Lebens ist.-
Schließlich sind seine Freunde mit Sokrates einer Meinung und haben keine Einwände mehr (oder verzichten in dieser Situation des nahenden Todes taktvoll darauf, weitere zu äußern?).
Der Dialog endet mit der Schilderung, wie Sokrates sich von seiner Familie verabschiedet und der anschließenden Sterbeszene: Ruhig und gelassen habe Sokrates den ihm gereichten Schierlingsbecher getrunken und in Anwesenheit seiner weinenden Freunde das Eintreten des Todes erwartet. Phaidons Schluss-Satz :
- „Dies, o Echekrates, war das Ende unseres Freundes, des Mannes, der unserm Urteil nach von den damaligen, mit denen wir es versucht haben, der trefflichste war und auch sonst der vernünftigste und gerechteste.“
Die Argumentation des Sokrates ist durchdrungen von dessen tiefer Überzeugung, dass die Seele unsterblich sei. Allein diese Überzeugung, nicht aber die Lückenlosigkeit seiner Beweisführung, lässt ihn voller Zuversicht dem Tode entgegen sehen. Worte wie "Der Tod ist erst der Anfang" könnten auch von ihm stammen.
Unerfreuliche Aspekte des gegenwärtigen Zeitgeistes resultieren aus der zwar oft verdrängten, aber sehr wohl präsenten Wahrnehmung vom Tod als gefürchteter Sensenmann, von dem kaum etwas angenehmes erwarten dürfe. Hier wird der für viele Menschen unbestreitbar leidvolle Sterbeprozess vermischt mit dem Zustand, der sich erst daran anschließt ...und von dem wir in Bezug auf die Seele herzlich wenig Wissen haben.
Aus Angst vor beidem - einem potenziell wochen- oder Monate währendem Sterben sowie der Ungewissheit in Bezug auf den Zustand des Tot-seins - werden stressbehaftete Anstrengungen unternommen, um beides hinaus zu zögern. In angespanntem Lebenshunger wird der materieller Konsum und sinnliches Erleben(wollen) auf bisweilen zwanghaft anmutende Weise ausgeweitet und verlängert, bis die sichtbar begrenzte Lebenszeit dann trotz aller Angestrengtheit unwiederbringlich verronnen (vertan?) ist.
Gelänge es hingegen, den Tod als Freund oder wenigstens als einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Vollendung unseres Daseins aufzufassen, könnte dieser stetige Stress- und Verdrängungszustand eventuell abgemildert werden. Wir würden uns angstfrei auf einen Prozess der Umwandlung einstellen und einlassen können, den wir als vorläufiges Ziel dieses Lebens(abschnittes) betrachteten.
"Angst ist die größte Barriere der eigenen Entfaltung und somit ein Hindernis auf dem Weg zum Ursprung, zu Gott." Stefan von JankovichDas 'unvermeidliche' irdische Leben verkäme dank einer dergestalt modifizierten Perspektive nicht länger zum fragwürdigen Selbstzweck des Überlebens, sondern dient nun der bewussten Vorbereitung "für die Werte des jenseitigen Lebens." Mit der Einschränkung, dass je nach persönlichem Reifegrad zuvor noch einige weitere Übungsrunden (im Sinne der Karma- und Reinkarnationslehre) anstehen könnten.
Auch wenn die von dem griechischen Gelehrten hochgehaltene Todessehnsucht m.E. in der Welt der Lebenden heute meist nicht in Erscheinung zu treten braucht (es mag durchaus begründete Ausnahmen geben wie z.B. unheilbare Krankheiten), dürfen wir uns an dieser Zuversicht des Sokrates ein Beispiel nehmen - unabhängig von unserer eigenen Religion oder Weltanschauung.
Nun, das ist die Theorie. In der praktischen Umsetzung hänge ich noch ein wenig fest: den Tod als unabänderliches Daseinselement und unausweichlichen Zustand fürchte ich nicht mehr, seit ich mich vom römisch-katholischen Konzept der Höllenstrafen distanzieren konnte. Meine Furcht vorm Sterben ist hingegen geblieben, als unbelehrbarer Konsument einer Alltagsdroge (Nikotin) gehe ich nicht von einem notwendigerweise friedlichen Einschlafen aus. Je intensiver ich mich indessen mit Aspekten von Sterben und Tod auseinandersetze (z.B. Patientenverfügung? Organspende?), um so ruhiger bleibe ich innerlich, wenn der Gedanke 'Na, mit mehr 50 Jahren kommst du allmählich auf die Zielgerade' wieder einmal aufkommt.
Anmerkungen
- Platons Ideenlehre ist die neuzeitliche Bezeichnung für die auf Platon (428/427–348/347 v. Chr.) zurückgehende philosophische Konzeption, die Ideen als eigenständige, dem Bereich der sinnlich wahrnehmbaren Objekte ontologisch übergeordnete Entitäten annimmt. Solche Ideen werden zur Unterscheidung vom modernen Sprachgebrauch, in dem man unter „Ideen“ Einfälle, Gedanken oder Leitbilder versteht, „platonische Ideen“ genannt.
Als Urbilder der einzelnen vergänglichen Sinnesobjekte sind sie die Voraussetzung von deren Existenz. Platons Ideenkonzeption steht somit in polarem Gegensatz zur Auffassung, dass die Einzeldinge die gesamte Wirklichkeit ausmachen und hinter den Allgemeinbegriffen nichts steht als das Bedürfnis, zur Klassifizierung der Phänomene Ordnungskategorien zu konstruieren.
Samstag, 9. Juni 2012
UFOs und EBE's – Wahrnehmung im Wandel der Zeit
Nicht mehr als ein "Feuchtbiotop voller Lügen und Halbwahrheiten"?
Welches Rüstzeug benötigt man, um sich mit 'Präastronautik'1) und dem UFO-Phänomen aus kritisch-neutraler Distanz?- Mit naturwissenschaftlicher Empirik alleine gelangt man rasch zu einer ironisch-spöttischen Ablehnung des gesamten Themenfeldes - das ist mir persönlich aber zu wenig.
- Das andere Extrem behagt mir genauso wenig: Im Web balgen sich profitorientierte Autoren (jeder darf sich "Paläo-SETI-Experte" nennen, das ist weder eine geschützte Berufsbezeichnung noch ein akademischer Titel) mit ihren Jüngern um "Artefakte" und "Theorien", welche sich bei näherem Hinsehen als äußerst spekulativ erweisen. Hauptsache, es ist schön bunt und kann sich nicht zur Wehr setzen?
Der schweizerische Philosoph und Sachbuchautor Armin Risi
("Die Kosmologie der altindischen Schriften") nennt als Voraussetzung zum tieferen Verständnis des Paläo-SETI-Phänomens ein "neues, multidimensionales Weltbild, in dem auch die "paranormalen" Aspekte der materiellen Realität Platz haben". In diesem Kontext bemüht Risi exemplarische Stichworte wie Reinkarnation, höhere Dimensionsebenen, mind over matter und Astralenergien bemüht.
Spätestens bei "Astralenergien" stoße ich an die Grenzen meines Weltbildes und ebenso meines Halbwissens - mir bleibt die Freiheit zur selektiven Akzeptanz dessen, was ihm gerade noch plausibel erscheint.
Offenbar verfügten ältesten Hochkulturen über ein Wissen, das diesen Ansprüchen genügt und das deshalb erst heute nach und freigelegt wird.
Kosmologie der altindischen Schriften (Armin Risi)
Die Menschheitsgeschichte der letzten 20.000 Jahre liefert in Verbindung mit den erstaunlich ähnlichen Mythen aller Kontinente Anhaltspunkte, dass Begegnungen mit außerirdischen Intelligenzen vor Tausenden von Jahren stattgefunden haben könnten. Es gehört heue fast zur Allgemeinbildung: Historische Überlieferungen und Legenden - beginnend mit den altindischen („vedischen“) Schriften – berichten von 'Göttern, die vom Himmel kamen'.Bereits 1996 wies Armin Risi in seiner o.a. Abhandlung darauf hin, dass
“…jene Zivilisation, die diese Schriften hervorgebracht hat, über ein fortgeschrittenes Wissen verfügte und mit Selbstverständlichkeit über interplanetarische Reisen, Vimana-Raumschiffe und außerirdische Zivilisationen sprach.”Der vorliegende Text greift 'interplanetarische und interdimensionale Kontakte' der Vergangenheit auf und sucht nach möglichen die Parallelen zum gegenwärtigen UFO-Phänomen? Lt. Risi besagen die mehr als 5500 Jahre alten vedischen Quellen sehr klar, dass die Menschen der früheren Zeiten Kontakt zu außerirdischen Wesen hatten. Allerdings seien diese Kontakte untrennbar verbunden mit einem philosophischen bzw. spirituellen Zugang, welcher den meisten Menschen heute verschlossen ist.
Die Veden allein auf ‘Präastronautik’, UFOs und leuchtende Spektakel am Nachthimmel reduzieren zu wollen, würde lediglich von Ignoranz zeugen.
- Eine ausführliche Einführung zu den vedischen Schriften findet sich beispielsweise hier.
Der größte Teil dieser aus insgesamt sechs vedanga-s (Gliedern) bestehenden Schriften, geschrieben in Sanskrit, befasst sich mit geistigen und religiösen Themen (Selbstverwirklichung, Wesen des Seins, Gotteserkenntnis, aber auch Kriegskunst und wissenschaftliche Angaben), worin zugleich ein wichtiger Hinweis auf die Prioritäten dieser Kultur darstellt.
Das Wort Sanskrit in Devanagari-Schrift
“Weniger bekannt sind jene Teile, die sich mit dem Aufbau des Universums und mit Sankhya, einer Art multidimensionalen Physik, befassen. Die Purana-Kosmologie enthält Informationen über die Entstehung des Universums, die erst im 20. Jahrhundert wieder herausgefunden wurden, zu einem großen Teil aber noch unentdeckt sind oder bestritten bzw. verheimlicht werden,…”
Allein um die Kosmologie der Veden zu verstehen, würde man Monate wenn nicht Jahre benötigen. Doch könnte diese eher in der Populärwissenschaft beachtete These (‘außerirdischer Technologietransfer’, um zunächst ein Schlagwort zu nennen) einen Einstieg in die komplexen Schriften der alten Inder vermitteln.
Wiederholt ist darin von einem multidimensionalen Raum mit verschachtelten Welten in unterschiedlicher Verdichtung (grobstofflich / feinstofflich) und von höherdimensionalen Wesen Kontakt die Rede. Viele der enthaltenen Informationen wurden in den vergangenen einhundert Jahren naturwissenschaftlich bestätigt: die Krümmung des Raumes in sich, das Wesen von Materie als einer Form von sich ständig wandelnder Energie, die Relativität von Raum und Zeit – aber auch die Tatsache, dass das Universum seit Jahrmilliarden existiert, die Erde 4 bis 6 Milliarden Jahre alt ist und einstmals ein glühendes Gebilde war.
Mit anderen Aussagen, die aus vedischer Sicht ebenso selbstverständlich sind, mag sich die Naturwissenschaft (noch) nicht anfreunden. Hierzu zählt unter anderem, dass die sogenannten UFOs physische Realitäten nicht-irdischen Ursprungs seien. Auch der Umstand, dass sich vergleichbare Aussagen bei nahezu allen vergangenen Kulturen finden – wobei das Alte Testament m.E. nach keine Ausnahme bildet – verleitet nur einige Abtrünnige der großen Wissenschaftsgemeinde, diesen Ansatz ernsthaft zu verfolgen.
- die Vimana-Texte, die verschiedenste irdische und interplanetare Raumschifftypen beschreiben (samt Bauanleitung und einer noch unverstandenen Metallurgie)
[Die altindischen Texte sprechen allerdings auch von der Verwendung flüssiger Treibstoffe: z.B. Alkohol, Honig, vergorener Reis und bestimmten Pflanzenextrakten,... klingt irgendwie nicht nach überlegener Alientechnologie, sondern eher nach der kreativen Nutzung von Luftschiffen (Heißluftballons)]
- die Dhanurveda-Texte, die zwei Waffenkategorien beschreiben, hauptsächlich zwei Kategorien: mechanische und „Kampfsport“-Waffen (shastra) sowie solche Waffen, die mit höheren Energien funktionieren und nur durch Mantras oder Gedankenkraft zum Einsatz gebracht werden können (astra)
Als Beispiel hierfür führt Risi den südindischen Brihadisvara-Tempel von Tanjore an. Die Plattform auf der Spitze dieses Pyramidentempels in 70 Metern Höhe bestehe aus einem einzigen Stein von fast 100 Tonnen Gewicht.
Risi vollzieht an dieser Stelle eine Schlussfolgerung nach, der sich auch die Befürworter der Präastronautik bedienen, ausgehend von der Frage, woher die alten Inder dieses Wissen und diese Fähigkeiten hatten:
Bestimmt nicht aufgrund von empirischer Forschung, denn die dazu erforderlichen technologischen Apparaturen, die erst in der Neuzeit mit einem enormen Aufwand entwickelt wurden, standen ihnen nachweisbar nicht zur Verfügung. Was waren dann ihre Quellen?Geschichtsforscher der Gegenwart können über diese Frage (ebenso wie übrigens auch die Präastronautiker) nur spekulieren, wenn sie derart Verstörendes nicht per se ausblenden. Dagegen äußern sich die vedischen Schriften ohne Umschweife:
“In früheren Zeitaltern hatten die Menschen direkten Kontakt mit Gott und den Göttern und bekamen von ihnen den notwendigen Einblick in die Zusammenhänge des Lebens.”Schriftliche Aufzeichnungen sollten sicherstellen, dass dieses Wissen niemals verloren gehe. Dass vedische Schriften tatsächliche in großer Fülle bis heute erhalten sind, lässt sich darauf zurückführen, dass die altindische Kultur nie untergegangen, sondern bis heute in Form einer spirituellen Tradition fortgesetzt wird.
Eine der Kernaussagen von Armin Risi lautet: Die Selbstverständlichkeit, mit der die vedischen Schriften von interplanetaren und interdimensionalen Kontakten sprechen, zeuge von einer tiefen Einsicht in die Physik des multidimensionalen Kosmos.
Hm ...sind ‘wir’ heute überhaupt imstande zu beurteilen, ob nicht doch Wunschdenken im Vordergrund stand, wie man es auch der Bibel unterstellt - und heute noch steht, wenn allzu leichtgläubig an Berichten von Kontakten mit E.T. festgehalten wird?
Zwar stimme ich mit Risi insoweit überein, als die alten Überlieferungen jeden Respekt sowie Aufmerksamkeit verdienen, denn sie könnten tatsächlich einen Ausweg aus der zunehmenden spirituellen und geistigen Substanzlosigkeit eröffnen. Darüberhinaus erhalten sie sicherlich wertvolle Impulse für die heutige Naturwissenschaft.
Empirische Beweise für die Richtigkeit des prähistorischen Technologietransfers von ‘außen’ oder ‘oben’ liefern sie jedoch nicht.
Zu bedauern ist allerdings der Dogmatismus von Wissenschaftlern, welche die Präastronautik der Lächerlichkeit preisgeben wollen, obwohl sie selbst auch keine schlüssige Beweisführung für Phänomene wie die kambrische Explosion und die neolithische Revolution anzubieten haben.
Trotz Relativitätstheorie und Quantenphysik verfügt die Physik der Gegenwart allenfalls über theoretische Ansätze, um die vedische Multidimensionalität von Raum und Zeit zu verstehen. Eine Reihe von Wahrscheinlichkeiten also, die es bislang weder gestattet, die Kosmologie und das Raumzeitverständnis der Veden als unzutreffend abzutun noch sie als beweisbar darzustellen.
Attribute wie ‘unmöglich’ und ‘wahrhaftig’ sind insoweit gleichermaßen unangemessen. Offensichtlich müssen wir uns derzeit damit zufrieden geben, dass die Menschheit noch nicht so weit ist, um diese Fragen definitiv zu beantworten.
Nachdem die bereits vollzogenen Fortschritte auf technologischen und naturwissenschaftlichen Gebieten missbraucht und zum Schaden eines Teils der Menschen und der belebten Natur eingesetzt werden, dann bin ich darüber fast erleichtert.-
Persönlich halte ich einzelne kosmologische Aussagen der Veden freilich für plausibel; sie werfen keine unüberwindbaren Widersprüche auf und könnten sich möglicherweise als zutreffend erweisen.
Sollte es wirklich so sein, dass wir unsere subjektiv wahrgenommene Realität letztlich in einem ‘kollektiven Traum’ erleben (vgl. ‘Ist unsere Realität ein kollektiver Traum?’ , Dank an Guido für den empfohlenen Link in seinem letzten Kommentar), dann sehe ich keine grundsätzliche Veranlassung, warum in dieser formbar-subjektiven Wirklichkeit keine UFOs und interplanetarischen Begegnungen vorkommen sollten.Andererseits unterliegt auch ‘diese’ Realität, soweit wir heute wissen, bestimmten Naturgesetzen und -konstanten, etwa der Lichtgeschwindigkeit als maximal erreichbare Geschwindigkeit. Damit stellt die Überwindung astronomischer Entfernungen in vertretbaren Zeiträumen (innerhalb einer aus vier Dimensionen bestehenden Welt) eine erhebliche Schwierigkeit dar dar. Das war auch vor 5500 Jahren so. Bis auf weiteres müssen spekulative Hyperräume, Dimensionssprünge oder die Einstein-Rosen-Brücke (‘Wurmlöcher’) als Erklärungsversuche herhalten.
Indessen steht Armin Risi auch den Berichten über neuzeitliche UFO- und Alien-Begegnungen mit einer Unvoreingenommenheit gegenüber, die ich selbst so nicht teile.
Ein Beispiel: “Der explosionsartige technologische Fortschritt der letzten fünfzig Jahre sei auf den Kontakt gewisser Menschen mit nicht-irdischen Interessengruppen zurückzuführen. Im Austausch gegen Technologie sei diesen erlaubt worden, sich am irdischen Gen-Material zu bedienen. Die Technologie, die dem Volk zur Verfügung gestellt wird, sei natürlich nur ein verächtlicher Bruchteil des gesamten Arsenals.”Solche schlicht unbeweisbaren und m.E. unhaltbaren Behauptungen geht mir entschieden zu weit, zumal ohne Nennung von überprüfbaren Quellen, Orten und Zeitpunkten.
Von solchen Eskapaden enthält die genannte Abhandlung gleich mehrere: Thesen wie ‘Die Menschheit stammt von höheren Planeten’ muten als weit hergeholt an – andererseits wird die These der Panspermie auch unter Evolutionsbiologen diskutiert.
Gegenwartsbeispiel: ‘Secrets of the black world’ - Dokumentation über ‘Area 51’ und die Geheimniskrämerei in US-Militäranlagen -
Nachdem sich inzwischen so ziemlich alles 'glaubhaft' visualisieren lässt, erachte ich heutige Meldungen z.B. über angeblich außerirdische Technologien auf der Erde nicht als glaubhafter als die Aufzeichnungen der alten Inder.
Michael Hesemann hat den Versuch unternommen, die verfügbaren Aussagen, Videoaufnahmen und sonstige Quellen zu ordnen und sachlich zusammen zu stellen. Der so entstandene Film hebt sich von sonstigem UFO-Material immerhin dadurch ab, dass auf dramaturgische Elemente wie Musikuntermalung etc. fast verzichtet wurde. Allerdings ist der Film insgesamt etwas langatmig, vor allem wg. der Aneinanderreihung sehr ähnlicher Zeugenaussagen.
- Der in einem Interview (für KLAS-TV) befragte Robert "Bob" Lazar (geb. 1959) ist in der ‘UFO-Szene’ kein Unbekannter. Der US-amerikanische Physiker erklärte, 1988 bis 1989 an einem Projekt an Studien über mutmaßlich außerirdischen Fluggeräte gearbeitet, die am am Papoose Lake in einem militärischen Sicherheitsbereich S-4 durchgeführt worden seien.
Seine Ausführungen erzeugten einiges mediales Interesse, immer wieder sei er mit Kritik und Widersprüchen konfrontiert. So wurde ihm vorgehalten, er kenne viele aktuelle, dem gängigen Wissensstand entsprechende physikalische Theorien nicht. Interessant ist Lazars Antwort auf die Frage, weshalb er mit dieser heiklen Thematik an die Öffentlichkeit gegangen sei: er habe sich schützen wollen und zugleich der Desinformationen von staatlicher Seite begegnen wollen.Später verwies Bob Lazar auf Unterlagen, die ihm für seine wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung gestellt worden seien. Unter anderem seien darin “Informationen über UFOs sowie Autopsiebilder von kleinen grauen Wesen mit großen unbehaarten Köpfen” enthalten gewesen. Klingt schön spektakulär, ist meiner Einschätzung nach aber ebenso wenig nachvollziehbar wie der Zugriff von Aliens auf menschliche Gene (s.o.).
Geheimhaltung aus Furcht vor Massenpanik - auch heute noch?
Erkennbar groß sind die Schwierigkeiten auf journalistischer Seite, offizielle bzw. glaubhafte Bestätigungen für die Aussagen Lazars zu erhalten - wirklich nur infolge von Einschüchterungen durch US-Geheimdienste?- Daran krankt meiner Ansicht nach die gesamte "E.T.-Branche": Je weiter eine Meldung/Behauptung vom Mainstream-'Konsens' (=dem, was die als relevant erachteten Medien uns als Wahrheit vorsetzten, meist als als vorgekauter, leicht bekömmlicher Informations-häppchen-Brei) abweicht, um so eher sind Belege gefordert. Wenigstens aber eine plausible Indizienkette sowie nachprüfbare Quellenangaben. Behauptungen und Hörensagen reichen einfach nicht, um (z.B. mich) zu überzeugen.
- Die angeblichen Abstürze von Aliens in New Mexico kommentierte der Kosmologen Prof. Harald Lesch so: "Wenn Außerirdische es schaffen, Milliarden von Lichtjahren zu überwinden um uns zu besuchen und dann nicht in der Lage sind, ein Raumschiff anständig im Orbit zu halten, will ich mit diesen Minderbemittelten nichts zu tun haben."
Den einschlägigen Legenden zufolge kamen die UFO-Piloten mit Radaremissionen der US-Streitkräfte nicht zurecht, welche die sensible Steuerungstechnik ihrer Raumgleiter gestört habe.
Doch oft genug wird eine unterstellte Panikreaktion instrumentalisiert, um die Zurückhaltung wichtiger Informationen zu rechtfertigen. Das 'UFO-Thema' ist durch eine Vielzahl von Nachrichten, Dokumentationen und Filmproduktion jedoch längst im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert; eine in den 1950er Jahren vielleicht mit Recht befürchtete Massenpanik ist in der heutigen Zeit auszuschließen.
Citizen Hearing in Washington - Kommt das Ende der UFO-Geheimhaltung?
Ein weiterer Effekt der restriktiven Informationspolitik: Unser persönlicher Wissensdrang bleibt unbefriedigt - das erzeugt nicht nur Frust, sondern führt zur Verselbständigung von Mythen (jeglicher Art) und einer beträchtlichen Eigendynamik : Sollten relevante UFO-Verschlusssachen nach 2025 wirklich offen gelegt werden, würde damit die Kontroversen kaum beigelegt – im Gegenteil: Das angeblich “grösste Geheimnis unserer Zeit” lässt sich nicht weg-rationalisieren.
Und was bitte soll aus den Verfassern einschlägiger Bücher werden, vor allem nach 2012? Die Webseite ‘UFOs: Die spektakulärsten Schwindeleien’ befasst sich ausführlich mit Begebenheiten, die nach anfänglicher Verwirrung als Schwindel bzw. Manipulation entlarvt werden konnten.
Dann sind moderne UFO-Sichtungen und das Drum und Dran ausnahmslos Schwindel?
Kaum, doch es würde mich wirklich nicht erstaunen, wenn sich die ‘Wahrheit’ in gänzlich anderer Weise darstellen würde, als wir Außenstehenden anhand der bruchstückhaften Informationslage vermuten können.
Präastronautik erscheint glaubhafter
Erstaunlicherweise werden in früheren Zeiten beschriebene Kontakte zu nicht-irdischen Wesen nie als eine Sache geheimniskrämerischer Eliten und Geheimbünde dargestellt. Eher, so jedenfalls mein Eindruck, wusste damals 'jeder', dass es diese 'Halbgötter mit ihren Himmelsschiffen und Donnervögeln' gab.Heute dagegen weiß niemand etwas Konkretes über Außerirdische – und wenn doch, darf er sein Wissen nicht mit allen Menschen teilen - ein Indiz dafür, dass große Teile der aktuell kursierenden UFO-Sachverhalte einer objektiven Überprüfung kaum standhalten dürften. Anders ausgedrückt: Falls vor mehr als fünftausend Jahren tatsächlich riesige Raumschiffe (‘fliegende Städte’) am Himmel zu sehen waren, dann hatten die Aliens keinen Grund, im Verborgenen zu agieren. Ihre Anwesenheit wäre unwiderlegbar und für alle Menschen der Region offensichtlich gewesen.
Weshalb sollten die gleichen überlegenen Intelligenzen heute anders vorgehen und nur mit wenigen Politikern, Geheimdienstlern sowie sog. Channeling-Experten vertrauliche Konversation treiben – mit dem Resultat, das ihre Anwesenheit weiterhin verschleiert bleibt?
Risi beantwortet diese Frage auf seine Weise: Er unterscheidet zwischen ‘guten’ uneigennützigen Aliens (‘Lichtwesen’) und ‘Wesen aus unteren (dunklen) Dimensionen – die seiner Auffassung nach beide das Geschehen auf der Erde beeinflussen – auf sehr unterschiedliche Weise:
“…die Lichtwesen2) sind sich über alle Vorgänge auf der Erde bewusst, aber sie halten sich im Hintergrund und respektieren den freien Willen ...Und weil diese Wesen ‘von unten’ sind, errichten sie auf der Erde ihre Stützpunkte errichten, tun sie das deshalb entweder unterirdisch oder unterseeisch…
Die ersten Außerirdischen, die auftreten, werden also nicht die von „oben“, sondern die von „unten“ sein!”
Diese heikle Form von Gut-Schlecht-Wertigkeit könnte aber auch eine Ausprägung der für uns Menschen so typischen Projektion von Verantwortung auf ‘höhere’ Wesen darstellen. Denn, das sollte nicht vergessen werden, die Möglichkeit ihrer Existenz ist bei weitem nicht gleichbedeutend mit ihrer Anwesenheit auf oder nahe der Erde!
Es bleibt das Entfernungsproblem. Ob es grundsätzlich lösbar ist, werden wir erst klären können, wenn wir die Frage der Existenz weiterer Dimensionen beantwortet haben.
Kämen uns die Aliens dabei zuvor, indem sie einen unwiderlegbaren, öffentlichen Beweis ihrer Anwesenheit lieferten, würden sie wohl ein Umdenken in religiöser/spiritueller Hinsicht auslösen:
“Woher auch immer die nicht-irdischen Wesen stammen, sie bedeuten für den Menschen eine Konfrontation mit der Multidimensionalität des Kosmos, und diese Horizonterweiterung könnte das einseitige Weltbild der modernen Wissenschaften und Religionen ins Wanken bringen.”Ob ‘sie’ der Menschheit nun helfend zur Seite stehen oder rücksichtslos-manipulativ eigene Ziele verfolgen oder ob beides parallel stattfindet, wie uns die Veden mitteilen -einstweilen gilt: all diese Argumente und Spekulationen ändern nichts an einer Tatsache: die Menschen sind für ihr Überleben selbst verantwortlich.
Anmerkungen:
1) Prä-Astronautik oder Paläo-SETI ist ein Sammelbegriff für Thesen, nach denen eine oder mehrere Außerirdische Intelligenzen die Menschheit in früheren Zeiten auf der Erde besucht haben. Von den Aliens sei eine entscheidende Beeinflussung der menschliche Zivilisation beeinflusst oder sie sogar erst geschaffen. Dabei werden oft die in nahezu allen Kulturen vorhandenen Überlieferungen von Begegnungen mit Göttern und anderen fabelhaften Wesen als Besuche außerirdischer Wesen gedeutet.2) In der Abhandlung von Armin Risi verschwimmen die Konturen zwischen außerirdischen Wesen / höherdimensionalen Wesen / göttliche Wesen. Ein hochinteressanter Ansatz, wenn man den Gedanken zulässt, dass ‘Göttlichkeit’ zunächst eine von Menschen geschaffene Kategorie und Zuweisung bestimmter Attribute ist.
Das wirkliche, vollständige Wesen des ‘Göttlichen’ werden wir kaum je ergründen.