Sonntag, 1. Januar 2012

2012 - Eigenverantwortung statt Panikmache

Seit mehreren Jahren wird im Web und von cleveren Buchautoren auf im Jahr 2012 angeblich bevorstehende Naturkatastrophen verwiesen, auf seltene und brandgefährliche Planetenkonstellationen oder auf den möglichen Ausbruch des Supervulkans unter dem Yellowstone-Park. Sonnenstürme und ein etwaige Polsprung runden das Bild von einer vermeintlichen Endzeit ab.  
Wenn ich einen Blick auf die vor uns liegenden 12 Monate werfe, bin ich gleichfalls in Sorge - allerdings hat dies andere Gründe:

Der Euro und die Spätfolgen seiner Frühgeburt


Das eigentliche Primärziel des Euro lag darin, den Frieden in Europa für weitere 60 Jahre und länger zu sichern. Dieses Ziel wurde, nach knapp 10 Jahren ist dies erkennbar, klar verfehlt: Die Nationen des Maastrichter Vertrages stehen einander voller Misstrauen gegenüber und es tun sich kaum überbrückbare Interessenunterschiede auf. Anstatt ein tragfähiges, langfristige Konzept zur Korrektur der Schieflage zu entwickeln, werden unvorstellbare Summen in ein Fass ohne Boden gesteckt.
Doch was sind realistische Alternativen?
Die Rückkehr zu nationalen Währungen hätte massive Einschnitte innner- und außerhalb Europas zur Folge. 
Den Euro aber zur Conditio sine qua non zu machen, halte ich für einen Fehler. Europa blickte auch vor Einführung des Euro auf große Errungenschaften und ein System wechselseitiger Beziehungen und Kooperationen, von dem alle profitiert haben. Die Aufgabe des Euro wäre zweifelsohne ein folgenschwerer Rückschlag für Europa, aber nicht das Ende. 

Kriegsgefahr ... hier?

Obwohl Deutschland seit Jahren Teilnehmer in einem Krieg ist, waren viele von uns bemüht, das Geschehen in Afghanistan so wenig wie möglich zur Kenntnis zu nehmen ... mit Ausnahme der Bundeswehrsoldaten, die dort ihr Leben ließen oder zeitlebens an Spätfolgen zu leiden haben. Gegenwärtig sehen wir uns einer wachsenden, 'wirklichen' Kriegsgefahr ausgesetzt, die so real ist wie schon lange nicht mehr. Mindestens drei Regionen bergen in sich die Gefahr eines sich ausweitenden Konfliktes.
  • In Syrien stehen sich die einstigen Gegner im Kalten Krieg nun ziemlich unmittelbar gegenüber: Als Reaktion auf die wachsende westliche Militärpräsenz schickte Russland 6 moderne Kriegsschiffe in syrische Gewässer, welche über eine effiziente, radargestützte Raketenabwehr verfügen. Die NATO soll so vor einem möglichen Luftangriff abgehalten werden. Zugleich helfen russische Experten in Syrien bei der Installation eines hochmodernen, von Russland gelieferten Raketenabwehrsystems. Sicher ist: Russland wird eine Militäraktion des Westens gegen den Iran nicht folgenlos hinnehmen.
  • Israels Präsident Peres bezeichnete einen Krieg gegen den Iran als "immer wahrscheinlicher": Berichte der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zum iranischen Atomprogramm zeigen, dass die totalitären Machthaber wohl in naher Zukunft über Nuklearwaffen verfügen werden, die sie auch gegen Israel richten könnten. Immerhin hat der Iran auch ballistische Raketen mit Feststofftriebwerken mit einer geschätzten Reichweite von etwa 2000 Kilometern entwickelt und soll nun heimlich den Bau von Nuklearwaffen vorantreiben. Hinter den Kulissen scheint sich einiges abzuspielen: Bereits im November starb der Leiter des iranischen Raketenprogramms, Hassan Teherani Moghaddam, bei einer Explosion - offenbar kein Unfall, sondern ein gezielter Angriff. Experten vermuten, dass der israelische Geheimdienst Mossad dahinter stecken könnte.
Neben der NATO, Israel und Russland beteiligt auch China offenbar an der Drohkulisse um den Iran: der chinesische Staatspräsident habe ernsthaft vor einem Angriff auf den Iran gewarnt: China werde sich sich mit direkten Militärmaßnahmen in den Krieg einschalten. Verwunderlich ist das nicht, schließlich wollen die Chinesen ihre Milliarden-Investionen (→ "Der letzte Freund", ZEIT online, 10/09) im Iran schützen, welche durch die westliche Sanktionspolitik erst ermöglicht wurden. 

Auch wenn man düstere Weltkriegsvorhersagen skeptisch sieht, braucht man nur wenig Vorstellungskraft für die unmittelbare Gefahr einer weitreichenden Eskalation aus dieser Konstellation heraus. Einen Angriff auf iranische Atomanlagen sieht der US-Verteidigungsminister Pannetta derweil noch kritisch: durch dieses "letzte Mittel" werde das Atomprogramm allenfalls um drei Jahre zurückgeworfen.
 

Wer darf Massenvernichtungswaffen haben - und wer nicht?

Im Westen sind sich anscheinend alle einig: Atomprogramme in so genannten Schurkenstaaten wie Nordkorea und dem Iran sind bedrohlich und deshalb inakzeptabel; sie werden existenzielle Gefahr empfunden. Doch was ist mit der seit über 50 Jahren bestehenden Schieflage - entstanden aus der Tatsache, dass die USA und ihre Verbündeten einschl. Israel derartige Massenvernichtungswaffen besitzen und sehr wohl bereit sind, diese 'notfalls' auch einzusetzen? 
Die Antwort "das ist etwas anderes" mag ich so nicht gelten lassen, auch wenn für mich als Deutscher Kritik an Israel heikel (nein, ich bin nicht 'rechts' und habe ganz sicher keine Abneigung gegen die jüdische Bevölkerung des Landes, eher schon gegen eine unverhohlene Politik der Aggression ... die argumentative 'Nazikeule' weise ich als unzutreffend zurück).
Den 'Alten' in der Politik, die selbst den Schrecken eines Weltkrieges erfahren hatten, war eines bewusst: ohne vertrauensbildende Maßnahmen auf Gegenseitigkeit ist ein stabiler Friede zwischen Konfliktparteien undenkbar. Ehrlicher Friedenswille setzt dreierlei voraus:
  • eine einigermaßen erträgliche Lage der eigenen Wirtschaft und das Auskommen der Bevölkrung
  • gegenseitiges Vertrauen
  • die Abwesenheit von Angst bzw. der Empfindung einer konkreten Bedrohung
Es liegt zudem nicht im Naturell des Menschen, sich auf Dauer einseitig einer Gefahr aussetzen zu lassen und zugleich auf geeigneten 'Eigenschutz' zu verzichten. 

Die Politik weitgehend isolierter Staaten folgt einer einfachen Logik: Die hegemoniale Macht USA habe jahrzehntelang keinen Staat ernstlich angegriffen, der selbst über Nuklearwaffen verfügte - also möchte man diesen zweifelhaften Schutz auch für das eigene Territorium zur Anwendung bringen. Gleichzeitig provoziert man militärische Auseinandersetzungen um der eigenen Bevölkerung Stärke und die Notwendigkeit militärischer 'Reaktionsbereitschaft' zu demonstrierenSchwerste Sanktionen und Embargos zu Lasten der eigenen Bevölkerung werden scheinbar mit Gleichmut hingenommen, um ein eigenes Nukleararsenal zu besitzen.

Nicht nur desorientierte Heizdüsen sprechen inzwischen von der wachsenden Gefahr eines weiteren Weltkrieges. Das erstarkte und selbstbewusste Russland wird dem Geschehen vor seiner Haustür nicht länger als ohnmächtiger Beobachter zusehen: In einer ernsten TV-Ansprache wandte sich der russische Präsident Dimitri Medwedjew an sein Volk und kündigte 'Abwehrmaßnahmen' gegen den Raketenabwehrschild an, den die USA in Ländern wie Rumänien und der Türkei installieren wollen:
 

In gewisser Weise sehe sich Russland 'umzingelt', wenn die USA bzw. die Nato Raketensysteme und Militärkräfte um Russland herum positioniere.

Medwedjews Forderung nach strategischem nuklearen Gleichgewicht sowie einer Berechenbarkeit in der westlichen Außen- und Militärpolitik ist nicht nur verständlich, sie ist vernünftig und liegt im Interesse beider Seiten. Zur Wahrung legitimer Sicherheitsbelange kündigt Russlands Präsident unter anderem die Entwicklung ballistischer Raketen und Sprengköpfe, welche diesen neuen Raketenschild durchdringen könnten, an - sowie die Stationierung moderner Angriffswaffen im Westen und Süden des Landes.
Auch wenn solche Töne auch früher aus dem Kreml zu vernehmen waren, teile ich den Eindruck, dass die Welt eventuell auf einen globalen Konflikt zusteuert - als mögliche Konsequenz einer Politik, die kaum eine Gelegenheit auslässt, 'die anderen' zu provozieren. 

"Wer Probleme militärisch zu lösen versucht, begeht man einen schweren Fehler"
Ist diese Warnung von Michail Gorbatschow übertrieben? Immerhin impliziert die globale Lage ein wachsendes Konfliktpotenzial und es zeigt sich eine zunehmende Bereitschaft der meisten Beteiligten, in solche Konflikte einzutreten. Nicht ohne Grund warnen 'alte Hasen' vor einer globalen militärischen Konfrontation. 

Das Erstaunliche dabei: kaum jemand vom 'einfachen Volk' scheint sich sonderlich für die wachsende Gefahr eines Krieges zu interessieren. Ich vergleiche die momentane konsum-versessene Trägheit der Massen bisweilen mit dem Kalten Krieg der 80er Jahre. Damals fanden im Gegensatz zu heute gewaltige Massendemonstrationen gegen Krieg und nuklearen Overkill statt, die Friedensbewegung hatte Zulauf wie nie zuvor und konnte dadurch auch einen gewissen öffentlichen Druck auf westliche Politiker ausüben.
Damals sang der Leadsänger der Kölner Band BAP Wolfgang Niedecken von 'aalglatten alten Männern, die mit Raketen jonglieren und verglich sie mit Affen, die neugierig mit einer geladenen Pistole herum hantieren.


Umwelt und Natur - der Ast auf dem wir (noch) sitzen

Das Jahr 2012 wird ökologisch kaum nennenswerte Veränderungen bringen, schätze ich: Weiterhin werden Umweltverschmutzung und Ressourcenabbau irreversible Schäden verursachen ... und die Mehrheit wird dies ohne nennenswerten Widerspruch hinnehmen. Nur gelegentlich wird man über die Häufung von Überschwemmungen und anderen Extremwetterlagen verwundert den Kopf schütteln und bestenfalls ein paar Spendenaufrufen folgen. Auch diesbezüglich dominiert die egoistische Gleichgültigkeit nach dem St.Florians-Prinzip. 
Wie viel Zeit noch bleibt, bis die Welt einen Point of No Return erreicht? Je nach  Vorhersagemodell könnten die mittleren Temperaturen in Deutschland bis 2050 um bis zu 5 Grad ansteigen. Bis dahin dürfte dann auch die Gletscherschmelze so weit fortgeschritten sein, dass dieses wichtige Trinkwasser-Reservoir in Mitteleuropa kaum mehr zur Verfügung steht. Hier ließe sich eine Vielzahl weiterer Aspekte aufzählen und vielleicht ist unsere Umwelt und unsere Interaktion mit ihr das wichtigste Thema der nächsten Jahre - doch ich meine, die Veränderungen und ihre Ursachen sind allgemein bekannt. An einem etwaigen Informationsdefizit liegt es nicht, wenn Veränderungen nicht oder nur halbherzig eingeleitet werden.

Düsterer Ausblick, aber keine Endzeit-Paranoia

Mein persönlicher Ausblick für 2012 und  die folgenden Jahre fällt momentan sieht dunkelgrau bis schwarz aus. Unsere Voraussetzungen, den vielen eskalierenden Probleme zu begegnen beurteile ich pessimistisch: in ihrer Vielzahl und mit ihrem beängstigenden Ausmaß stehen sie einem Minimum an Reaktionen gegenüber; leider mangelt es den meisten Verantwortlichen offenbar an einer moralischen Orientierung.
Wohin man auch blickt, die wirklich akuten und Besorgnis erregenden Krisen haben einen von den Menschen selbst herbeigeführten Ursprung - sowie eine kaum vorhersehbare Dynamik. Die besonders 2011 künstlich herauf beschworene Panik vor kosmischen Katastrophen nützt niemandem - dieses Risikopotenzial hat uns schon immer begleitet. 

Hängt dieser schräge Fokus vielleicht damit zusammen, dass wir diese Gefahren nicht beeinflussen können - was zugleich bedeutet, dass wir sie nicht verantworten müssen? Wer seinen Blick mehr auf die von Menschen verursachten Krisen richtet, könnte sich dagegen veranlasst sehen, das eigene Verhalten zu revidieren...wie unbequem.
Vielleicht ist genau das das einzig Sinnvolle und Richtige, das wir tun können und sollten - uns in unserem persönlichen Lebensbereich mit den individuell gegebenen Möglichkeiten der eigenen Verantwortung zu stellen. Es sind die kleinen, dauerhaften Schritte, die wirklich etwas bewirken. Zumindest aber fühlt man sich in dem Bewusstsein besser, etwas Richtiges unternommen zu haben - als wenn man ängstlich auf 'Nibiru', Apophis starrt wie ein Kaninchen auf die Schlange...
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesundes und effizientes Jahr 2012, und dass wir uns sehenden Auges der sozialen und ökologischen Realität stellen. Vielleicht werden wir keine 'Erleuchtung' erleben, aber ein wenig Erweiterung des eigenen Bewusstseins würde unserer Spezies kaum schaden.


Sonntag, 4. Dezember 2011

Einführung in die Quantenmechanik

Schaut man sich spannende Dokumentation über den Ursprung 'von Allem' an - z.B. Woher kommt die Welt? – Die Entstehung des Kosmos” - gelangt man eventuell an einen Punkt, wo man sich mit zunehmender Frustration am Kopf kratzt. Mir jedenfalls ergeht es oft genug so, denn es mangelt oft genug an Grundlagenwissen. Ist ja auch kein Wunder, wenn man früher im Physikunterricht schon bei der 'Theorie' der Schiefen Ebene nach 10 Minuten abschaltete. 
Es bedarf eines Grundverständnisses, bevor man sich im Detail mit der Heisenbergschen Unschärferelation, dem Doppelspalt-Experiment oder dem Gedankenspiel über 'Schrödingers Katze' auseinandersetzt. 
Ein Teil dieser selbst verschuldeten Lücke (damals war natürlich der langweilige Vortragsstil des Lehrers schuld ;-) ) lässt sich heute schließen - jedenfalls auf einem 'populärwissenschaftlichen' Niveau. Hilfreich dabei sind auch Radiosendungen wie die von Prof. Herbert Pietschmann (Institut für Theoretische Physik, Uni Wien), der im Oktober 2005 eine kurzweilige die Grundlagen der Quantenmechanik vermittelte.
  • Ich liebe zudem den 'Wiener Slang', muss dabei aber regelmäßig an einen (nicht böse gemeinten) Witz aus meiner eigenen Schulzeit denken:
    Ein Münchner und ein Wiener treffen sich am Waldrand, um Weinbergschnecken zu sammeln. Beide haben einen Korb mitgebracht und veranstalten spontan einen kleinen Wettbewerb: Wer hat nach 60 Minuten die meisten Schnecken? Kurzum, nach Ablauf dieser Stunde treffen die beiden sich wieder - der Korb des Münchners ist zur Hälfte gefüllt, aber der Wiener hat nur ein einziges Exemplar mitgebracht. Sein Freund aus München wird neugierig: "Was war los? Warum nur die eine?"
    Die Antwort des Wieners: "Ach du weist doch wie des is'... kaum hockt man sich hin - husch husch, san's fort...!"

Leben in der Quantenwelt?

Offenbar gelten die Prinzipien der Quantenmechanik nicht für nur den Mikrokosmos, sondern beeinflussen auch die makroskopische Welt. Viele Physiker glauben heute, diese Theorie treffe auf alles zu, ob groß oder klein. Erweist sich dies als zutreffend, dürfte sich unser Weltbild weitreichend verändern.
Die Gesetze der Quantenmechanik beherrschen danach nicht nur die Welt der Atome und Elementarteilchen, sondern liegen in größerem Maßstab auch der Natur zu Grunde. Vielleicht machen sich sogar Pflanzen bei der Fotosynthese oder Zugvögel bei der Orientierung typische Quanteneffekte zu Nutze. ( → "Leben in der Quantenwelt", Spektrum der Wissenschaft, 11/2011)

Nun aber zur Radiosendung:


Relativitätstheorie + Quantentheorie = Schleifen Quantengravitation?

Albert Einstein - ein, wenn nicht das Genie des 20. Jahrhunderts - hatte mit vielem Recht. Deshalb bildet seine Relativitätstheorie einen der Grundpfeiler unserer modernen Physik. Sie beschreibt die Gravitation (Schwerkraft) eingehend - während die ältere Physik Newtons noch als Näherungsmodell dient, weil es unserer alltäglichen Wahrnehmung eher zu entsprechen scheint.
Doch haben Einsteins Gleichungen ein Manko: sie lassen sich nicht auf die kleinsten Elementar-teilchen und deren Wechselwirkungen anwenden - und deshalb auch nicht auf das eigentliche Urknallereignis (als das Universum noch so winzig war, dass die sog. Quanteneffekte zum Tragen kamen.

Wendet man allgemeinen Relativitätstheorie und der Quantentheorie gleichzeitig auf Objekte dieser kleinsten Größenordnung an, entstehen Widersprüche.

In seinem Werk “Zurück vor den Urknall“  beschreibt der Astrophysiker Martin Bojowald “die ganze Geschichte des Universums” – aus der Sicht seiner neuen Theorie, welche den Urknall nicht länger als Anfang von Allem, sondern als Übergang betrachtet. 

Die Theorie der Schleifenquantengravitation (engl. loop quantum gravity), auch Loop-Quantengravitation oder LQG genannt, ist einer von mehreren Ansätzen, welche auf die  Vereinigung der Quantenphysik mit der allgemeinen Relativitätstheorie abzielen. Diese Vereinigung ist eine der größten Herausforderungen der heutigen Physik. Dabei wird der Raum als dynamisches quantenmechanisches Spin-Netzwerk beschrieben, das durch Diagramme aus Linien und Knoten dargestellt werden kann. Eine Konsequenz aus dieser Theorie wäre die Quantisierung von Raum und Zeit im Bereich der Planck-Länge (ca. 10−35 m) bzw. Planck-Zeit (ca. 10−43 s). Die Welt im Kleinsten verlöre die im Alltag angenommene Kontinuität.

Einen kurzen Überblick liefert dieses Video:

Mittwoch, 23. November 2011

Eurokrise & Zockertum: Rede v. Sahra Wagenknecht

Ich mag sie nicht besonders als Politikerin (als Frau gefällt sie mir sehr, mehr noch als MdB Agnes Krumwiede von den Grünen;-) - aber mit dem, was Sahra Wagenknecht in der u.a. Rede schon vor fast 1 1/2 Jahr en von sich gab, hat sie Recht.

Vor allem der Punkt, dass die politischen Parteien sich in unerträglicher Weise haben abhängig machen lassen von Spenden ("Landschaftspflege"), Lobbyismus und Einflüssen der großen Unternehmen und Branchenverbände, sollte uns alle sehr nachdenklich lassen.

Wenn die gewählten Volksvertreter die Interessen der Wirtschaft wahrnehmen, wer wahrt dann noch die vitalen Interesse und Bedarfe des 'Volks' - also jenen 97 Prozent von uns, die nicht mehr Geld haben, als man für 100 Lebensspannen benötigen würde...?
 


Zur zum EFSF-Abstimmung (Erweuterung des Euro-Rettungsfonds) äußerte sie sich im Bundestag am 29.09.2011 so:

 
Polemik ist in dieser Rede in ausreichendem Maße vorhanden. Manch einer wird sich auch an die politische Vergangenheit von Fau Wagenknecht und manche fragwürdige Aussage von ihr zu den 'Errungenschaften des DDR-Sozialismus' erinnern. Oder schlicht daran, sass sie 'links außen' im politischen Spektrum zu verordnen ist. 

Ja und? Ich persönlich bin alles andere als 'ein Linker', doch zu meinem Entsetzen sind die Linken und ein paar wenige Abtrünnige aus Grünen und SPD die einzigen Vertreter der Bundespolitik, die überhaupt noch die mehrheitliche Meinung der Menschen in Deutschland konzeptionell widerspiegeln.
Jaja, das nennt man nun abwertend und pauschal "populistisch", was in manchen Fällen sicher zutrifft. Doch aus den 'etablierten' Parteien, die angesichts der bestehenden Fünf-Prozent-Hürde als einzige 'wählbar' im Sinne von chancenreich sind, höre ich gerade in wirtchafts- und sozialpolitischen Fragen nichts, was von sozialer Ausgewogenheit und Vernunft zeugt. Leider.

Hätte man mir prophezeiht, ich werde mich einst auf Redeausschnitte der Linken fokussieren, so wäre meine Reaktion ein müdes Lächeln gewesen. Doch scheint es so, dass ich mit meiner Ablehnung der parteipolitisch geduldeten "Diktatur der Finanzmärkte" und Rating-Agenturen keineswegs alleine dastehe.

Nicht nur diesen Punkt spricht Gregor Gysi an, der eine 'Krise der Demokratie' diagnostiziert, die in der Abhängigkeit der Legislatur von Figuren wie Ackermann und Co. begründet sei. Ob die von ihm geforderten Maßnahmen ausnahmslos hilfreich sind, ist indessen diskutabel.

Ist die Mehrheit der Deutschen sich eigentlich darüber im Klaren, dass sie mit Inkrafttreten des erweiterten Rettungsschirm für fremde Schulden in Höhe über 200 Milliarden Euro haftet? Und das, nachdem knapp hundert Milliarden für die angeblich lebensnotwendige Rettung der Hypo Real Estate Bank eingesetzt wurden.