Samstag, 21. Mai 2011

Erich von Däniken: "Tomy und ich"

Ziemlich enttäuschende Schilderung einer Begegnung mit einem Außerirdischen

Erich von Däniken ist ein Schweizer Schriftsteller auf dem Themengebiet Prä-Astronautik. Er wurde bekannt durch Bücher und Filme, die sich mit früheren Besuchen von Ausserirdischen auf der Erde beschäftigen. Seine Bücher wurden in 32 Sprachen übersetzt und haben eine Gesamtauflage von 62 Millionen verkauften Exemplaren erreicht. 

Die Hauptthese Dänikens, nach der Außerirdische die frühen Kulturen der Menschheit mehrfach besucht und beeinflusst haben und zum Teil als Gottheiten verehrt wurden (oder sich selbst als solche inszenierten), fasziniert mich nach wie vor. Dabei sind mir die Gegenargumente der Naturwissenschaft deutlich bewusst, etwa hinsichtlich der in sinnvollen Zeiträumen kaum überbrückbaren Entfernungen.

In seinem Roman 'Tomy und der Planet der Lüge' berichtet Däniken 2006, er habe (bereits im Jahre 1987) Kontakt mit einem Außerirdischen gehabt, der vor seinen Augen einen menschlichen Körper materialisiert habe ("mein Ebenbild, nur 30 Jahre jünger").
Der Titelzusatz "Planet der Lüge“ kommt nicht von ungefähr: Däniken nutzt die Schilderung dieser vierwöchigen Begegnung auch dazu, einen großen Teil der menschlichen Gesellschaft (mit wenigen Ausnahmen) als verlogen, unehrlich und falsch zu charakterisieren...'Tomy' sei entsetzt gewesen über die Falschheit und Verlogenheit vieler Menschen.

"Der Planet ist wunderbar, ... Ihr Menschen seid grauenhaft."

Wäre eine Welt voller Menschen mit schonungslosem Wahrheitswillen eine bessere? Schwer zu sagen. Auch mag man hinterfragen, wie ehrlich der an Buchverkäufen nach wie vor sehr interessierte Däniken zu sich selbst und zu anderen ist. Immerhin werden frühere Irrtümer von ihm selbst inzwischen freimütig eingeräumt. Für EvD-Kritiker ist das Buch über 'Tomy' der naheliegende Versuch, den Sensationscharakter seiner Sachbücher nun in Romanform nochmals zu steigern.-


'Tomy' wird beschrieben als 'normalerweise körperlos', gewissermaßen eine intelligente Energieform, welche imstande sei, mit Materie zu interagieren und sie zu manipulieren. Wer einen menschlichen Körper materialisieren kann, ist auch in der Lage andere Menschen mit oder gegen deren Einverständnis zeitweilig zu 'übernehmen' ...eine Funktionalität, von der Tomy reichlich Gebrauch macht.

(Warum er knapp 20 Jahre gewartet habe, der Öffentlichkeit von Tomy zu berichten, erklärt EvD so: Als Sachbuchautor habe er sich nicht seinen Kritikern durch seine 'so unglaubliche, phantastische Geschichte' ausliefern und der Lächerlichkeit preisgeben wollen. Inzwischen sei er aber 'steinalt' und das ganze Gerede sei ihm heute gleichgültig. Zudem, erfährt man zum Ende der Erzählung, sei Däniken von den schweizerischen Behörden zur Verschwiegenheit vergattert worden, für 20 Jahre.)

      Und weshalb gerade er, schon damals ein bekannter Bestsellerautor, auserwählt worden sei für diese Begegnung: Mitten in der Wüste habe er nachts den Sternenhimmel betrachtet und tiefe Sehnsucht verspürt, von einem Außerirdischen kontaktiert zu werden. Dieser Gedanke wurde wenig später von Tomy nahe dem Sternensystem Vega ge- und spontan erhört...Nun ja, wenn ein Außerirdischer eine derartige Kontaktaufnahme plante, würde er sicherlich jemand Aufgeschlossenes wählen.)

Mich erinnert 'Tomy' stark an den gleichfalls multidimensional präsenten Seth aus den Büchern von Jane Roberts. (Vgl. Einführung in ihr deutschsprachig übersetztes Buch The Nature of Personal Reality). Die Wesenheit „Seth“, die mit Hilfe von Roberts Körper im Trancezustand kommuniziert, bezeichnet sich demnach selbst als „multidimensionaler Energiepersönlichkeitskern“, der mehrere Inkarnationen als durchlaufen habe sich nun in einer einer geistigen Welt höherer Realität befinde.   
Anders als EvD hat Jane Roberts immer die Möglichkeit in Betracht gezogen, bei Seth handele es sich um die Personifizierung eines überbewussten Teils ihres normalen Selbst, entstamme also ihrem Unterbewusstsein.)  
Die in mehr als 500 Sitzungen aufgezeichneten Ausführungen 'Seths' gehen sehr, sehr viel tiefer als Dänikens 'Erlebnisbericht', der in weiten Teilen die Merkmale eines James-Bond-Abenteuers aufweist. Beim Lesen dieser zwar spannenden, aber ach so 'irdischen' Schilderung wurde ich zunehmend ungeduldig. Zu viele Nebensächlichkeiten für einen Roman, dessen Protagonist eine außerirdische Intelligenz ist. 
Ich bilde mir ein, dass ich ein vierwöchiges Zusammensein mit einem gutmütigen, mental und spirituell überlegenen Außerirdischen anders genutzt hätte - vor allem hätte ich Mühe darauf verwendet, mehr zu erfahren über die Ursprünge des Menschen, das Wesen und die (Un)Endlichkeit von Bewusstsein, Tod und Wiedergeburt und die Multidimensionalität unseres 'Persönlichkeitskerns'...
Einige dieser Fragen werden zwar in EvD's Buch über Tomy thematisiert. Im Vordergrund stehen leider jedoch Geheimdienstattacken und als Unfall getarnte Mordversuche feindseliger Geheimdienste. Dafür hätte ein einziges Kapitel gereicht, halt als Rahmenstory. 

Unpassend auch die langatmigen Beschreibungen von Freskenmalereien byzantinischen Charakters in der Tokali-Kilise-Kirche ...einschließich deren aus Tuffgestein geschlagenen Sitzbänke...seitenlang geht das. 
In einem dem SciFi-Genre zuzuordnenden Roman über einen Außerirdischen auf der Erde interessieren mich die touristisch-archäologischen Eindrücke Dänikens eher am Rande!

Dieser Aspekt des Abschweifens begründet einige Unsicherheit hinsichtlich der Wahrhaftigkeit von Dänikens Alien-Begegnung: Sich detaillierte Ausführungen einer imaginären (hochintelligenten und beinahe allwissenden) Alien-Persönlichkeit auszudenken, ist vergleichsweise mühselig - aber eine gewisse Seitenanzahl war wohl vom Verlag gefordert. Also wird drauf los fabuliert, was das Zeug hält... oder sind meine Erwartungen etwa überzogen?


Immerhin erzählt der Erich seinen Mitreisenden lang und breit über alles, was er über Außerirdische herausgefunden habe - als ein solcher neben ihm sitzt: 
"Schweigend hörte er (Tomy) zu, in seinem Gesichtsausdruck und um seine Lippen jenes undefinierbare Lächeln,das nicht zu durchschauen war..."
Erst daraufhin wird EvD eines besseren belehrt, als Tomy ihn 'übernimmt',  sich mit seinem Bewusstsein vernetzt. Das Erlebte sei unbeschreiblich, selbst für einen Schriftsteller. Wie dem auch sei ... geschildert wird unter anderem 
  • ein unvorstellbar großes und präzises Wissen dieser Lebensform, wie es nur durch den Zugriff auf eine große Anzahl vernetzter Bewusstseinseinheiten denkbar sei,
  • Wogen von Glück, die mit menschlichen Sinnen nicht nachfühlbar sind,
  • körperlose Fortbewegung (unendliche Weiten und Geschwindigkeit), telepathische Kommunikation und Unverletzlichkeit gegenüber Temperaturen, Strahlung etc.
  • sinnliche Wahrnehmung (bildhafte Eindrücke, Musik, Gerüche) ohne den Gebrauch physischer Sinnesorgane, 
  • die visionshafte Beobachtung bizarrer Raumschiffe von unvorstellbaren Ausmaßen, 
  • ungeahnt große Zuneigung durch außerirdische Lebensformen, die alles andere als humanoid sind,

  • die 'absolute Relativität' von Raum und Zeit...
Däniken erzählt auch von der Passage durch ein Schwarzes Loch (ohne Zeitverzug?) und dem Erkennen, dass alle Sonnensysteme, die von Schwarzen Löchern aufgesogen werden, an einem anderen Ort in Raum und Zeit ausgespuckt werden und dort einen neuen Urknall bewirken. "Somit es gibt nicht den einen Urknall, der zur Entstehung des Universums führte, sondern millionenfache Urknalle, die dauernd irgendwo im Universum ablaufen. Galaxien vergehen und entstehen ununterbrochen..."


Multidimensionalität und Pantheismus

All diese Eindrücke münden in eine zentrale Erkenntnis (wie man sie auch auf Webseiten und in Büchern belesener Esoteriker findet): 
Wir alle sind universelle (nicht an eine bestimmtes Erscheinungsbild gebundene) Lebensformen, die jenseits von Raum und Zeit miteinander und untereinander verbunden sind und ungeachtet ihrer Individualität eine Einheit bilden. ('Alles ist mit Allem verbunden'). Jedes Individuum verfügt über Zugang zum Wissen und  zu den Erinnerungen aller universalen Lebensformen - lediglich in unserer körperlichen Lebensspanne ist dieser Zugang unterbunden oder zumindest stark eingeschränkt, weil wir sonst 'überschnappen würden'.
Nun endlich (etwa im letzten Viertel des Buches) stellt Däniken einige der wirklich interessanten Fragen an Tomy und erhält folgende Antworten:
  • Reinkarnation sei eine Tatsache: allen Menschen, zu denen intensive Empfindungen wie Liebe oder Haß verspürt werden, sei man in einem früheren Leben begegnet.
    Jede Lebensform besitze ihren eigenen, unverwechselbaren Nukleus (Persönlichkeitskern - vergleiche Jane Roberts bzw. 'Seth'), der von Leben zu Leben weiterlaufe. Man sei gut beraten, für alle Menschen, durch die einem selbst Schlechtes widerfahren sei, zu beten und den "grandiosen Geist des Universums" um Vergebung für ihre Taten zu bitten.
  • Das gesamte Universum sei wie eine ineinander verschachtelte Holografie; alles sei mit allem verbunden,und die Zeit existiere nur für die Materie und die Schwingung aus ihr. Während jeder Mensch und jede andere bewusste Lebensform lediglich einen mikroskopischen Bestandteil eines ('unseres') Universums darstelle, umfasse Gott (der 'grandiose Geist der Schöpfung', der immer da gewesen sei und ewig existiere) die Gesamtheit aller jemals entstandenen Universen und somit und die immerwährende Schöpfung. 
  • "Gott existierte längst, als es uns zu geben begann." Dieser Gott besitzt freilich eine anderes Kaliber als jene für 'Gottheiten' gehaltene Aliens, die unsere Erde nach Erichs Auffassung mehrfach besucht hatten. Eine Übereinstimmung mit mosaischen Gottesvorstellungen bestehe nur in der Vorstellung von einem allmächtigen Schöpfer als Urheber von Allem was ist, ausgehen.
    Die Erbsünde und die Erschaffung (sowie die spätere Erlösung) einer 'mit Fehlern behafteten Menschheit' wird in dieser, dem außerirdischen Tomy zugeschriebenen Gottesvorstellung als unlogisch verneint, denn: "Hier verwechselt Ihr Ursache und Wirkung. Daß die Stammeltern eine Sünde begehen würden, mußte Gott in seiner Zeitlosigkeit von vornherein wissen."
Angesichts des unendlichen Universums, das sich dauernd erneuert, stelle sich die Frage nach einem persönlichen Gott überhaupt nicht. "Diese Schöpfung ist nun mal da, wir und alles um uns herum sind Bestandteil der Schöpfung. An diese Stelle setzten wir den 'grandiosen Geist der Schöpfung' ".   
[Diesen Terminus verwendet EvD auch außerhalb dieses Romangschehens relativ häufig. Und Tomys Ausführungen hätte sich ein mäßig gebildeter Leser mit ein wenig Rechercheaufwand selbst erarbeiten können. Nun finde ich den schriftstellerischen Ansatz, die eigene Weltsicht in einer fiktiven Rahmenhandlung zu verpacken nicht so schlecht - so hält man Leser bei der Stange und hilft ihnen über trockene, aber für notwendig erachtete Passagen hinweg. Bei dieser Gelegenheit lassen sich auch noch eigene Erfahrungen mit den lieben Mitmenschen ein- und abarbeiten. Dass EvD von diesen oft mies behandelt und (zu Unrecht) herabgewürdigt wurde, daran besteht kein Zweifel...seine Ufo-Recherchen und das gesamte Präastronautik-Thema passen bestimmten Kreisen so gar nicht in den Kram. Bei alledem sollte halt kein Zweifel aufkommen können, ob es bei dieser Rahmenhandlung sich um Fiktion oder eine persönlich-reale Erinnerung des Autors handelt..]
Im Gegensatz zur christlichen Theologie und weit verbreitetem Volksglauben sei dieser grandiose Geist keinesfalls zuständig für menschliches Leid, Kriege und Naturkatastrophen - folglich sei es ein Fehler, das Phänomen 'Gott' mit einer Person zu identifizieren. Der 'grandiose Geist der Schöpfung' sei vielmehr der Ursprung von Allem in der Zeitlosigkeit des Universums.
Inzwischen sollten Intellekt und Geschichtskenntnis uns befähigen, die Geschichte mit der Erbsünde und der Erlösung als unzutreffend zu erkennen. Doch bei vielen Menschen werde der Verstand vom Glauben überrumpelt, denn Glaube akzeptiert eine unbewiesene Gewissheit gegen jede Vernunft. So könne man sich leicht belügen und sich selbst einreden, im Reiche Gottes sei selbst das Unmögliche möglich.-
(So ähnlich könnte es auch mit der Existenz von Aliens laufen, insoweit diese ebenfalls auf einer unbewiesenen Gewissheit beruht.)
  • Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie wird von Tomy dahingehend ergänzt bzw. präzisiert, dass um den Raum herum unendlich viele Dimensionen (also nicht nur 11 wie in der M-Theorie vorgeschlagen) existieren, die alle gleichzeitig vorhanden sind. Daher seien auch Zeitreisen möglich, ohne ein Paradoxon auszulösen - denn eine Zeitmaschine wechsele auf ihrer 'Reise' in einer andere Dimension:
"Neben diesem Raum, in dem wir uns gerade unterhalten, liegen Trillionen anderer Räume, nur den Bruchteil eines Nano-Millimeters von uns entfernt. Dort existieren Menschen wir Ihr, sie diskutieren wir Ihr, sind aber dennoch nicht die genau gleichen. In der anderen Dimension könntest Du Deinen Urgroßvater umbringen, doch dieser Urgroßvater ist nicht derselbe Ur-großvater wie derjenige aus Deiner Dimension..."
Im Universum existiert also eine unvorstellbar große Anzahl von Realitäten dicht nebeneinander, d.h. gleichzeitig. Ein Hologramm könne eine ungefähre Vorstellung davon vermitteln. 


Wenn es sich gelohnt hat, dieses Buch zu lesen, dann allein wegen der Ausführungen in dieser Passage - ob diese Worte nun von einem Außerirdischen oder aus Dänikens eigener Gedankenwelt stammen. 
Alsbald wird es wieder 'profan':

Und der Erich hat doch Recht...

Danikens präastronautische Thesen werden durch seinen einzigartigen Besucher bestätigt und präzisiert (keine wirkliche Überraschung): 16 Besuche in den vergangenen 500.000 Jahren - für zwei dieser Besuche könne man noch heute objektive Beweise finden. WO? Welcher Art?? Das würde mich am meisten interessieren.
Die letztgültige, unwiderlegbare Evidenz der außerirdischen Kontakte und Einflüsse resultiere aus der heutigen Beschaffenheit des menschlichen Genoms.

Damit bestätigt Tomy natürlich die These aus EvD-Büchern, unser Genom sei nicht bloß durch Evolution verändert worden, sondern in bedeutender Weise auch durch zielgerichtete Eingriffe von Außerirdischen. Diese sollen vor Jahrtausenden der DNA primitiver Hominiden ein Upgrade verpasst haben. Hinweise darauf fänden sich in vielen alten Mythen, den altindischen Veden sowie auch im A.T. - 'Götter schufen den Menschen ihrem Bilde nach'. Etwa im Jahr 2012 werde es den Genetikern wohl möglich sei, diese Manipulation nachzuweisen. (Zecharia Sitchen und seine 'menschliche Sklavenrasse' lassen grüßen...)


Leider ist damit fürs erste Schluss mit Alien-Wissen und die Alle-Welt-verfolgt-uns-Story geht weiter. Rückkehr in die Schweiz und die Problematik, Tomy seiner Frau vorzustellen.


Die Tomy zugeschriebene Bewertung unseres sozialen Systems trifft sicherlich zu: die menschliche Gesellschaft sei in einem System gefangen, das nicht erlaube, Dinge öffentlich auszusprechen, solange sie unvernünftig scheinen, d.h. solange die Zeit dafür noch nicht reif ist. (Auch dieser 'Zeitgeist der Verlogenheit' wird von Däniken in vielen Büchern und Filmen kritisiert.)
Es existiere zwar eine gewisse Meinungsfreiheit - doch solange die Mehrheit (oder die Meinungsführer) einen Gedankengang nicht nachvollziehen können, besteht kein Interesse an neuen Erkenntnissen, welche im Widerspruch zum gängigen Wahrnehmungsfilter stehen. Wer dennoch die Kraft besitzt, das eigene, unkonventionelle Wissen öffentlich zu machen, landet sehr bald im Abseits - indem er der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Der Bezug liegt nahe:

"UFOs haben gefälligst nicht zuexistieren und wer sich für sie stark macht, muß a priori ein Trottel sein." Dasselbe gelte für archäologische Funde, soweit diese der gängigen Geschichtsinterpretation widersprechen, welche nun mal keine Aliens in der Antike vorsieht.
"Diese "Vernünftigen", wenn auch durch und durch pseudowissenschaftlich, hängen sich stets das Mäntelchen der Wissenschaftlichkeit um,bedienen sich der Methoden der Verunglimpfung und Ausgrenzung und beteuern bei jeder unpassenden Gelegenheit ihre Seriosität."
Neues, vermeintlich unvernünftiges Wissen wird erst akzeptiert, wenn es unwiderlegbar geworden ist. Kollektive Verdrängung geht einher mit gelenkter Desinformation - Chancen zu einer Trendwende ergeben sich denkbar selten. Braucht es eine überlegene Intelligenz von außerhalb, um dies zu realisieren? 

Die andere Seite der Medaille: Ein fortschrittlicher Wissenschaftler, als der EvD sich sieht, nimmt schon mal die Opferrolle ein und verwechselt berechtigte Kritik mit einer Verschwörung gegen ihn persönlich und sein vom Geiste der Aufklärung beseeltes Lebenswerk...


Tomy's Abschied

Während des gemeinsamen Aufenthaltes in der Schweiz habe Tomy insgesamt 34 'wichtige' Personen weltweit aufgesucht (mental 'übernommen')... allesamt Wissenschaftler, Politiker, Kleriker. Einige von ihnen seien nach telepathischen Experimenten erschrocken und hätten an ihrem Verstand gezweifelt. 
Während sich im Laufe dieser unfreiwilligen Kontakte sein Menschenbild ('ein Haufen verlogener, scheinheiliger Rechthaber') bestätigt habe, habe Tomy bei den erwählten Exemplaren einen Sinneswandel herbeigeführt: 

In den folgenden Jahren sei daraus eine intensive Korrespondenz mit Däniken hervor gegangen, die zur Gründung eines informellen Clubs "der nicht-lügenden Menschen" führte. 
Eine weitere Wirkung dieser 'freundlichen Übernahmen': Wissenschaftler und Journalisten, nahmen den Erich endlich ernst und verteidigten sogar seine Ansichten sogar. Rückblickend habe er eine deutlich wohlwollendere Haltung in Gelehrten- und Journalistenkreisen erfahren. Schade, dass keine Namen genannt werden, ohne die es erneut bei einem subjektiven Eindruck bleibt. BundeskanzlerInnen und US-Präsidenten scheinen sich nicht darunter zu befinden, obwohl Politgrößen sich als Multiplikatoren bestens geeignet hätten...

Tomy hält an seinem Fazit über das menschliche Wesen weiterhin fest:
"Wir Menschen, so Tomy, mögen zwar auf unsere Weise interessant sein, doch insgesamt unehrlich. 
'Ein Planet der Lüge, der mir jede Freude an diesen Wesen stiehlt. Immerhin habe ich auch wunderbare Menschen kennenlernen dürfen'."
Die quälende Geheimdienststory findet ihr jähes Ende, als eine Agentin - die typisch unbelehrbar-böse Romanfigur -den Körper des Außerirdischen mit einem Elektroshocker tötet und dabei auch selbst ihr Ende findet. 
Doch die Kommunikation zwischen Erich und Tomy wird erwartungsgemäß fortgesetzt: beide Individuen befinden sich einstweilen in Erichs Körper.
Tomy's auf 'künstlichem' Wege materialisierter Körper zerfällt binnen weniger Stunden in seine chemischen Elemente - fast unspektakulär. 

Der endgültige Abschied steht bevor - denn ein erneuter Besuch auf der Erde sei ausgeschlossen, wie der Außerirdische in einer Zwiesprache mit Erichs Bewusstsein erklärt: "Ich würde diesen Planeten unter den Myriaden von Sonnensystemen nie mehr finden. Denke an das holographische Universum." Ach so.

Dass Tomy's 'Geist' (also seine eigentliche Erscheinungsform als intelligentes, körperloses Energiewesen) vom physischem Tod unbeeindruckt bleibt und weiterexistiert, könnte als Hinweis darauf verstanden werden, was uns Menschen erwarten mag, wenn wir sterben.
Hier bestehen sicherlich Parallelen zu 'David Bowman' aus der ab 1968 verfilmten Trilogie 'Odyssee im Weltraum' (die Filme mit dem Supercomputer HAL9000 und den schwarzen Monolithen...) von Arthur Clarke, jedenfalls sind die Fähigkeiten und der Wissensvorsprung der späteren Energieform ("David Bowman ist ein Teil von dem, was ich jetzt bin") mit Tomy durchaus zu vergleichen.
Aus dieser Analogie allein lässt sich natürlich nicht schließen, bei Dänikens Bericht handele es sich gleichfalls um eine aus der Ich-Position erzählten Science Fiction-Story. Beide Bücher weisen lediglich ähnliche Vorstellungen ihrer Verfasser über Gott, die Existenz von außerirdischen Lebensformen sowie dem Ursprung und Beschaffenheit des Universums auf.-

Es liegt auf der Hand, dass vieles von Tomy's Ausführungen nicht völlig neu ist, nicht mal für mich. Inwieweit Erich von Däniken den Besuch von Tomy auf der Erde sowie dessen Auswirkungen - insbesondere auf das Leben des Bestsellerautors - als subjektive Erinnerung ehrlich wiedergegeben hat, vermag ich nicht zu beurteilen.
Stellenweise schimmert durch, wie sehr Däniken sich durch seine tumben und verlogenen Zeitgenossen verletzt und gedemütigt sieht. Rechnet der Autor so mit seinen Kritikern und Gegnern ab - gestützt und projizierend auf die unempfindlichere Persönlichkeit eines Außerirdischen?

Alles nur erfunden? Das sagt sich so leicht in der Absicht, persönliche Erlebnisse abzuwerten, die nun einmal nicht objektivierbar sind. Ein umstrittener Schriftsteller, der zeitlebens um Glaubwürdigkeit und Akzeptanz kämpft, bindet seine Ehefrau, seine Familie und seinen engsten Freundeskreis in eine erfundene Story ein? Viel Aufwand für eine Rechtfertigungs- und Vermarktungsstrategie, deren Bedarf nach millionenfach verkauften Büchern kaum mehr besteht.

Belassen wir es dabei, dass die Wahrheit im Auge des menschlichen oder nicht-menschlichen Betrachters liegt.

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Unser Leben gleicht der Reise
Eines Wandrers in der Nacht;
Jeder hat in seinem Gleise
Etwas, das ihm Kummer macht.

Aber unerwartet schwindet
Vor uns Nacht und Dunkelheit,
Und der Schwergedrückte findet
Linderung in seinem Leid.

Mutig, mutig, liebe Brüder,
Gebt das bange Sorgen auf;
Morgen steigt die Sonne wieder
Freundlich an dem Himmel auf.
Darum laßt uns weitergehen;
Weichet nicht verzagt zurück!
Hinter jenen fernen Höhen
Wartet unser noch ein Glück.

(Beresina-Lied v. Thomas Legler, 1782-1835)


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Wen die grundsätzliche Vereinbarkeit von Relativitätstheorie und Zeitreisen im Detail interessiert, mag darüber bei Kurt Gödel nachlesen. Der Gödelsche Unvollständigkeitssatz Dessen Habilitationsarbeit 'Über formal unentscheidbare Sätze der Prinzipia Mathematica und verwandter Systeme', wird in diesem Kontext von EvD bzw. Tomy erwähnt.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Fragwürdige Sicht der Jahre 1933 - 1945

Im Web findet sich ein als Dokumentation getarnter, meines Erachtens überaus manipulativer Beitrag mit dem Titel "Hitlers Krieg? Was Guido Knopp verschweigt".

Hitler wird darin als abrüstungs- und friedenswilliger Staatsmann dargestellt, der sich durch das Verhalten der Siegermächte gezwungen sah, die Reichswehr zu vergrößern und zu modernisieren. Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich sei eine 'logische Konsequenz' aus der Geschichte - zudem, so wird der Eindruck erweckt, habe man dort auch innenpolitisch nach dem Rechten sehen müssen...

Und der Überfall  auf Polen wird skizziert als Notwendigkeit, um die 'wirtschaftliche Strangulation Ostpreußens' zu unterbinden. Zuvor sei Hitler den Polen in 'vielen territorialen Fragen entgegen gekommen' (->Danzig). Übergriffe auf in Polen lebende "Volksdeutsche" und Flak-Beschusse auf zivile Flugzeugehötten Hitler zu einer Art 'Präventivschlag' motiviert.

Danach folgt eine geradezu widerwärtige Sequenz - unter den Klängen 'fröhlich-schwungvoller Kampflieder und Märsche werden Szenen des Vormarsches deutscher Soldaten aneinander gereiht. Natürlich lächeln die Soldaten auf einigen Bildern - noch!

Den späteren Alliierten wird anhand eines Churchill-Zitates (von dem ich ausgehe, dass es in einem falschen zeitlichen Zusammenhang platziert ist) unterstellt, sie hätten bereits1938/39 die Absicht besessen, die deutsche Wirtschaft "vollständig zu zerschlagen".
Trotz alledem können selbst die Verfasser dieser eigentümlichen Geschichtsschreibung nicht verhehlen, dass Hitler massiven Druck auf Polen ausgeübt hat, um Gebietsverluste Deutschlands nach dem 1. Weldkrieg zu kompensieren - ein Verstoß gegen internationale, völkerrechtlich bindende Vereinarungen.
Nebenbei wird geschickt dargelegt, Menschenrechtsverletzungen seien 'auf beiden Seiten' eingetreten - und die Strategie der 'verbrannten Erde' (Zerstörung von Infrastruktur und Ressourcen, um den Vormarsch des Gegners zu behindern) sei erstmals von polnischer Seite verfolgt worden...all dies klingt nach einem hohlen Rechtfertigungsversuch.

Doch es gibt ja noch viel mehr zu 'argumentieren'. Die Schwierigkeit dabei ist 'nur', dass die Initiative zur militärischen Aggression unwiderlegbar von deutscher Seite ausging. Also wird 'folgerichtig' Hitlers Deutschland als 'von Feindstaaten mit militärischen Absichten' umgebenes Land dargestellt, das von einer präventiven Maßnahme zur nächsten gezwungen wird.
Nach weiteren erfolglosen Friedensangeboten an die Westmächte ("sie bekämpften nicht den Nazisms, sondern das Deutsche Reich") habe man genug gehabt. "Man hatte die Nase voll von Friedensangeboten...Nun musste der Kampf bis zum bitteren Ende geführt werden.")

Stalin habe die Absicht verfolgt, die gegenseitige Schwächung der Kriegsparteien abzuwarten und Deutschland dann anzufallen. Dem habe man aus einer Position der Stärke heraus vorbeugen müssen. "Hitler befiehlt den Angriff, um nicht selbst überrollt zu werden." Und welcher zynischen Notwendigkeit folgte der Befehl, rücksichtslos gegen die russische Zivilbevölkerung vorzugehen? Was wird als zynischer Anlass vorgeschoben, dass hinter der Front eigens dazu zusammengestellte SS-Verbände Alte, Frauen und Kinder ermordeten? Nichts, denn der Focus wird auf die 'unvorstellbare Grausamkeiten russischer Partisanen' gelegt. "Partisanen gleich welchen Landes verstoßen gegen die Haager Landkriegsordnung..."Somit sei die 'Hinrichtung von Partisanen völkerrechtlich legitimiert' gewesen. Kriegsverbrechen auf deutscher Seite werden so relativiert, wenn sie sich schon nicht ganz verschweigen lassen.
Der Hass gegen die deutschen Besatzungstruppen sei geschürt worden, in dem russische Spezialkommandos in deutschen Uniformen die eigene Zivilbevölkerung ermordet und deren Lebensgrundlagen zerstört hätten. Dann der russische Winter - "allen Unbillen zum Trotz kämpften sich die deutschen Einheiten vor Moskau vorwärts", bis Stalingrad eine Wende brachte, mit der man eigentlich hätte rechnen können.

Der Afrika-Feldzug - 'sozusagen Staatsräson', um den Bündnispartner Italien vor einer drohenden Niederlage zu bewahren.
Die Jahre 1943 bis 1945 werden nur in wenigen Minuten zusammengefasst - der Holocaust bleibt gänzlich unerwähnt - um in einem abschließenden Fazit die 'hemmungslose Gier' der Siegermächte aufzugreifen. 

Sollten solche verzerrenden Darstellungen verboten werden? Nein, denn dies treibt deren Urheber nur in in die Heimlichkeit und Illegalität. Doch es ist überaus wichtig, ihnen argmentativ zu begegnen - und zwar auf eine weitaus fundiertere Weise, als ich dies hier tun kann. Indessen dient die Abfolge der Geschehnisse vor und in den Kriegsjahren als Beleg für Hitlers Kriegswunsch und -vorbereitungen:
  • Hoßbach-Niederschrift (Aufzeichnung v. Oberst Friedrich Hoßbach über eine Konferenz Hitlers am 5.11.1937 mit hochrangigen Militärs): Hitler thematisiert danach die "Raumnot des deutschen Volkes", die baldmöglichst durchexpansive Schritte überwunden werden müsse - u.a. durch Krieg. Seine Pläne zum Anschluss Österreichs und zur besetzung der Tschechoslowakei werden darin ebenfalls benannt. 
  • Das politische Testament Hitlers vermittelt einigen Aufschluss über dessen Denkweise und Motivation, selbst im Angesicht des bevorstehenden Todes. Zwar bestreitet er darin, 1939 einen Krieg beabsichtigt zu haben. Dieses Denkmuster aber, das alles Negative auf das 'Weltjudentum' zurückführtund kaum je die Schuld bei sich selbst sucht, darf beim Versuch einerAnalyse des Vorgehens Hiltlers nicht außer Acht gelassen werden.-

Dass Geschichte im wesentlichen vom Sieger geschrieben wird und die Schuld an einer militärischen Auseinandersetzung auch aus wirtschaftlichen Gründen dem Besiegten angelastet wird, lässt sich kaum bestreiten. Dennoch ist es unzulässig, wenn Entstehung, Verlauf und Folgen des zweiten Weltkrieges auf eine einseitige 'Beschreibung' politisch-militärischer Ereignisse reduziert und die eigentliche Motivation sowie die Verbrechen des NS-Regimes 'ausgelassen' werden. Dass auch Deutschlands Kriegsgegner, allen voran die stalinistische Sowjetunion, handfeste Machtinteressen und sicherlich auch offensive Ziele verfolgten, ändert nichts an den Fakten.-

Sozusagen als Vertiefung der Darstellung eines am Krieg kaum interessierten Hitlers fungiert ein Vortrag von Generalmajor a.D. Gerd Schulze-Rhondorf, der augenscheinlich darlegen möchte, die in deutschen Schulbüchern dargelegte Geschichte des NS-Staates und dessen Kriegsvorbereitungen sei zumindest teilweise verfälscht. Eine Zusammenfassung seiner Position zur Vorkriegsgeschichte findet sich hier.
  • Als konkretes Beipiel führt Schulze-Rhondorf ein recht bekanntes Hitler-Zitat v. 1939 an: " Nun ist Polen in der Lage, in der ich es haben wollte. ... wenn mir nicht noch im letzten Moment irgendein Schweinehund einen Vermittlungsplan vorlegt. ..." Dieses Zitat sei schlichtweg eine Fälschung, sagt er.
Er spricht von einer humanitären Tragödie aller Minderheiten im Polen der Vorkriegszeit, von 80.000 deutschstämmigen Flüchtlingen, die angesichts erschreckender Dransalierungen Polen in Richtung Deutsches Reich verließen. Und: Hitler habe nichts unversucht gelassen, in der Danzig-Frage und weiteren Streitigkeiten (z.B. exterritoriale Autobahnen durch Ostpreußen) eine Verhandlungslösung zu erzielen ('Pendeldiplomatie'). 
Dieser Verhandlungsmarathon werde durch die historische Aktenlage eindeutig belegt, bliebe in Schulbüchern aber unerwähnt.  

Am 30. August 1939 habe die deutsche Reichsregierung nach neun Verhandlungstagen der polnischen Regierung einen letzten 16-Punkte-Vorschlag zur Lösung der deutsch-polnischen Probleme geacht und zugleich verlangt, daß Polen noch bis Mitternacht die Verhandlungen wieder aufnehme. Auch habe Hitler dem damaligen 'Schurkenstaat Polen' Zugeständnisse in mehreren territorialen Fragen (Teschen) gemacht. 
Selbst wenn es sich hierbei um zutreffende Fakten handeln sollte - was wird dadurch bewiesen? Ändert sich dadurch die rückblickende Bewertung der Person Hitlers?
Vorherige Verhandlungsbemühungen lassen sich doch nicht anführen, um die im Krieg begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu rechtfertigen oder relativieren.

Lediglich in einem Punkt bin ich geneigt, Schulze-Rhondorf beizupflichten: Auch politische Kräfte weiterer Staaten Europas waren vielleicht nicht abgeneigt, die Frage der Vormachtstellung in Europa 'ein für allemal' zu eintscheiden - in einen weiteren Krieg, gerade mal 21 Jahre nach dem Ende des 1. Weltkriegs.
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Samstag, 11. Dezember 2010

"Zeig mir Deine Muschi und ich zeig Dir Deine Zukunft!"



Genital-Astrologie - Fiktion oder Tatsache?
Asterix und Obelix begegneten auf ihren Abenteuern einem Seher, der aus seinem kleinen Hund Idefix lesen wollte...und fanden dies höchst bemerkenswert. Manchmal wird die Fiktion von der Realität offenbar noch übertroffen:


Jedenfalls insoweit, als es dieses gewerbliche Angebot (Anm. die Seite existiert inzwischen nicht mehr) eines ganz besonderen Liebeshoroskops (die korrekte Bezeichnung lautet dann Genital-Astrologie??) wirklich existiert.


Die 61-jährige Astrologin Martha Olschewski gewinnt ihre Erkenntnisse und Ratschlüsse, indem aus den Genitalien ihrer Kunden liest. Sie meint gewissermaßen, die Zukunft liege in der Vagina bzw. dem Penis...


Frau Olschewski, die aus Natschik (Georgien) stammt, lebt heute in Thüringen. Sie habe ihr praktisches Wissen ab ihrem 12. Lebensjahr von ihrer Mutter erlernt. Dieses Wissen werde seit Generationen wird das Wissen von Frau zu Frau weitergegeben. "Vielleicht aufgrund dieses frühen ersten Kontakts mit der Materie, empfand ich das Genitallesen nie als etwas Anrüchiges oder Schmutziges.", schreibt sie auf ihrer Webseite.


Die Astrologin besitzt eine akademische Ausbildung (Studium der Religion und Biologie) und war als Realschul-Lehrerin tätig - doch habe ihr Hauptinteresse stets dem Spirituellen und den sogenannten Grenzwissenschaften gegolten.


Das Genitallesen ist sicherlich eine Marktnische auf dem unüberschaubaren Gebiet esoterischer Dienstleistungen, denn es stelle eine heute nur noch sehr wenigen Menschen bekannte Technik dar. Martha ist von der 'verblüffenden Exaktheit' dieser Technik überzeugt - sie selbst habe schon aus über 4.000 Genitalien deutscher und niederländische Besitzer gelesen.


Dabei unterscheidet sie jeweils drei verschiedene Genital-Typen, von denen sie auf die seelische Verfasser ihrer Besitzer glaubt schließen zu können:
  • Bei den Frauen gibt es, je nach Schamlippen, „die Ausgeglichene“, „die Leidenschaftliche“ und „die Verschlossene“. 
  • Bei Männern lauten die Kategorien „Blutpenis“, „Fleischpenis“ und „Fettpenis“ . Jeder dieser Ausprägungen lassen sich bestimmte Persönlichkeitstendenzen zuordnen - Männer mit tiefer hängendem linken Hodensack neigen angeblich eher zu psychischen Problemen...
Für eine Beratung ist übrigens ein Foto ausreichend, die Geschlechtsteile müssen nicht im Beratungsgespräch vorgezeigt werden. Für die Aufnahme dieser Fotos gibt es dann auch eine genaue Anleitung.


Erstaunt hat mich schon, was man auf diesem Wege alles über sich in Erfahrung bringen kann...etwa die eigene Lebensaufgabe, persönliche Schwächen und Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Alles Humbug? Das vermag ich nicht zu beurteilen, denn ich habe mir noch nie aus meinem Genital lesen lassen. 'Wer heilt (bzw. hilft), hat Recht'...das ist auch hier der Prüfstein, den ich für geeignet halte. Erfahrungsberichte wären von Interesse.


Auf Eso-Foren wird lebhaft darüber diskutiert, ob es sich hierbei um ein Fake handelt. Mein Eindruck ist, dass die Astrologin Olschewski ihr Angebot durchaus ernst meint. Für ein Fake würde sie kaum den Aufwand einer kompletten Webpräsenz in Kauf nehmen. Und ihre Erklärungsansätze - man mag ihnen Glauben schenken oder nicht - sind in sich durchaus plausibel und enthalten weder Ironie noch sonstige Anzeichen des Lächerlichen.


"Jedermann lässt sich seine Zukunft aus den Händen lesen.", meint Astrologin Olschwski, die neben ihrem Spezialgebiet auch bekanntere Wahrsagetechniken wie Tarot, Kartenlegen und Handlesen beherrscht. Warum nicht auch mal aus dem Genital? ;-)

Update


  • Juli 2011 - April 2012
Das Interesse für Suchmaschinentreffer für Worte mit genitalem bzw. sexuellem Bezug hält weiter an, wie kaum anders zu erwarten war. Auch wenn Martha Olschewski ihre Webseite inzwischen abgeschaltet hat, existieren  vergleichbare Serviceangebote. Und der praktische Nutzen wird z.B. hier konkret: 
"Schade eigentlich, hätte mir womöglich so einiges erspart, wenn ich gleich gewusst hätte, dass dieser schief stehende Schw... von Thomas auf Sensibilität hinweist." ;-)


Wichtiger in diesem Zusammenhang: Womöglich handelt es sich bei der ganzen Sache nur um ein Fake (eine Art Projektarbeit o.ä.)?

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Pressekonferenz der NASA: Neue irdische Lebensform entdeckt

Tatsächlich geht es aber um besondere irdische Mikroorganismen, die im kalifornischen Mono Lake gefunden wurden. Felisa Wolfe-Simon – entdeckte die Mikroben in dem mit Arsen vergifteten See, obwohl die hohe Konzentration des giftigen Halbmetalls jegliches Leben verhindern sollte.
Die Schlssfolgerung aus dieser Entdeckung ist dennoch aufregend: “Falls die Organismen wirklich Arsen in ihrem Stoffwechsel nutzen, dann existieren offenbar noch andere Lebensormen auf der Erde, als wir sie bisher kennen. Inzwischen scheint erwiesen, dass die Bakterienart GFAJ-1 sich von Arsen und nicht von Phosphor ernährt. Die giftige Substanz wird in Fette, Proteine zerlegt und auch in das Erbgut der Bakterien integriert.

Damit ist die bislang als gesichert bezeichnete wissenschaftliche Regel, nach der sich organisches Leben aus den sechs Elementen Phosphor, Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Schwefel und Sauerstoff zusammensetzt, offenbar vom Tisch. Felisa Wolfe-Simon teilte dazu mit, diese Erkenntnisse erinnerten daran, dass das Leben viel flexibler sein kann als wir normalerweise annehmen oder uns vorstellen können. So stelle sich die Frage, was das Leben noch hervorbringen könne -  wenn schon etwas hier auf der Erde so etwas Unerwartetes anzutreffen sei. Die Bakterien konnten auch im Labor gezüchtet werden , indem den Nährböden immer mehr Arsen zugeführt wurde. Der Phosphor-Gehalt war im Nährboden dagegen sehr gering. Es hat sich gezeigt, dass der Organismus sowohl mit Phosophor als auch mit Arsen wachsen kann.

Wie die NASA in der Ankündigung der Pressekonferenz schon erwähnt hatte, beeinflusst diese Entdeckung auch die Suche nach außerirdischem Leben: Es kommen jetzt insbesondere solche Lebensformen in Betracht, wie sie so bisher noch nicht bekannt sind.