Montag, 13. Februar 2012

Pantheistischer Idealismus (I)

Gedanken zu "Gottes geheime Gedanken" v. Volker J. Becker  

An den Anfang seines Buches stellt Becker folgenden kurzen Text über ein Wesen namens Llixgrijb:
Stellen wir uns doch einmal einen Bereich vor, in dem es keine Höhe, Breite Tiefe oder Zeit gibt... Stellen wir uns ein Wesen vor, das in diesem Bereich lebt. Ein Wesen namens Llixgrijb. Stellen wir uns vor, das arme Llixgrijb sitzt in einer Art extradimensionalem Einsturz gefangen... Es gibt kein Entrinnen. Aber Llixgrijb kann nicht sterben. Sein Bewusstsein dauert an, ganz auf sich gestellt und in alle Ewigkeit – wie immer in solch einem Bereich Ewigkeit aussehen mag – absolut paralysiert. 
Wie würden wir uns in dieser Situation verhalten?
Wir würden Welten in unserem Geist erschaffen, Welten in uns selbst...
Llixgrijb schuf sich ein Universum..."
Einleitend stellt der Autor die Frage in den Raum, ob eine Synthese zwischen theoretischer Physik und östlicher Mystik herstellbar sei. Nachdem man sein Buch gelesen hat, hält man eine solche Synthese zumindest für möglich; jedenfalls erging es mir so. Natürlich ist Becker nicht der erste kluge Kopf, der sich mit dieser Fragestellung auseinander setzt. Vor hatten unter anderem der Kirchenlehrer Origines und auch die Katharer konkrete Ansätze in dieser Richtung entwickelt, z.B. die Reinkarnationslehre betreffend. Und noch ein Effekt bewahrheitet sich:
  • Becker: "Je tiefer man eindringt, um so mehr Fragen stellen sich eigentlich."
  • Goethe: "Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß; mit dem Wissen wächst der Zweifel."
Auch wenn der Buchtitel 'Gottes geheime Gedanken' etwas plakativ daher kommt, ist das 2006 erschienene Buch von Volker Becker für überaus lesenswert - eine erklärende Zusammenfassung der neuesten philosophisch-wissentschaftlichen Erkenntnisse, die der Autor durch eigene Überlegungen weiterführt.

Volker J. Becker geboren 1967, studierte neben seiner beruflichen Tätigkeit als Industrietechniker Philosophie und theoretische Physik. Er beschäftigte sich auch intensiv mit östlichen Religionen, dem Hinduismus, Taoismus und Buddhismus. Bis jetzt sind zwei Bücher von ihm erschienen: 'Gottes geheime Gedanken' und 'Am 8.Tag schuf Gott den Zweifel'.Schon das u.a. Interview mit dem Autor vermittelt Eindrücke über den aktuellen Stand des naturwissenschaftlichen Weltbildes und weckt zugleich mit einer breiten Themenliste ("ein Brückenschlag zwischen Philosophie, Wissenschaft, Parapsychologie, Grenzwissenschaft und Mythologie") mein Interesse, viele diese Felder durch zusätzliche Lektüre zu vertiefen.


Das Problem jedes Schriftstellers mag in der Vermittelbarkeit populär-wissenschaftlicher liegen, wenn er Phänomene wie Schrödingers Katze einem breiten Publikum nahe bringen möchte - manchmal kommt Verbalakrobatik heraus wie "Die super-positionierte Katze ist gleichzeitig lebendig und tot"...hä?!? Becker stellt sich dem Wissensdefizit seiner Zielgruppe recht systematisch vor und zunächst einige Grundlagen, die er gekonnt auf den Punkt bringt.


Zum Beispiel: "Eine wissenschaftliche Theorie ist ein Modell, welches mit physikalischen Gesetzen und Axiomen untermauert bzw. mathematisch bewiesen worden ist." That's it. Verstanden und Akzeptiert. Ohne endlose Abhandlungen über wissenschaftstheoretische Prinzipien zu lesen.

Freilich ließe sich daran feilen und die Aspekte der Reproduzierbarkeit, der Übertragbarkeit/Vorhersage sowie des Messens und Beobachtens anfüen, doch zum Verständnis dieses Buches ist das nicht notwendig.

Recht schnell wird der Finger in die Wunde der modernen Physik gelegt, die mit ihrer Urknall-Theorie darin versage, den tatsächlichen Anfang der Existenz von Allem zu erhellen. "Die sogenannte Singularität, ein Raumpunkt unendlicher Dichte, unendlicher Gravitation, das Ende von Raum und Zeit" ist nicht mehr als ein Punkt, an dem die Wissenschaft mit den heute verfügbaren Theorien und Modellen nicht mehr weiter kommt. Dagegen will sich Becker dem "was davor war" - was den Urknall verursachte, warum Raumzeit, Materie und Energie entstanden sind - durch gedankliche Sophistik nähern.



Schon die alten Griechen entwickelten eine Sophistik: Sich eine eigene Meinungen zu politischen und gesellschaftlich relevanten Fragen zu bilden und diese auch zu vertreten, eigneten sie sich das Rüstzeug an, argumentative Prozesse erschließen und die eigenen Gedanken ausdzurücken zu können. Dies schloss umfangreiche Sachkenntniss und eine hervorragende Rhetorik ein.

Die von Erwin Hubble nachgewiesene Expansion des Universums könne man sich vorstellen, "als wäre man eine Ameise, welche auf einem Luftballon herumkrabbelt, der gerade aufgeblasen wird. Egal in welche Richtung die Ameise schaut, alles scheint sich von ihr zu entfernen, jeder Punkt der Ballonoberfläche." Diese Gerichtetheit des Kosmos bedinge auch, dass wir einen psychologischen Zeitfluss, einen Zeitpfeil empfinden:  - mittels visueller Techniken lassen sich kosmologische Zustände der Gegenwart und Vergangenheit festhalten und vergleichen. Dieser Vorgang zeigt, dass das gesamte Universum irreversibel dem thermodynamischen Gleichgewicht, der größten möglichen Entropie ('Unordnung') entgegenstrebt. Becker folgert daraus:


"Das Universum hat in einem Zustand perfekter Ordnung begonnen! Diese ist ein Anzeichen für einen geplanten Schöpfungsakt!"

Gleich nach dem Urknall setzt dann eine einer Kausalkette von Ereignissen ein, durch die im Ergebnis das heute beobachtbare Universum hervorgebracht wurde. Raumzeit könne nach Hawking aus der Raumzeit selbst aufgrund von Quantenfluktuationen ohne Ursache aus dem Nichts entstanden sein - für mich unbefriedigendend, denn wo fluktuieren jene Quanten (Teilchen), wenn doch noch kein Raum existiert? Und: wo kommen diese Quanten her? Und wo her stammt die Energie, welche diese Quanten 'motiviert'? Die Idee der Entstehung von Materie aus dem Nichts ("so wie bei Baron Münchhausen, welcher sich selbst an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf zieht") zeigt m.E. lediglich, dass unser Erenntnisfortschritt hier noch lückenhaft ist. Falls dieser Punkt des eigentlichen Urknalls wirklich eine Singularität sei, werde der Mensch womöglich niemals imstande sein, ihn zu ergünden. 

Braucht das Universum einen Schöpfer?

Nun aber folgt der interessanteste Teil des Gedankengangs: Die Theorie der Entstehung eines Universums aus dem Nichts lasse einen Schöpfer zunächst überflüssig erscheinen - aber: wenn es 'vorher' weder Raum noch Zeit, sondern nur das Nichts gab - woher stammen dann die erforderlichen physikalischen Gesetze, welche die Entstehung eines Universums erst ermöglichen? 'Irgendwo' müssten diese Gesetze schon vorher 'transzendent existiert haben'.
Becker sieht hier einen Raum für einen Schöpfer, der gleich einem Komponisten die Gesetze für die Entstehung seines Werkes erdacht hat. Diese schöpferische Kraft müsse dann raum- und zeitlos existieren, denn sie war ja schon vor dem Urknall da, als es weder Raum noch Zeit gab.

... eine mögliche Parallele zur hinduistischen Schöpfungsidee, in der die Götter Welten erträumen und Realität durch geistige Kraft erschaffen. Die Quantenphysik impliziere, dass erst die Beobachtung (durch eine bewusste Intelligenz) die Realität schaffe. 

Beckers Paradigma eines pantheistischen Idealismus entspringt somit einer monistischen Grundidee - der metaphysischen Ansicht, dass die Welt und alles Geschehen in ihr sich auf ein einziges Grundprinzip zurückführen lässt. 
Der Pantheismus sieht eine Gegenwart des Göttlichen in allen Erscheinungen der Welt. Und Idealismus (ein Sammelbegriff) betrachtet Gedanken als Ursprung und Ausgangspunkt allen Seins...jede Form von Materie sowie auch menschliche Handlungen sind nur ein Produkt von Ideen. (Ausgenommen ist hier der subjektive Idealismus, für den die Realität aus dem menschlichen Geist hervorgeht). Völlig neu ist der Kern dieser Gedanken nicht: David Bohm spricht von einer impliziten Ordnung, während Amit Goswami den Terminus "bewusstes Universum" verwendet. Worin aber liegt die eigentliche Synthese von Physis und Metaphysis? Anders gefragt: lassen sich moderne Wissenschaft und Spiritualität denn nun in Einklang bringen? 
Vielleicht ließe es sich so ausdrücken: Wenn Gott könnte eine alles durchdringende Intelligenz ist, dann existiert nicht zwangsläufig ein Schöpfer auf der rein materiellen Ebene. So gesehen würden Pantheismus und moderne Wissenschaft nicht im Widerspruch zueinander stehen. Das könnte passen, denn auf die Frage "Was ist Gott für Sie, Herr Becker?" antwortet dieser ganz im Sinne Stephen Hawkings: beide erachten es für möglich, dass die Summe aller Naturgesetze mit dem gleichzusetzen sind, was sie mit 'Gott' verbinden. Jedenfalls hat das Bild eines persönlichen Gottes ("ein alter Mann mit Bart, der die Dinge baut...") in dieser Vorstellung keinen Platz. 
Damit argumentiert Becker gegen das dogmatische Gottesbild und die herkömmliche Sichtweise der christlichen Kirchen - wurden die personellen Gottheiten von Menschen erschaffen, die nach einem 'Sinn von Allem' suchten? Zugleich stellt er fest, dass die Wissenschaft sich lange die Option eines mit der Materie interagierenden Gottes offen gehalten hat. 

Wie Hawking meint auch der Philosoph Becker, angesichts der existierenden Naturgesetze sei ein Schöpfer (heute) nicht mehr zwingend notwendig, es sei denn für die Gesetze selbst (s.o.). 


"Und wer hat dann Gott erschaffen?" 

- So funktioniert es nicht. Gott sei die erste aller Ursachen und Ursache in sich sebst. Wenn aber Gott schon unendlich lange existiert, dieses Universum aber 'erst' seit 13,7 Milliarden Jahren, sei die Frage zulässig, was der Schöpfergeist denn 'vorher' gemacht habe. Musste Gott ein Universum schaffen, um sich selbst einen Sinn zu geben? Nun, 'Sinn' ist eine Kategorie des menschlichen Denkens, ebenso wie die Annahme, alles und jedes (sogar Gott) müsse eine Ursache haben. Eine anderere Möglichkeit liege darin, die "Kausalkette um ihr ersts Glied zu kürzen", d.h. nicht von einem Schöpfer außerhalb des Universums auszugehen - sondern von einem Universum, dass sich selbst begründet: Das Universum bracht dann keine Ursache, denn es ist die erste Ursache von Allem: Es schafft und erklärt sich selbst, wie Gott. Das Bild der Schöpfung ohne transzendenten Schöpfer wird als Pantheismus bezeichnet (vgl. Spinoza, Hegel, F.H. Jacobi).


Während der traditionelle Gottesbegriff im Theismus strikt zwischen Gott und Welt unterscheidet, glaubt der Pantheismus, die Welt mit Gott identifizieren zu können. Dagegen halten christliche Theologen die Transzendenz Gottes - für ein wesentliches Kennzeichen, das in der Endlichkeit des Pantheismus aber aufgehoben werde.

Das Paradigma des pantheistischen Idealismus basiert schließlich auf der Annahme, dass alles Sein sich auf göttliche Gedanken zurückführen lässt. Übrigens hängt sich Becker nicht unterschiedlos an jedes esoterische Ferkelchen, dass kaum geboren schon lautstark durchs Dorf getrieben wird: Von Ufos oder Astrologie hält er eher wenig, während Telepathie unter der Voraussetzung eines holistischen Universums plausibel sei.
Geist als Ursache von Allem?
Die Überlegung eines 'erschaffenden Geistes' ist nicht leicht greifbar; hier finde ich folgende Vorstellung des eingangs erwähnten Llixgrijb hilfreich:


"... Stellen wir uns vor, das arme Llixgrijb sitzt in einer Art extradimensionalem Einsturz gefangen … Es gibt kein Entrinnen. Aber Llixgrijb … kann nicht sterben. Sein Bewusstsein dauert an, ganz auf sich gestellt und in alle Ewigkeit – wie immer in solch einem Bereich Ewigkeit aussehen mag –, absolut paralysiert. Wie würden wir uns in dieser Situation verhalten? … Wir würden Welten in unserem Geist erschaffen, Welten in uns selbst … Llixgrijb schuf sich ein Universum …"

Ist es denkbar (und wahrscheinlich), dass wir ein ferngesteuertes 'Unterhaltungsprogramm' für einen Schöpfer sind? Würde ein Universum als des Schöpfers Experiment nicht der Auffassung widersprechen, für negative Ereignisse sei allein der Mensch bzw. eine andere natürliche Kausalkette verantwortlich? Becker vertritt hier die Auffassung, dass für Gott kein Sinn darin liege, immer dann einzugreifen, wenn etwas seinem ursprünglichen Plan zuwiderläuft, um alles wieder in die gewünschte Richtung zu lenken. 

Man kann diese Vorstellung bis in Absurde(?) treiben: "vielleicht macht es Gott ja Spaß, intelligente Lebewesen [ähnlich wie Pawlowsche Hunde] in einem Zoo zu halten und zu beobachten, wie si auf Strafe und Belohnung reagieren." 
Dann wäre er wirklich ein 'fieses Kind mit einem Brenngras', wie es im Film 'Bruce Allmächtig' heißt.


Von der christlichen Gottesvostellung unterscheide dieses Bild sich nur insoweit, als das Christentum einen grundsätzlich guten (und allmächtigen) Gott postuliere. So hat es nach aller Beobachtung und Logik den Anschein, dass Gott 'Mißstände' in seinem Universum toleriert - als habe er, ähnlich mancher Forschungsexperimente der Menschen, einen Anfangszustand geschaffen, um dann die weitere Entwicklung innerhalb der von ihm definierten Gesetze zu beobachten. 

Oder wäre die Erde längst von einem Kometen zerstört worden, wenn Gott dies nicht verhindert hätte?

Gestützt wird die Annahme, dass nichts von göttlicher Seiter vorherbestimmt ist, durch die Quantenphysik. Sie hat bewiesen, dass auf atomarer Ebene Zufall und Unbestimmtheit gegeben sind. Quantenereignisse seien nicht vorhersagbar und daher auch nicht vorherbestimmt. Wie aber ließe sich der Sinn des geamten Kosmos einschließlich einer ganz bestimmten mit Intelligenz ausgestatteten, aber bei weitem nicht immer intelligent agierenden Spezies ohne einen zielgerichteten Plan, ohne Gott, begründen? In seiner holistischen Sichtweise fragt Becker hier nach dem Sinn des Ganzen - kann die Gesamtheit allen Seins nicht den Sinn für die Existenz in sich selbst tragen? Liegt der Sinn des Kosmos darin, einfach zu sein? Ich meine, dass hier der Aspekt des Bewusstseins eine entscheidende Rolle einnimmt: Sobald ein sich selbst und des Universums bewusstes Individuum das Sein wahrnimmt und mit ihm interagiert, ließe sich daraus ein Sinn begründen:



"Die Existenz des Geistes ist der Sinn allen Seins."

Wir geben dem Ganzen ('Allem was ist') schon dadurch einen abstraken Sinn, indem wir es wahrnehmen und drüber nachdenken. Viele Menschen kommen aber ohne ein Ziel ihres eigenen Daseins nicht aus, wenn sie nach diesem Sinn suchen. Für eine kurze, unbedeutende Zeitspanne in der Biosphäre auftauchen, denken und handeln, um dann endgültig wieder im Nichts zu verschwinden - das reicht uns nicht, um einen Sinn zu ergeben. Jedenfalls dann nicht, wenn nicht einmal unsere Erinnerungen in einer geistigen Form erhalten bleiben... Wonach genau suchen wir, wenn wir so denken? Nach einem objektiven Sinn des Seins oder nach einer Befriedigung des eigen Egos, dass verständlicherweise nicht in der Bedeutungslosigkeit verkommen will? Schließlich machen wir von unseren Möglichkeiten Gebrauch, die Dinge um uns herum (zum Positiven?) zu verändern und verschaffen dadurch unser eigenen Existenz einen befriedigenden Sinn.

In seinem Buch 'Gottes geheime Gedanken' skizziert Volker Becker nun die Einheit des Seins auf Grundlage der Superstring-Theorie, mit der drei der vier Naturkräfte - die elektromagnetische Kraft sowie die starke und die schwache Kernkraft mathematisch zu einer 'Superkraft' vereinheitlicht werden konnten. Wenn es nun noch gelänge, diese Superkraft mit der Materieenergie sowie der Gravitationskraft und der Raumzeit zu vereinigen, dann würden wir tatsächlich auf Gottes geheime Gedanken blicken meint er.

Ich habe da so meine Zweifel: selbst wenn es einigen brillianten Köpfen gelingt, diese Aufgabe zu lösen, kommt dabei 'nur' eine Beschreibung von Teilen eines unübersehbaren Ganzen heraus, die m.E. weit davon entfernt ist, das Wesen des Seins in all seinen Faccetten zu erfassen. Zudem würden im Erfolgsfall allein die Zusammenhänge dese einzigen uns bekannten Universums erhellt. Was ist mit den (unendlich?) vielen anderen Welten, deren Existenz von einer wachsenden Anzahl ernstzunehmender Wissenschaftler zur wahrscheinlich erachtet wird

Ein Gott, der sich versteckt?

Der einzelne Mensch stellt sich diese Frage vermutlich in keinen und großen Lebenskrisen, etwa in dem Sinne 'Bin ich Gott so egal, dass er mich vollständig ignoriert?'. Ein Pantheist wie Becker wird diese Frage vermutlich nicht stellen, denn sie impliziert ein personifizierte Gottesbild, das Gott nicht nur als transzendenten Schöpfergeist betrachtet, sondern jenen persönlichen Gott sucht, der sich eigentlich um uns kümmern müsste. 

So viel ist klar: Ein allmächtiger Schöpfer, der nicht entdeckt werden will, konstruiert ein Universum, welches ohne sein Zutun funktioniert und auch ohne sein Wirken entstanden sein könnte (bzw. den Anschein hierzu erweckt). Dadurch bleibt seinen intelligenten Geschöpfen maximale Willensfreiheit erhalten - sie können selbst entscheiden, ob sie Gott in ihre Lebensgestaltung einbeziehen und an ihn glauben wollen. Das 'Experiment Universum' erhielte dadurch maximale Objektivität. 

Freilich setzen die Anbetung und Gehorsam einfordernden, monotheistischen Religionen mehr voraus als ein solches Bild von einem objektiven Gott, der nicht erkannt werden will.

Unabhängig von der religiösen bzw. von der Kirche vorgegebenen Sicht Gottes gehe ich persönlich davon aus, dass 'er' durchaus erkennbare Spuren hinterlassen hat. Beispielsweise erachte ich die DNS, der unfassbar komplexe, universale Bauplan aller uns bekannter Lebewesen, gleich welcher Gattung und Komplexitätsstufe, als unvereinbar mit einer auf bloßem Zufall basierenden Evolution. 


Weiterlesen: Pantheistischer Idealismus (Teil II) 



---

Interview/Buchvorstellung:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen