Dienstag, 8. Mai 2012

Weltuntergang zieht sich hin

2012 war ein Fehlgriff…aber bis 2052 werden die Konturen tiefgreifender, globaler Veränderungen auf der Erde deutlich erkennbar werden – stellenweise auch schon früher.

Sagt wer? Der ‘Club of Rome’, eine Art internationale Denkfabrik.

“Zyniker würden wohl sagen, die Propheten der Apokalypse sind zurück”, lautet die einleitende Bemerkung des Artikels hierüber auf WELT online.

Denn dieses Team aus internationalen Denkern und Experten setzt sich schon seit seit Jahrzehnten mit Zukunftsfragen auseinander. 1972 gaben sie ‘Die Grenzen des Wachstums’ heraus und behielten mit dieser Prognose in Teilen Recht.

“Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, …  unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht. WELT online.”

Das kommt wohl hin. Allerdings frage ich mich, ob dies nicht auch vor 40 Jahren nicht schon allgemein absehbar war (ich war damals 7 Jahre alt und hatte geringfügig andere Interessen). Anscheinend musste damals erst mal eine Ölkrise die Augen der Kritiker öffnen und ihren beißenden Spott zum Verstummen bringen.

Es könnte sich also lohnen, die im neuen Report “2052: A Global Forecast for the Next Forty Years, by Jorgen Randers, launched by the Club of Rome” formulierten Trends einige Beachtung zu schenken. Über die Präsentation existiert auch etwas trockenes Video (s.u.)

Für manche Aussagen benötige ich keine Expertengruppe – dass die Wirtschaft mit ihrem stetigen Wachstum dem Klima und den natürlichen Ressourcen schadet, ist bekannt. Und dass die Industrie schon heute keinen Gewinn mehr machen würde, wenn man die Umweltzerstörung als Schaden gegen ihre Erträge rechnete, ist naheliegend.

Die zentrale Bedrohung der Menschheit aber liege ‘fortschreitenden und ungezügelten Klimawandel’ und der Erderwärmung und dem Anstieg des Meeresspiegels als Folge. Die Denker des Club of Rome sagen nicht, dass die menschliche Zivilisation bereits in 40 Jahren Ende – der Verfall soll sich hinziehen: Erst steigen (Jorgen Randers zufolge) die Treibhausgasemissionen noch bis 2030 an. Dann aber ist der Point-of-No-Return in Bezug auf den globalen Temperaturanstieg längst überschritten.  Bis 2080 soll die Temperatur um 2,8 Grad steigen.

"Im Jahr 2052 wird die Welt mit Schrecken auf weitere Änderungen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts blicken", sagt Randers.

Dieser zeitliche Verlauf macht es für die Menschheit so schwierig, wenn nicht unmöglich, einen Turnaround wirksam zu vollziehen. Schließlich denken wir in kürzeren Zyklen (die Wirtschaft wohl von einem zum nächsten Quartalsbericht) und tun uns mehrheitlich sehr schwer, uns auf mehr zu konzentrieren als die gerade vor uns liegende Krise.

Ob die Ausgestaltung der Studie als ‘hysterisch’ bezeichnet werden muss, ist für mich ohne Belang – wenn ihre ökologischen und ökonomischen Trends stimmen könnten.

Konkreten Lösungsansätzen ist sicherlich der Vorzug zu geben – etwa dem des Umweltwissenschaftlers Ernst Ulrich von Weizsäcker:

"Wir müssen Klimaschutz und Artenschutz richtig profitabel machen und aufhören mit dem Geseiere, wir sollten den Gürtel enger schnallen, um das Klima zu schützen. Bei der Energie sollten wir vormachen, dass wir damit Wohlstand erzeugen. Alle Leute gucken gebannt nach Deutschland, wie wir das mit dem Atomausstieg wohlstandskonform hinkriegen. Wenn wir den Klima- und Umweltschutz profitabel machen, dann wird das überall kopiert.” (vgl. Süddeutsche.de – ‘Es gibt einen Ausweg’)

Kommentare:

  1. Diesbezüglich sei dieser Link empfohlen:

    http://faszinationmensch.wordpress.com/2012/04/19/gastbeitrag-fuhren-die-neuen-erkenntnisse-zur-quantentheorie-und-zur-biokommunikation-zu-neuen-denkstrukturen-und-damit-zur-umkehr/

    Denn, wenn die Realität einzig eine bewusste Interpretation ist, und in der uns bekannten realen Form gar nicht wirklich existiert, dann liegt die Entscheidung über den weiteren Werdegang im Bewusstsein und nicht in den Parametern, die diese Studie des CLUB OF ROME betrachtet.

    Wir hatten das Thema ja bereits mehrfach erörtert, aber 2012 hat nichts mit Apokalypse zu tun, sondern mit einer neuen Sicht des Kosmos, mit einer neuen Weltordnung, denn Kosmos im Altgriechischen bedeutet eben Weltordnung bzw. Schönheit.

    Gruß IP

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    1. Der verlinkte Beitrag ist wirklich lesenswert.

      Ob die düsteren Prognosen bezüglich der genannten Parameter wirklich eintreffen, bleibt freilich abzuwarten. Dies könnte auch davon abhängigen, in welchem Umfang bewusste Entscheidungen zustande kommen und Veränderungen bewirken.

      Viele Grüße, George

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  2. Hallo Legolas,

    Danke für diesen Post - er ist sachlich, klar und deutlich, regt zum Nachdenken an und wäre ganz bestimmt im Sinne von Edgar Cayce!

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