Mittwoch, 7. November 2012

Wissenschafftliche Sicht in Bezug auf Planet X / Nibiru

7.11.2012. In der Schöpfungsgeschichte der Sumerer existiert ein zehnter bzw. zwölfter Planet (je nach Zählweise wurden auch der Mond und sogar die Sonne und zu den Planeten gerechnet). Nibiru bedeutet etwa „vorüberziehender, passierender Stern“. Nibiru wiederum soll die Heimat der Annunaki sein, eines außerirdischen Volks, um das sich noch heute viele Spekulationen ranken. In Sumer wurden die Annunaki als Schöpfer des Lebens auf der Erde betrachtet.

In der Gegenwart griffen esoterische Kreise diesen alten Mythos wieder auf. Nun war vom Planeten X (x steht für die römische 10) die Rede - Astronomen lieferten Hinweise darauf, dass es jenseits von Pluto einen zehnten Trabanten geben könnte. Dieser sei, so wurde spekuliert, identisch mit dem zehnten Planeten der Sumerer. Planet X soll die Sonne auf einer extrem ausgedehnten und exzentrischen Umlaufbahn in 3600 Jahren einmal umkreisen. 


Im Weltbild der alten Sumerer war Nibiru die Heimat der Schöpfergötter, welche die Erde mehrfach besuchten. 

Bald zogen findige Ufo-Gläubige Parallelen zu einem Mythos der Neuzeit – nämlich den außerirdischen „Grauen“ -Insassen fliegender Untertassen, die hier und da gelandet sein sollen. Bei Entführungen durch die Ufo-Besatzungen, von denen allerdings zahlreiche Menschen berichteten, sollen die Grauen mitgewirkt haben. Diese Androiden mit winzigem Mund und riesigen Augen sollen nun jene Helfer der Annunaki, die von dieser Götterrasse künstlich geschaffen wurden. Noch heute besuchen sie die Erde im Auftrag ihrer Herren, die auf dem fernen Planeten Nibiru durch das äußerste Sonnensystem schwirren.

Diese Darstellung wird allerdings nur auf esoterischen oder ähnlich gelagerten Internetseiten kolportiert. Die Astronomie zeichnet vom Planeten X dagegen ein ganz anderes Bild. Bereits im 19. Jahrhundert gab es tatsächlich Spekulationen über einen Planeten, der außerhalb des Neptun, dem damals äußersten bekannten Trabanten im Sonnensystem, seine Bahn ziehen sollte. Die Existenz Neptuns sagten die Mathematiker John Couch Adams und Urbain Le Verrier anhand von Bahnstörungen vorher, die Astronomen bei Uranus beobachtet hatten. Der Himmelsforscher Johann Galle fand den großen Planeten dann im September 1846. Kurz darauf erklärte Le Verrier, es müsse dort draußen noch einen Planeten geben, denn die Bahnabweichungen von Uranus seien nur durch zwei Trabanten zu erklären.


Was lässt sich über einen hypothetischen Planeten X sagen?

Er müsste deutlich größer als Pluto sein, sofern er die Abweichungen der Umlaufbahn des Uranus verursachen sollte.

In den 1970er Jahren berechnete der Astronom Tom van Flandern die Bahnstörungen von Uranus und Neptun neu. Dabei kam er zu dem Schluss, dass es einen zehnten Planeten geben müsse. Zusammen mit seinen Kollegen Robert Sutton Harrington  veröffentlichte 1988 die Theorie, dieser Planet X umkreise die Sonne auf einer hoch elliptischen Bahn, die ihn weit aus der Ebene der Ekliptik (die gemeinsame Umlaufebene der großen Planeten) herausführe, mit einer Periode von 1019 Jahren die Sonne. Er sollte dreimal so weit von unserem Zentralgestirn entfernt sein wie Neptun.


Diese Forschungsergebnisse griff der Schriftsteller Zecheria Sitchin auf, der an die Existenz des Planeten Nibiru und der darauf lebenden Annunaki glaubte. In seinen Büchern beschreibt er sie als menschenähnlich, uns Erdlingen abrttechnologisch überlegenen  Zivilisation. Sie sollen vor 450 000 Jahren auf die Erde gekommen sein und hier aus Vorfahren des modernen Menschen auf gentechnischem Weg Sklaven erzeugt haben. Von ihm stammt die These, Nibiru durchquere alle 3600 Jahre das innere Sonnensystem.


Doch ein Planet X wurde bis heute nicht entdeckt. Darauf deuten die Bahndaten der  hin, die vor 30 Jahren starteten. Der Nasa-Forscher Miles Standish untersuchte, welchen Gravitationskräften die beiden Voyager-Sonden auf ihrer Reise ausgesetzt waren. Den Einfluss eines zehnten Planeten konnte er nicht finden, obwohl beide Sonden derzeit am Rand des Sonnensystems fliegen und deshalb dessen Schwerkraft besonders stark spüren sollten. Bahnanalysen der Sonden Pioneer 10 und 11 kamen zum gleichen Resultat. Wie auch verfeinerte astronomische Beobachtungsmethoden zeigen, sind die Bahnstörungen der großen Planeten geringer sind als ursprünglich angenommen.


Damit ist die Legende von Nibiru (und seinen Bewohnern) am Ende. Selbst wenn es einen derartigen Planeten auf der von Sutton Harrington errechneten Bahn gäbe, könnte es auf seiner Oberfläche kein höheres Leben geben. Denn er würde sich bis zu 100 Astronomische Einheiten weit von der Sonne entfernen (1 AU = Distanz Erde-Sonne, also ca. 150 Millionen Kilometer). Selbst Pluto ist mit einem mittleren Abstand von 39,4 AU noch vergleichsweise sonnennah. Jedes Mal, wenn Planet X/Nibiru das innere Sonnensystem verlässt und sich dessen eisigen Rand nähert, würde seine Atmosphäre ausfrieren. Schon zuvor wäre alles flüssige Wasser zu Eis erstarrt.



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