Sonntag, 28. Oktober 2012

Kann sich das Universum selbst erschaffen?

“Wenn wir jedoch eine vollständige Theorie entdecken, dürfte sie nach einer gewissen Zeit in ihren Grundzügen für jedermann verständlich sein, nicht nur für eine Handvoll Spezialisten.
Dann werden wir uns alle – Philosophen, Naturwissenschaftler und Laien – mit der Frage auseinandersetzen können, warum es uns und das Universum gibt. Wenn wir die Antwort auf diese Frage fänden, wäre das der endgültige Triumph der menschlichen Vernunft – denn dann würden wir Gottes Plan kennen.”

Steven Hawking - Schlußsatz von 'Eine kurze Geschichte der Zeit'
Erstaunlich: im Gegensatz zu seiner heutigen Position scheute sich Hawking im Jahr 19881)  noch nicht, von einem Plan Gottes zu sprechen.
Der Umstand, dass Astronomen fast täglich neue Exoplaneten entdecken und die Anzahl potenziell bewohnbarer Planeten inzwischen mit “unzählige” angegeben wird, wirft ein neues Licht auf die Frage nach der Entstehung von Leben.

Für Naturwissenschaftler, die ihrer Methodik folgend auf die Einbeziehung übernatürlicher Phänomene bei der Suche nach den Anfängen des Lebens verzichten (müssen), reicht ein “unwahrscheinlicher chemischer Zufall” als Modell füür die Abiogenese oft aus. Natürlich sind sie bemüht, Einzelheiten über die Wirkungsweise dieses Zufallsgeschehens herauszufinden.


Doch selbst wenn Leben sich als Zufallsergebnis erweisen sollte (was ich schon für ausgeschlossen halte), bleibt die Frage nach dem Anfang von Allem (=des Universums) bestehen. Als Leben entstand, waren die Bausteine (Atome, Moleküle usw.) und Umgebungsvariablen (ein bewohnbarer Planet oder Mond, Wärme-und Strahlungsquellen usw..) schon lange existent.

Woher aber stammt die Materie, ohne die gemäß naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise auch kein Leben entstehen könnte? Noch so ein “unwahrscheinlicher Zufall”, versehen mit nebulösen Bezeichnungen wie Urknall oder "Anfangs-Singularität"?

So hätten jene es gerne, die beinahe gewaltsam eine Schöpfung ohne Schöpfer aufzeigen wollen.

Auf der Suche nach Erklärungen halte ich es für zweckmäßig, den Weg des verstandesmäßigen Ergründens bis an seine Grenzen zu verfolgen. An den Grenzen von Vernunft und Denken stoßen wir sicherlich auf Geheimnisse und Ungewissheiten; mit großer Wahrscheinlichkeit wird vernünftiges Denken von einem bestimmten Stadium an entweder durch irrationalen Glauben oder reinen Agnostizismus ersetzt werden.

Diese Überlegungen fasst Stephen Hawking in seinem Buch ‘Der große Entwurf’ zusammen. Er geht dabei von der Annahme aus, dass das Universum sich selbst erschaffen konnte – genauer gesagt eine ungeheuer große Vielzahl von Universen, unter denen eines war, dass einen lebensfreundlichen Satz Naturgesetze und -konstanten besaß.

Die Frage “Was war vor dem Urknall?” hat durchaus ihre Berechtigung, auch wenn der Mensch dieses Davor gegenwärtig noch nicht berechnen kann. Doch schon in der Antike konnten die alten Philosophen erörtern, ob ein Universum sich selbst erschaffen kann – aus dem Nichts sozusagen.


Ursachen, Wirkungen und ein Universum aus dem Nichts?


Wie erfolgreich unsere wissenschaftlichen Modelle auch sein mögen, stets enthalten sie gewisse Anfangsbedingungen. Beispielsweise setzt die Erklärung eines Phänomens im Rahmen der Physik die Gültigkeit der als gegeben angenommenen Naturgesetze voraus. Doch woher stammen diese Gesetze?

Um die Struktur zu erkennen, nach der Alles – Kosmos, Natur, Mensch, Bewusstsein… – funktioniert, wird man nach ihrem Ursprung suchen. Der so gennannte ‘Urknall’ ist dabei nicht mehr als ein vorläufiger Offenbarungseid, also das Eingeständnis, dass die Naturwissenschaft mit ihren bisher verfügbaren Modellen und Berechnungsweisen nicht über diesen Punkt hinauskommt.
Tatsächlich ist die Forschung noch nicht bis zu diesem Punkt vorgedrungen, sondern nur bis dicht davor…


Der Versuch, das Universum anhand ‘früherer kosmischer Zeiten’ zu erklären, führe in eine Sackgasse, wie u.a. Paul Davies feststellt: Selbst wenn der gegenwärtige Zustand des Weltalls durch seinen Zustand vor einer Milliarde Jahren erklärt werden könnte, werde das unbeantwortete Geheimnis nur um eine Milliarde Jahre in die Vergangenheit verschoben:
Der Zustand vor einer Milliarde Jahren müsste durch einen noch früheren Zustand erklärt werden… und so weiter. Es bleibt bei dem Gedanken an eine ursprüngliche Ursache, die viele Menschen bis heute als wissenschaftlich nicht erklärbar, also übernatürlich erachten.
Dieses kosmologische Argument wurde oft als Beweis für die Existenz Gottes angeführt. Dabei wurde stillschweigend vorausgesetzt, dass das Universum einen Anfang hatte.


Fraglich ist, ob ein übernatürlicher Akt (“die erste aller Ursachen”) nötig ist, damit das Weltall beginnt. Alternativ müsste ein schon immer existierendes Universum sich zyklisch wiederholen…und zwar endlos (und wohl ohne nennenswerten Fortschritt, der in umgekehrter Richtung einen Anfangspunkt bedingen würde).


Für Davies geht diese absolute Zyklizität mit einem deutlichen Fatalismus einher, der sich besonders in dem hinduistische System sehr langer Zyklen zeige, aber auch in den Kosmologien der Babylonier, Ägypter und Maja.
Dem stehe die jüdisch-christlichen Tradition gegenüber, nach der Gott die Welt zu einem bestimmten Augenblick willentlich erschaffen hat und diese sich seitdem entfaltet.

“Diese Religionen sind deshalb durchdrungen von einem Gefühl für einen sinnvollen geschichtlichen Ablauf – Sündenfall, Bundesschluß, Fleischwerdung und Auferstehung, Wiederkehr –, der in krassem Gegensatz zur griechischen Vorstellung der ewigen Wiederkehr steht.”
Der jüdisch-christliche Schöpfungsglauben etwa geht von einer vollständigen Trennung und Unabhängigkeit des Schöpfers von seiner Schöpfung (=Transzendenz) aus. Unklar bleibt die Motivation Gottes im A.T., aus der heraus er die Schöpfung in Gang setzte. Ebenso lassen die beiden ersten Verse im Buch Genesis Raum für die Annahme, dass dem Tohu wabohu (‘Irrsal und Wirrsal’) ein anderer, geordneter Zustand vorausgegangen sei.
Ohne jetzt sehr weit in die spirituellen Aspekte der Ursprungsfrage abzugleiten, teile ich die den Religionen gemeinsame Auffassung, dass Ursprung und Entwicklung von Allem nicht dem Zufallsprinzip folgt, sondern einer bestimmten Ordnung und Zielgebung unterliegt.
Stephen Hawking dagegen erachtet spontane Erzeugung als Grund für das Universum als wahrscheinlich. Die Frage, was vor dem Urknall war, werde damit ebenso unsinnig wie die Frage, was südlich des Südpols liegt.
Mir erscheint diese Sichtweise wie die eines Einzellers, der niemals die Begrenztheit z.B. des Aquariums erfassen wird, in welchem er sich aufhält. Weil er aber einen begrenzten Teil des Ganzen aus seiner Perspektive für das All(es) hält, wird er das Wesen von Allem niemals erfassen, weder räumlich noch zeitlich noch sonst wie.

Uns Menschen, auch den Naturwissenschaftlern, ergeht es im Grunde doch nicht anders. Wir können nicht an die Grenzen des uns umgebenden Universums blicken, geschweige denn darüber hinaus. Resultierend sind alle menschlichen Schlussfolgerungen, Theorien und Modelle so perspektivisch begrenzt wie die des Einzellers – nur die Skala ist eine andere.

Macht man sich diesen Umstand bewusst, gelangt man m.E. zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass wir die Frage nach dem Ursprung von allem weder beantworten noch zeitlich einordnen können. Die Wissenschaftsgeschichte erweist sich folgerichtig als Geschichte von Irrtümern und Neubewertungen – ich vermag keine Anzeichen zu erkennen, dass die gegenwärtige Physik erstmals letztgültige Wahrheiten gefunden hat.
Hawking vertritt dagegen die Ansicht, dass Gott bei der Entstehung der Welt nicht beteiligt war. Sie habe sich nach den Gesetzen der Physik selbst erschaffen:
“Weil es die Gesetze der Schwerkraft gibt, hat sich das Universum aus dem Nichts selbst geschaffen.”
Woher aber diese Gesetze stammen, verrät auch das ‘Genie unserer Zeit’ nicht. Lese ich Schlagzeilen wie Hawking versetzt Gott den Gnadenstoß”, dann wachsen meine Bedenken, dass Selbstüberschätzung und Vermessenheit ein Grund dafür sein könnten, dass uns ‘wirkliche Wahrheiten’ weiterhin verborgen bleiben.
Jedem bewussten Individuum bleiben persönliche Überzeugungen unbenommen, die letztlich erfahrungsbedingt sind. Meine Erfahrung und das wenige an erworbenem Wissen zeigen mir, dass nicht Nichts aus Nichts entsteht:
“Setzt man die Logik und die bekannten Naturgesetze voraus, dann gibt es keinen Grund, anzunehmen, dass im Universum aus Nichts etwas entstehen kann.” V.Dittmar
‘Übernatürliches’ war in der Vergangenheit oft das Resultat einer Projektion des Unverstandenen - der Erkenntnisgewinn der letzten 100 Jahre sollte uns inzwischen eigentlich davor bewahren, alles als ‘übernatürlich’ zu klassifizieren, was wir immer noch nicht verstanden haben. Ein stetiges Vermischen natürlicher und übernatürlicher Ursachen führt zu Verwirrung und Unsicherheit – auch wird man damit m.E. dem Schöpfer von Allem nicht gerecht, so es ihn denn gibt.
Die Installation des Prinzips von Ursache und Wirkung legt nahe, dass keine Gottheit dann und wann in die Naturgesetze eingreift. Solche Eingriffe würden dieses ‘System’ an sich infrage stellen – und sie hätten den Beigeschmack von Willkür (auch wenn dies von strenggläubigen Menschen anders aufgefasst wird).


Von der Kausalität mit vermeintlich absoluter Gewissheit auf einen Schöpfergott zu schließen, wäre gleichfalls inkonsequent und ’unlogisch’. Wir dürfen m.E. lediglich annehmen, dass es immer eine oder mehrere Ursachen gibt, die ihrerseits Kausalketten auslöst.-- 


Nun möchte ich versuchen, mich der Frage nach dem Ursprung von allem von einer anderen Seite etwas mehr anzunähern. Beantworten kann ich sie natürlich nicht, aber das war ja wohl klar;)

Die Natur der persönlichen Realität


…ein Themenwechsel, der keiner ist. Die naturwissenschaftliche Sicht schließt von ‘außen nach innen’, d.h. der naturalistisch denkende Mensch betrachtet sich als Produkt der ihn umgebenden Welt.
“Wir hegen eine mechanistische, deterministische Weltensicht, bestimmt und bestätigt durch uns umgebende Geschehnisse des Alltags.” S. Camejo
Was aber, wenn es genau umgekehrt wäre, d.h. wenn die äußere Welt ‘in Wahrheit’ als das Produkt unseres Geistes entstünde?


Alle Realitätsaspekte - Urknall, Universum, biologisches Leben und deren Ursprünge -ordnen sich dem Filterprinzip unter, durch das wir 'unsere' Wirklichkeit wahrnehmen bzw. projizieren. Wie also ist unsere persönlichen Realität beschaffen, wie kommt sie zustande?
Ein objektives Erkennen scheint diesbezüglich ausgeschlossen, auch wenn ‘äußere’ Wirklichkeitselemente mit wissenschaftlicher Akkuratesse beschrieben werden können.


Darüber hinaus kann es lediglich Wirklichkeitsmodelle geben, die eine unterschiedlich große Schnittmenge zu dem aufweisen, was jeder von uns als die eigene Wirklichkeit auffasst.


Eines dieser Modelle,für mich persönlich wohl das plausibelste und am ersten kohärente Realitätsmodell2), wird von Jane Roberts in ihren Büchern über SETH dargelegt. Als Einstieg sei das Buch "Gespräche mit Seth- von der ewigen Gültigkeit der Seele" empfohlen.

„Seth“ bezeichnet sich als „multidimensionaler Energiepersönlichkeitskern“, der die Folge menschlicher Inkarnationen durchlaufen habe und nun den Menschen von einer höhere Realität aus als Lehrer zur Verfügung stehe. Er, Seth, habe durch Jane Roberts als Medium mit anderen Menschen kommuniziert; er selbst sei nicht länger in der physischen Form zentriert. Im Gegensatz zu uns besitzt Seth keine physische Existenzform (d.h. keinen Körper) mehr, was er klar als Vorteil herausstellt. Doch auch wir Menschen seien nicht unser Körper, sondern komplexes Bewusstsein, das mittels mehrerer Körper verschiedene Erfahrung durchlaufe.

Ob man 'Seth' als eigenständiges Individuum oder vielleicht doch eher als Selbst- Projektion der Autorin betrachtet, ist von untergeordneter Bedeutung. Ich halte beides für denkbar.


Von besonderem Interesse (für mich) ist dagegen die Beschaffenheit und Entstehung der persönlichen Realität, die 'Seth' als die seine beschreibt und von der er uns hoffnungsvoll ankündigt, jeder von uns befinde sich in einer Entwicklung, die uns auf seinen ‘Level’ führe. Laut Seth existiert eine Vielzahl von belebten Dimensionen (Parallelwelten?) nebeneinander:

“Es gibt ebensowenig nur eine Dimension, die von nichtphysischem Bewusstsein bewohnt ist, wie es auf eurem Planeten nur ein Land gibt oder nur einen Planeten in eurem Sonnensystem."
Wesentlich für das Verständnis von Seth’s Sichtweise ist der Ausgangspunkt, dass es keine objektive Realität gibt - außer der durch das Bewusstsein geschaffenen. Stets erzeuge das Bewusstsein die Form - und niemals umgekehrt.
Somit lasse sich Realität sehr wohl als ein bildhaftes Produkt des eigenen Geistes auffassen. Auch die Quantenmechanik liefert Ansätze zumindest dafür, dass ein Beobachter seine Realität (mit-)gestaltet. Bei näherem Interesse einfach mal im Web nach Quantenmechanik und Doppelspalt-Experiment suchen...

Falls wir Menschen unsere Realität tatsächlich selbst erschaffen, geschieht dies außerhalb dessen, was wir bewusst wahrnehmen und steuern. Wie das funktioniert? Seth liefert hierzu eine erstaunlich anschauliche Vorstellung:
"Unsere Gedankenmuster bringen unsere subjektive Realität hervor, indem unsere die materielle Wirklichkeit um uns herum als ein vollkommenes Abbild unserer inneren Wünsche und Gedanken erzeugt wird, freilich auf einer unbewussten Ebene. Gegenstände existieren danach nicht unabhängig von uns, sondern sie sind die Manifestationen (d.h. Materialisierungen) unseres eigenen Selbst."
Folglich ist es entgegen unserem üblichen Eindruck nicht die materielle Form, welche den Rahmen für Dauer und Beständigkeit vorgibt.
Der menschliche, physische Leib werde in jedem Augenblick von uns selber geschaffen – als direktes Ergebnis unser inneren Vorstellung von uns selbst. Bleibt die Vorstellung unverändert, was bei den meisten Menschen der Fall ist, entstehe auch kein Impuls zur Veränderung der Körperlichkeit. 
 

Wenn das wahr wäre…

Es ist offensichtlich, dass diese Sicht der Wirklichkeit so gar nicht unserer alltäglichen Wahrnehmung entspricht, in der wir in eine Wirklichkeit hineingeboren wurden, die wir weitgehend so hinnehmen müssen, wie sie nun mal ist. Leid und Freude, Krankheit und Tod, vielleicht sogar 'Glück oder Pech' fassen wir als Konstanten unserer Realität auf, in der uns nur ein keiner Gestaltungsspielraum zu bleiben scheint.


Die Konsequenzen wären weitreichend, würde sich herausstellen, dass Seth mit seiner Beschreibung der persönlichen Realität richtig liegt. In diesem Fall wären wir für alles, was uns widerfährt, in hohem Maße selbst verantwortlich.

Die eingangs erörterten Fragen nach dem Ursprung der materiellen Welt ließen sich innerhalb dieses Paradigmas beantworten – wenn auch auf völlig unerwartete Weise: ‘Seth’ formt die Bilder 
selbst (im schöpferischen Zusammenwirken mit anderen seiner Spezies), mit denen er sich jeweils zu umgeben wünscht - kann dies auch für uns Menschen zutreffen?
Das Bewusstsein als Ausgangspunkt von Allem würde in unserem Falle jedenfalls nicht zutreffen: falls wir unsere Realität selbst erschaffen, geschieht dies außerhalb dessen, was wir bewusst wahrnehmen und steuern.

Das schließt jedoch nicht aus, dass die gesamte von uns wahrgenommene Realität das Produkt eines Geistes ist – und genau hier kommt für mich persönlich wiederum Gott ins Spiel. Kann es sein, dass Gott – als Begriff eines schöpferischen und lehrenden Geistes – uns eine Sandbox zur Verfügung stellt, also Spielwiese, auf der wir lernen, reifen und uns weiterentwickeln sollen – bis wir vielleicht selbst imstande sind, unsere eigene Realität in unserem Bewusstsein entstehen zu lassen…?

Siehe auch

Mit den Ausführungen von Roberts bzw. ‘Seth’ habe ich mich an anderer Stelle etwas ausführlicher Male befasst:

Anmerkungen

  1. 1988 ist jedenfalls das Auflagejahr meines Exemplars des o.a. Buches
  2. Auch die Intention, die Roberts bzw. Seths Ausführungen erkennbar zugrunde liegt, ist für mich mitentscheidend, weshalb ich sie in mancher Hinsicht für richtungsweisend erachte:
"Ihr braucht daher den Tod nicht zu fürchten. Und ich, der ich mehr Tode gestorben bin, als mir zu erwähnen lieb ist, schreibe dieses Buch, um euch das zu sagen."

Kommentare:

  1. Äußerst ausführlich dargelegt! Wenn ich hier mal meine Meinung dazu lassen dürfte:

    Das Problem ist, dass die Menschheit sich schon so an das Phänomen "Zeit" gewöhnt hat, dass Zeit als selbstverständlich angesehen wird. Klar, wir stehen morgens auf und "später" gehen wir wieder ins Bett. Aber die Zeit (+Raum) ist mit dem Urknall entstanden, d.h. die Frage was "vor" dem Urknall war ist, wie du schon aus anderen Gründen gesagt hast, total unsinnig.
    Denn laut der unzähligen Theorien gab es keine Zeit vor dem Urknall...schwer vorstellbar, nicht wahr?

    Einen kleinen Hoffnungsschimmer in Sachen Verständnis liefert die Relativitätstheorie. Zeit liegt im Auge des Betrachters, jedoch nicht wie bei Klamotten, sondern tatsächlich von wo und wie man die Zeit betrachtet.

    Mein Physiklehrer in der 8. Klasse hat es mir damals ziemlich gut erklärt:
    Würde er, wenn es denn möglich wäre, mit Lichtgeschwindigkeit zum Pluto und zurück reisen, würden für ihn (aus seinem Betrachtungsstandpunkt) etwa 2 Wochen vergehen. Auf der Erde jedoch, würde so viel Zeit vergehen, dass ich in der "Zeit" seiner Reise so alt wie er geworden wäre.

    All diese Dinge sind für uns schwer zu greifen, weil, wie du ebenfalls schon gesagt hast, unsere Wahrnehmung das nicht so ganz zulassen will.

    Was mich persönlich betrifft, finde ich diese und deine Überlegungen sehr interessant und denke gern darüber nach, bin ich jedoch letztendlich (passendes Wort zu deiner "Seth"-Passage) jemand, der nur das für voll nimmt, was er "anfassen" kann ;).


    Herzliche Grüße,


    Abraham_Qualifa

    P.S. Ich habe dich per Email abonniert, würde aber auch gerne bei "blogger" bzw. "google friend connect" dein Leser werden. Hab ich das Gadget übersehen oder hast du keines?

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  2. Vielen Dank für deinen interessanten Kommentar, Abraham.
    In Bezug auf das fast selbstverständliche Phänomen 'Zeit' und deren subjektive Wahrnehmung stimme ich dir durchaus zu. Andererseits kann ich mir nur schwer vorstellen, wie komplexe Abläufe (z.B. in der Biologie) ohne ein Vorher-Nachher auskommen könnten. Kausalität bedeutet auch, dass Ursachen 'vor' ihrer Wirkung eintreten.

    Bei dem Urknall-Thema ärgere ich mich etwas über die Arroganz Singularitäts-Befürworter unter den Wissenschaftlern. Diese agieren m.E. nach dem
    Motto "Was ich nicht berechnen kann, das hat niemals existiert" (verkürzt dargestellt;)

    Mein persönliches 'Akzeptanz-Kriterium' ist vor allem Plausibilität, denn 'Anfassen' ist bei vielem nicht möglich, was ich für wahr oder zumindest denkbar erachte;)
    An 'Wunder' glaube ich freilich auch nicht recht, wohl aber daran, dass es noch viel 'Unglaubliches' gibt, das zwar erklärbar wäre, aber unseren Horizont bei weitem übersteigt.

    Viele Grüße,
    George

    PS: Werde mich mal auf die Suche nach dem Gadget begeben...danke für's Adden:)

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